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Pokale, nach einer Zeichnung von van
der Nü l l und Eduard Enger th, mit
Beihilfe Adam Ram melmayer'S von
Joseph Glanz ausgeführt, überreicht.
Durch diese erfolgreiche Wirksamkeit hatte
N. den Ruf einer Specialität und Auto-
rität in Ausstellungsangelegenheiten er>
woiben und wurde er daher von Seite
der Staatsverwaltung wiederholt alsBe-
richterstatter zu den französischen und als
kaiserlicher Kommissär zu anderen außer,
österreichischen Ausstellungen abgeordnet;
ferner nach Mainz im Jahre 1842, nach
Berlin im Jahre 4844, nach München
im Jahre 1854. Für die österreichische
Industrie bei all' diesen Anlässen mit
gewohnter Gewissenhaftigkeit wirkend,
benutzte Reuter die günstige Gelegen-
heit, mit einer großen Anzahl technischer
Celebritäten in Verbindung zu treten.
Zu Anfang deö Jahres 1837 erhielt R.
die Mission, im technische» Cabinete Sr.
Majestät des Kaisers Ferdinand zu
wirken, mit der Aufgabe, dem Monarchen
abwechselnd mit dem nachmaligen Hof»
rathe Ritter von Burg die neuesten
Erzeugnisse der Industrie vorzuweisen
und zur Anschaffung für daö Cabinet zu
empfehlen. Im Jahre 184? wurde Reu-
ter zum ersten Custos des k. k. lechni»
scheu Cabinels ernannt, welche Stellung
er bis 1861 bekleidete, um von da ab
alS Vorstand der vereinigten technischen
Sammlungen deS Institutes und ,als
Professor der mechanischen Technologie
einen neuen Wirkungskreis zu betreten.
Die Lehrkanzel der mechanischen Techno»
logie, welche er bis zu seinem Ableben
innehatte, nahm alle seine Kräfte auch
über die festgesetzten Vorlesestunden voll»
ständig in Anspruch, umsomehr, als N.
bemüht war, seinen Schülern auch außer
den vorgeschriebenen Unterrichtstage»
dadurch Belehrung zu bieten, daß er mit ihnen Ausflüge zum StudiumderFabriks»
Etablissements Wiens und der Umgebung
unternahm. Nachdem die Studirenden
der Technik ihn früher zum Piotector
ihres Gesang» und Kranken»Vereins er>
wählt hatten, gaben sie ihren Gefühlen
für den verehrten Lehrer noch durch eine
zu Ende deS Schuljahres 1862 ihm
überreichte Dankadresse den lebhaftesten
Ausdruck. Ncben dieser amtlichen Thätig»
keit entwickelte aber Ä. eine andere, nicht
minder wichtige und einflußreiche. Alle
Zeit, die ihm sein Lehrberuf übrig ließ,
widmete R. seinem Liebliugskinde, dem
niederösiecreichischm Gewerbe»Vereine,
an dessen Wiege er gestanden. Nr hat
den Verein nicht nur mit in's Leben
gerufen, sondern auch seit der Gründung
desselben durch acht Jahre als erster
Secretär dessen Geschäfte geleitet' nicht
minder wirkte er später als Mitglied des
Vereins und betheiligte sich stets be! der
Verhandlung der zahlreichen, in dem»
selben erörterten wichtigen Fragen. Die
A'kchiue und Druckschriften deS Vereins
geben oft genug Zeugniß von Neuter's
schaffendem Geiste, seine Wirksamkeit
ging weit hinaus über die engen Grenzen
der Theorie', sie erstreckte sich über daS
große Gebiet deö praktischen Gewerbe»
lebenS, welches viele seiner Fortschritte
dem nimmerruhenden Feuereifer Neu»
ter'S zu danken hat. Darunter sind
besonders hervorzuheben seine mit Erfolg
gekrönten Bemühungen zur Vervollkomm»
nung der Construction von SicherheitS»
Schlössern und insbesondere sein Wirken
zur Hebung der Flachs, und Hanfcultur
und Industrie; für diefen letzteren, der
Bodencultur wie dem Gewerbebetriebe
gleich wichtigen Theil der Volkswirth.
schaft war Reuter unablässig und vor-
nehmlich in den Sommermonaten 1860
im Bannte mit wahrhaft apostolischem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon