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Nettig 339 Nettig
18L«. I. Beilage zu Nr. 34l - „Ein Decem,
bertag im Augarten", ^Dicse Geschichte, eine
Episode auö dem Leben des Vaters unsres
Hofschauspielers Nett ich, ist mit wahrer
Piratcnkeckheit einer von Friedrich Ste ine,
dach in der Graher „Ir is" 18L2. Bd, I I I ,
S. l«7, mitgetheilten Skizzen „Joseph I I .
und Herr Nettich" nachgeschrieben. Anders
ober erzählt Gräffer dieselbe Geschichte in
seinen „Dosenstücken", Vo.II , S, 2?4: „Nichts
ohne Kammerdiener".^
Noch sind anzuführen: 1. Johann Baptist
Edler von Nettich, ein Sohn deS im Jahre
1818 mit Diplom äcla. 23. September ge<
adelten k t. Forst« und Oberwaldmeisters
Joseph Cdl, u, Netcich. Der Sohn Io>
bann Baptist hat eine Sammlung Dich»
tuügen unter dem Titel: „Vermischte Ge»
dichte«, 2 Theile (Wien 1832 und 1833,
Gerold, 12°) herausgegeben. Cs sind harm-
lose Reimereien im Geiste jener Zeit, in wel»
cher die Väuerle'sche „Theater-Zeitung" für
den Gcschmacl maßgebend war, und in wel<
cher das Charaden», Räthsel» und Logogry-
phenwesen in höchster Blüthe stand, wozu
auch I . v. Nett ich das Scinige beitrug. Im
Jahre 1834 ließ N. seinen zwei Bänden noch
einen dritten folgen, der in Frankfurt a. M,
bei Schmerber erschien. Er stand oder sieht
noch, wenn ich nicht irre, als Hof» und Kam-
merfourier in Hofdienstm. Seinen Gedichte»
ist ein treffliches, uon Kr iehu ber l8lil lilho»
araphirteö Vildniß mit dem Facsimile seine«
Namen« beincgeben, — 2. Henriette Net»
tich (kön, bayerische Hofcapell. und Hof»
Opcrnsängerin, geb. um 181», gest. zu Mün>
chen l i , September 1834). Eine Nohmin
von Geburt, zeigte sie in früher Jugend aus»
gesprochene Anlagen für die Kunst in welcher
sie auch im Präger Conscruatorium sorafal»
tsg ausgebildet wurde. Nun begann sie ihre
theatralische Laufbahn auf einigen kleinen
Bühnen, kam dann nach Wien, von dort
nach Grah, uon wo sie im Jahre l84i nach
München zu einem Gastspiele zugelassen
wurde, das so günstig ausfiel, daß sie an der
Hofbühne engagirt wurde und an derselben
bis an ihr Lebensende verblieb. Sie war
eine ausgezeichnete Coloratursängerin und
ihre Glanzrolle die Königin in den „Hüne»
notten". ^Neue Münchener Ze i tung
1834, Beilage zu Nr, 222: „Hcnriette Rettich",)
tl'g, Johann Alexander Sudiprav
(öechischer Schriftsteller, geb. auf dem Schlosse Kvasinsk im König»
gräher Kreise 2 l . Juni 4774. gest. zu
Leitomischl im Jahre 1842). Sein
Vater, ein Deutscher, war herrschaftlicher
Ilistitiär. I n den Elementarschulen und
von seiner Mutter, einer gebornen öechin,
erhielt er den erstm Unterricht im öechi»
schen, im Jahre 1788 besuchte er die
deutsche Hauptschule zu Pacdubitz, wo
er die deutsche Sprache. Zeichnen, Ge-
sang und das Pianospiel erlernte. Im
Jahre 1788 sehte er am Gymnasium zu
Königgrätz seine Studien fort und been«
dete sie von 1794 an zu Prag, wo er
die Philosophie und die Rechte hörte.
Seit 1801 nahm er in Aduocatenkanz»
leien die Rechtspcaris, wurde im Jahre
1809 Secretär bei dem Magistrate in
Tabor, und indem er nun bei Magiftra»
ten verschiedener Städte, daun als
Justitiar auf Herrschaften Dienste <hat.
kam er im Jahre 1834 als Magistrats-
rath nach Leitomischl, wo er bis an sein
im Alter uou 68 Jahren erfolgtes Lebens»
ende verblieb. Neben seinem Verufe als
richterlicher Beamter beschäftigte sich R.
von seiner Jugend an mit der öechischen
Literatur, welche ihn um so mehr anzog,
als er in seinem amtlichen Berufe mit
Leuten zusammentraf, die gleichfalls der
Pflege und dem Studium der vaterlan<
dischen Literatur oblagen. Nine weilere
Anregung erhielt er aber, seit er sich im
Jahre 1803 mit Magd alena Mar i a
Art mann s^iehe den folgenden Artikels
uerheiratheie, welche vielleicht noch mehr
wie ihr Gatte für die sechische Literatur
schwärmte und in derselben später, mit
besonderem Hinblicke auf daö weibliche
Geschlecht, eine rege Thätigkeit entfal-
tete. Rett ig schrieb größere und kleinere
Aufsähe für verschiedene öechische Iour»
nale jener Zeit, wie für den „öeolioslav",
„M1v2or", »keäitei«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon