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senschaft widmen zu können, folgte er
dem an ihn im Jahre 1849 ergangenen
Rufe als ordentlicher Professor der
Mineralogie an der Prager Universität.
R. bekleidete diese mit Ernennung vom
46. November 1849 ihm verliehene
Stelle durch vierzehn Jahre. Wahrend
dieser Zeit hielt er neben seinen minera»
logischen Vorlesungen zum ersten Male
an der Prager Universität Vorträge über
Geognosie ab und half dem Mangel
einer entsprechenden Mineraliensamm»
lung an der Universität durch die Grün»
düng einer umfangreichen, sorgfältig
auggewählten Sammlung ab; in den
Mußestunden aber setzte er seine wissen»
schaftlichen Arbeiten fort. Aus den zahl»
reichen, in diese Periode fallenden Publi»
cationen sind insbesondere zu erwähnen:
die umfangreicheMonographieder Kreide»
schichten der Gosau mit 31 Quarttafeln
Abbildungen, die Beiträge zur Kenntniß
der fossilen Krabben mit 24 Quart»
tafeln Abbildungen, der Versuch eines
Systems der Foraminiferen, und die
Darstellung der Entwicklungsgeschichte
der Pkibramer Gangmineralien in zwe!
Abhandlungen. Ueberdieß hielt Reuß
auch am Präger Polytechnicum stark
besuchte Vorlesungen, im Wintersemester
über Geognosie, im Sommersemester
über Paläontologie, die ersteren durch
neun Jahre unentgeltlich. Mit Allerh.
Entschließung vom 24. August 1863
nach dem Tode des Regierungsrathes
Prof. Zippe wurde Reuß an dessen
Stelle als ordentlicher Professor der
Mineralogie an die Universität In Wien
berufen. Daselbst war er zunächst bedacht,
daö sehr lückenhafte mineralogische Mu»
seum auf einen dem Stande der Wissen»
schaft entsprechenden Grad der Vollstän»
digkeit zu heben, auch hat er zahlreiche
wissenschaftliche Arbeiten in den Schriften der Akademie veröffentlicht, unter denen
die Monographie deS SteinsalzlagerS
von Wieliczka besonders zu erwähnen ist.
Gleich nach seiner Berufung nach Wien
wurde Reuß zum Mitgliede des k. k.
UnterrichtSratheS ernannt, in welcher
Stellung er an den zahlreichen Arbeiten
der Gymnasialsection sich
betheiligte.Diese
ersprießliche und umfassende Wirksamkeit
fand auch mannigfache Anerkennung und
Würdigung. Schon während seines Auf»
enthalteS in Prag hatte N. bei Gelegen»
heit der Jubelfeier der Breslauer Uni»
versität von dieser Hochschule das Ehren»
doctorat der Philosophie erhallen. Ebenso
wurde er bei dem Jubiläum der Wiener
Universität Kanaris ^ratia unter die
Zahl der Mitglieder deS Wiener philo»
sophischen DoctoreN'EollegiumS aufge»
nommen. I n Prag wurde er zweimal
zum Decan des philosophischen Profefso»
ren-CollegiumS gewählt und einmal ver»
sah er die Würde des RectorS der Prager
Universität. Mehrere gelehrte Gesellschaf,
ten des In . und Auslandes nahmen ihn
unter ihre Mitglieder auf, und gleich
nach der im Jahre 184? erfolgten Grün»
düng der kaiserlichen Akademie der Wis>
senschaften am 3. Februar 1848 wurde
R. zum wirklichen Mitgliede derselben
ernannt und in Würdigung seiner Ver>
dienste um Zehramt und Wissenschaft im
Jahre 1834 von Sr. Majestät mit dem
Ritterkreuze des Franz Ioseph-OrdenS
und später mit dem Orden der eisernen
Krone 3. Classe ausgezeichnet.
I. Uebersicht der va« August Nmannel Neuß
erschienenen Werke und Abhandlungen. —
») Selbfiständig herausgegebene: „Die Umge»
bungen uon Teplih und Bilin in Beziehung
auf ihre geognostischen Verhältnisse" (Prag
184«. 8».) sMch unter dem Titel- „Geogno»
stische Skizzen aus Böhmen", I. Theils. —
„Die Kleidegebilde des westlichen Böhmen«"
(Prag 1844, 8°.) »uch unt. d. Tit,: „Geo<
gnostische Skizzen auS Böhmen", H. Theil).
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon