Seite - 382 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25
Bild der Seite - 382 -
Text der Seite - 382 -
Nevere 382 Nevere
einer immerhin fesselnden und bedeu»
tungövollen Geschichtsperiode ist, that
dem Weike Eintrag und war nichts
weniger als geeignet, den Dichterruhm
des Autors zu steigern, wenn es auch
seinen Namen, der nach nnd nach in
Vergessenheit gerathen war, etwaS wie»
der in den Vordergrund drängte. Bisher
hatte R. wohl Dramen und Dramatisches
geschrieben, aber die Bühne, für welche
zu arbeiten er doch längst entschlossen
war, war ihm verschlossen geblieben.
Nun aber wollte er es ernstlich mit der
Bühne versuchen, und er schrieb das
historische Drama: yHcwM«?^ «FaFasis.
^ a " , später gleichfalls bei Gugliel»
mini gedruckt, früher aber durch die
Darstellung Gustav Mod en a'S, der die
Titelrolle gab, und der Sadowski ,
welche mit der VanniuZ, cl'Ornano eine
der schönsten dramatischen Frauengestal»
ten schuf, eine Bereicherung der Bühne,
auf welcher das Stück oft und mit ent>
schiedenem Beifalle gegeben wurde. Nun
folgte auf derselben Bühne, dem loatro
ry, wo der „Zaillpisro" so glänzende
Aufnahme gefunden, ein zweites histori»
scheS Drama: „^Ma^^ess ck'Hscim«^",
das auch einen günstigen Ersolg hatte.
wenn auch die Kritik dem Autor nach»
wieS, mit, welchem Glücke er viele Stel>
len aus der Erzählung: „
6,08 N8p2Fuol8 oontro l»,
äo VoQi8b« (1618) von Sa int Räal
und auS dem Drama des Engländers
Otway entlehnt habe. Der Erfolg die»
sei Dramen erklart sich jedoch leicht da»
durch, daß R. darin hauptsächlich auf
Erweckung des vaterländischen Sinnes
hinzuwirken suchte, und daß sie, obgleich
ihnen eine glühende Phantasie und bis-
weilen streng künstlerische Composition
fehlen, doch durch edle Sprache und eine
geistvolle Charakter» und Situationen» schilderung sich auszeichnen. I n Rede»
re's Dramen finden sich, wie ein Kritiker,
wenn ich nicht irre, Carlo Cat taneo,
treffend bemerkt, „vier Dinge: Geschichte,
Trachten, Charaktere und Sprache",
immer vier Momente, die viel zum Ge>
lingen eineS dramatischen WerkeS bei»
tragen mögen. Indessen begannen sich
die Symptome der politischen Bewegun«
gen, deren Schauplatz Oberitalien werden
sollte, allmälig zu äußern, und wie immer
wcir die Poesie die Vorläuferin derselben.
Um diese Zeit schrieb Revere ein Ge>
dicht: »NarenFo", das er jedoch nur
im Freundeskreise mittheilte, und in der
„Nv^ta, Vuroxea" veröffentlichte er
eine historische Arbeit, welche er auch
sclbstständig unter dem Titel: „^a eao
lanä 1847) erschien. Mit einem Male
aber, die Gründe sind unbekannt, hielt
sich R. in Mailand nicht mehr sicher
und ^ flüchtete sich, nur bei Nacht und
Nebel wandernd, um den österreichischen
Soldaten, von denen er sich Schritt für
Schritt verfolgt glaubte, über die Berge
in die Schweiz. Die Gründe dieser plöh»
lichen Flucht, die vielleicht zunächst in
einer auS der Phantasie deS Dichters
entstandenen Furcht zu suchen wären,
sind bisher nicht bekannt geworden. Um
diese Zeit veröffentlichte N. ein Bündchen
„Huc>l>i<3onsttl" (I^ußI,no1847), welche,
wie eine frühere, „<3<?sFiw s a^siio"
betitelte Sonettensammlung des Dichters
eben nichts Bedeutendes enthalten und
auch geringe Beachtung fanden. Nun
begab er sich nach Piemont, und zwar
nach Turin, wo er eifriger Mitarbeiter
deS dort erscheinenden, von dem Depu»
tirten Lorenzo Valer io gegründeten
liberalen Journals „1^2 Oanaoräi«,"
wurde. Daselbst blieb er, bis ihn die
Märzereignisse des Jahres 1848 nach
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon