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weisen, sind durch Heirathen männlicher wie!
weiblicher Seits mit dem höchsten ungarischen !
und nur ausnahmsweise mit auswärtigem
Adel verschwägert. Von ersterem weist aus
der Stammbaum die Namen der Horväth,
Gyulay, Czobor, Eßterhäzy, Ko<
häry, Scnnyey, Zay, Med» yänszky,
Pr6nay, Forgäch, Balassa, Pon<
gracz, Pälf fy, Nyary , Kealevick,
Hal l er u. A,, von Letzteren: Schafgot»
sche, Nbensberg, Carcacciolo und
Scdlnihky. — Der gegenwärtige Chef des
Hauses ist Simon Freiherr von Rsvay
(geb. ?. März 182»), Thuroczer Obergespan,
und aus seiner Ehe mit Helene Tajnay
Uater dreier Kinder: Sarolta, -Maria (s)
und Int ins (geb. <822),
II, Einige denkwürdige SprolZen ie« nngalischcn
Adelsgtschlechte« der Neuan. Außer den de>
reits oben angeführten sind noch erwähneus>
werth: 1. Nlexius Nsval). lebte im acht»
zehnten Jahrhunderte und war ein Sohn des
Nalthasar N6uay (gest. tä. September
1728) aus dessen Ehe mit Therese Schloß»
berg. Alexius trat zu Neutra in den
Orden der Franziskaner, in welchem er bereits
die Stelle des Quardians und Superiors.
bekleidete, als er mit einem Male das Klo»
sterleben aufgab, zu den Evangelischen über-
trat und im Jahre >752 als Candidat der
Gottesgelehrtheit auf der hohen Schule zu
Wittenberg erscheint, wo er daS nachstehende
Werk herausgab: ,DeS Herrn Ioh. Ios.
Grafen Trautsohn, Crzbischoffs zu
Wien ,c. Hirtenbrief, welchen er den 2, Iän<
ner l?32 an seine Geistlichkeit, besonders an
die Prediger abgelassen, hat nach der Richt»
schnür der evangelischen Wahrheit mit prak<
tischen, moralischen und theologischen Anmer«
kungen erkläret Alexius de Ncva, Aus dem
Lateinischen übersetzt" (Frankfurt und Leipzig
1752, 4°.). — 2. Anton Rsvay (gest.
. 26, December 1783), uon der Danielischen
Linie, ein Sohn des Grafen und Thuroczer
Obergespans Peter R. au« dessen Ehe mit
Christine Gräfin Eßterhllzy. Wdmete
sich dem geistlichen Stande, war von 1709
bis 173» Domherr zu Neutra und Propst zu
Vagujhelyi, wurde dann im Jahre 17?6
Bischof von Rosenau und kam in gleicher
Eigenschaft im Jahre 1780 nach Neutra, wo
er starb. — 3. I ranz von Rsuay (gest.
1. November 1353), ein Sohn des Ladis»
laus von N. aus dessen Ehe mit Anna Cßteleky, war ein in den Rechten des
ungarischen Volkes wohlerfahrener Mann, der
in der Kirchenbewe«ung, welche zu seiner Zeit
stattfand, eine große Rolle im Lande spielte.
Mit mehreren Genossen seines Standes, u, A.
mit Peter Freiherrn Persnyi , Kaspar Gra>
fen Dragf i , Thomas Grafen Nädasdy
und dessen Sohne Franz, mit den Thur>
zo'S. I l l sshäzy, Czobor, Balassa,
förderte er die Ausbreitung der evangelisch,
lutherischen Lehre in Ungarn, für welche zu
jener Zeit vornehmlich Mathias Deuay und
der Lutheraner Stöckel thätig waren. Auch
wurde Franz auf dem im Jahre 1542 ^
Preßburg abgehaltenen Convente einstim«
mig zum Pro-Palatin gewählt. Franz war
ferner Thuroczer Obergcspan, und hinter»
ließ aus seinen Ehen zuerst mit Barbara
Gyulay, dann mit Anna Paksy vier
Söhne und zwei Töchter, nämlich Michael,
Lorenz, Franz unc, Johann, welche alle
im Jahre 155L ungarische Barone wurden,
und Magdalena und Helena. Die Söhne
Michael, Franz und Johann pflanzten
das Geschlecht fort, jedoch blüht nur der von
Franz begründete Zweig bis zur Stunde.
— 4. Paul Freiherr von R6uay, aus der
Stephanischen Linie, lebte in der ersten Hälfte
des 18. Jahrhunderts, ein Sohn des Freiherrn
Thomas Sigmund u. R, aus dessen Ehe
mit Susanna Lehoczky. Dem geistlichen
Stnnde sich widmend, war rr zuerst Domherr
in Zips, dann l?3! zu Gran, wo er später
Domcustos und zuletzt Bischof in z»»illbu«
von Dibon wurde. In dieser Eigenschaft hat
er viel für die Kirche gethan, unter Anderem
der Kirche ein Antipendnim aus geschlagenem
Silber gewidmet, dem Seminar von St.
Stephan und der Capitelbibliothek ansehnliche
Schenkungen gemacht, u«d die Stiftungen
für die Kirchenmusik, die Domkicche und die
Lanbkirchen zu Csiffär und Neue» ansehnlich
vermehrt; auch taufte er in Tyrnau das an
das St, Stephans'Seminar angrenzende Haus
urH richtete es für die Zwecke des Seminars
und zur Aufnahme für die in die Stadt
kommenden Landgeisilichen vollkommen ein.
IMsmoi-i», Vasiüc:«,« 8ti-iL<nnsn»iL anno
132L, ^. lieimei ut L»LiI, I^osui»,, schm, 4».)
z>. 167.) — 5. Peter de Nsuau (geb. 2. Fe.
bruar 1508, gest. l7. Juli l«2ü), ein Sohn
des Freiherrn Michael aus dessen Ehe mit
mit Anna Vatich. R. war Obergespan de«
Thuroczer Comitates und zu Anbeginn des
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon