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gimenter den Namen der Fürsten und Prinzen
Reuß, und zwar das Infanterie-Regiment
Nr, 17, dessen Inhaber im Jahre <673 Hein>
rich Graf Reuß -Plauen, k, Oberst, und
uon 18«l bis 1826 Heinrich XV. Fürst
Reuß 'P laue», tais. Feldmarschall, war;
dann dnö Infanteiie-Negiment Nr, 18, dessen
Inhaber Heinrich XI I I . Fürst Reuß>
Gieiz, kais. Feldzeunmeister, war, welcher
früher (von 1803 bis 18U9) das 18N9 reducirte
Infanterie-Regiment Nr. !>8 hatte; und das
Hu«zaren<Negimcnt Nr. 7, daS nun <836 bis
183? den Namen He! nrich'S I.XIV. Neuß>
Köstritz, Feldzeugmeister, führte. Von älte<
ren Fürsten Neuß, die zu Oesterreich in
näherer Beziehung stehen, sind anzuführen:
Heinrich V., Burggraf zu Meißen (geb.
24. August 1308, gest, 19. Mai 1544), unter
Kaiser Ka r l V. geheimer Ruth und oberster
Kanzler in Böhmen, der mit Mainaretha,
einer Tochter des Nikolaus Grafen Salm,
vermalt war. Wegen seines Antheils an dem
damaligen Religionskriege verlor cr aber die
meisten Lande in Böhmen, im Erzgebirge
und im Voigtlande, wo die Fürsten Reub
uordem reichbegütert waren; — Heinrich
der Aeltere uon der O b er» G reiz isch en
Linie (geb. 3. Mai 1627. gest, 8. März 1681)
war kaiserl, Rath, General,Wachtmeister und
Oberster und ein tapferer Degen; — Hein-
rich VI . Graf zu Plauen (geb.' 7. August
l049, gest. lL97), chursächsischer General.
Feldmarschall, tämpfle als solcher im kaiser>
lichen Heere in Ungarn gegen die Türken
that sich in der Schlacht bei Zenta im Jahre
169? durch seine Tapferkeit hernoc, erlag aber
auch den daselbst erhaltenen Wunden bei
Szegedin am <l. (2l.) October; — Hein»
rich IV. von der Un ter > Gr ei zische n
Linie (geb. 19. April !<>4S, «est. l2. Februar
1688) diente, nachdem er früher holländischer
Oberst gewesen, in der kaiserlichen Armee als
General'Wachtmeisteri — Heinrich IV. no»
der Unter.Wreiz ischen Linie (geb. 14, Fe<
bruar l7U2, gest, im November i?38) war
taiserl, Oberst des rheingräflichen Regiments,
als welcher er zu Wien starb; — Heinrich,
genannt Posthumus (geb. 10. Juni 1«72,
gest. 3. December 1635), bekleidete unter den
Kaisern Nudolph I I . . Math ias und F e r>
dinand I I . die Stelle eine« tais. Rathes
und wurde zu verschiedenen kaiserlichen 8ega<
tionen und Verhandlungen verwendet. Von
ihm rührt auch das S, 36l in der Genealogie
erwähnte Statut wegen der in der Familie zu beobachtenden NamenSzähluna her. Von
zwei anderen Fürsten Reuß, u. z. Hein-
rich I.XIV. Reuß.Köstritz uud Hein-
rich XV. Reuß-Pl l luen, sind schon oben
S. 357 u. 3»8 die ausführlicheren Lebens«
skizzen mitgetheilt worden. — Noch ist Einiges
über den Zuwachs an Würden im Hause
Neuß anzuführen. Der Ursprung des Hauses
leicht aus Urkunden nachweisbar in die Zeiten
Kar l 's deS Großen zurück und erscheint ein
Eckebrecht Graf zu Osterode, der um
9N0 unter den Kaisern Otto I., I I . und H I .
gedient, als der Stammvater des Geschlechtes.
AuS seiner Ehe mit Io rnande, Tochter
Aribas' Grafen zu G le ißberg und
Schwärzender«;, hatle er eine» Sohn
Heinrich I, ; dieser ist der Eiste, der sich
Voig t genannt auf welchen Titel die Reuß
solches Gewicht legten, daß die Neuß Her>
ren von Plauen den Grafen citel fahren
ließen und jenen eines Voigtes vorzogen,
Heinrich I I I . , genannt der Reiche, Kaiser
Friedrich's I. Hofmarlchall, des h. röm.
Reiches Voigt, Besitzer und Beschirmer des
ganzen Voigtlandes, legte allen aus seiner
Ehe mit Bertha geborn?« Herzogin von
Kärnthen gebornen uier Söhnen den Namen
Heinrich bei, der seither bei dem Hause
blieb, und theilte sein Land unter dieselben
derart, daß der Erste Voig l zu Weyda,
der Andere Vo ig t zu Plauen, der Dritte
Vo ig t zu Wreiz und der Vierte Vo ig t
zu Ncra sich nannten. Da sie sich dabei
von „Gottes Gnaden" schriebe» und den Rang
vor den Grafen beanspruchten, so entstanden
im l?. Iahrhundeite auf der Grafenbank des
deutschen NeicheS Streitigkeiten; man ging
so weit, obgleich schon ein Heinr i ch Reuß,
drr im Jahre 142L des h, röm. Reiches Hof»
richter ncwesen, von Kaiser S ig i smund
in den Reichsfürslenstand erhoben worden,
die Nrnfen würde der Neuß in Zweifel
zu ziehen. <ie verlangten oeninaäi im Jahre
l6?3 alle da,»als lebenden Sproßen deS Hau»
ses Rcuß die Erneuerung der Grafenwürde,
welche ihnen denn auch mit kaiserl. Patent
vom 26. August 1673 gegeben wurde, in Folge
desselben waren sie „im ganzen römischen
Reiche für recht geborene Grafen zu halten,
ihnen der Titel und Namen dero Reußen,
Grafen und Herren zu Planen, Herren zu
Gräih (Gieiz), Kianichfcld, Gera, Schleiz,
Lobenstein u. s, w, zu geben, und solle sie
Jedermann also nennen und schreiben". Nur
dall Churhaus Sachsen, welches Plauen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon