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Neyberger 399 Neyer
amte zuwendete. Dort wirkte ei biS
1786 am Gymnasium und wurde nun
von van Swieten, dem damaligen
StudieN'Präses, der aus einem von
Reyberger verfaßten ConcurSelaborat
dessen ausgezeichnete Begabung erkannte,
als Professor der Moraltheologie an die
Pesther Hochschule berufen, von welcher
er schon nach zwei Jahren in gleicher
Eigenschaft an jene von Wien kam. an
welcher er durch 22 Jahre gewirkt. Im
Jahre 1810 wurde R. zum wirklichen
niederösteneichischen RegierungSrathe er»
nannt, alsdann zum Rector der Wiener
Hochschule und am 7. November d. I .
im Stifle Melk zum Nbte desselben
gewählt. Seine erste wichtigere That
als Abt war die Errichtung eines Gym-
nasiumS ,'m Stifte, daS im Jahre 1811
für 40 Zöglinge in's Leben trat, und
für welches in den tüchtigen, wissenschaft-
lich gebildeten Stiftsgliedern. in der
reichen, gut bestellten Bibliothek, einer
ansehnlichen Mineralien« und Münz»
sammlung alle Elemente für ein wirk-
sames Gedeihen vorhanden waren. Nicht
lange war es dem Prälaten gegönnt,
auf seinem Posten zum Wohle deS Stif»
>teö zu wirken. Im Alter von 61 Jahren,
nachdem er acht Jahre dem Stifte vor»
gestanden, entriß ihn der Tod den Sei>
nen. Während seines Lehramtes hat er
folgende Werke herausgegeben: „sqste-
matische Anleitung M christlichm Sittenlchre
uder WllrllltlMlllgie" (Wien 1794, Beck,
gc. 8".); —
tomi tren (Vi onnae 1803—1809,
1er, 8<>. uikj.; oäiäo 2 ^ 1814; käit. 3 "
1819, Leok). Aus R/s Werken weht
der Geist eines aufgeklärten Theologen,
wie sich solche unter der Regierung der
großen Mar ia Theresia und ihres
erleuchteten Sohnes gebildet, und deren Ansichten und AuSsprüche im damaligen
katholischen Deutschland als maßgebend
galten und zur Richtschnur dienten. Als
Lehrer, wie auch später als Censor, wel»
ches Amt er in theologischen Schriften
mehrere Jahre versah, stand R. seiner
liberalen und duldsamen Ansichten wegen
in hoher Achtung. Bald nach seinem
Antritte der Abtswürde wollte R. die
durch die Gebrüder Pez hervorgerufe»
nen wissenschaftlichen Traditionen seines
StifteS, welche durch hie langen Kriegs«
jähre, von deren Drangsalen eben das
Stift Melk stark betrossen worden, in
den Hintergrund getreten waren, wieder
aufnehmen, und schon sehte er sich mit
den übrigen Stiftern und mit anderen
Freunden der vaterländischen Geschichte
in Verkehr, um die vorhandenen, noch
unbearbeiteten Quellen kritisch zu sichten
und neue, hie und da in Bibliotheken
und Archiven versteckte zu sammeln. An
der Vollendung seines Vorhabens hin>
derte ihn jedoch sein vorzeitiger Tod.
Ianitsch (Aemilian), Geschickte des uralten
und berühmten Venedittinerlliftcs Melk. Mit
der Biographie des verstorbenen Abtes A.
Reyberger (Wien 1819. «".). — Oeste»
reichö Pantheon. Gallerie alles Guten
und Nützlichen im Vaterlandc (Wien 183l.
M. Ehr. Adolph, 8°.) Vd. IV, S. L5. —
Oesterreichische National<En.chllo<
pädie von Gräffer und Ezilann (Wien
1833. 8°.) Bd. IV, S, 3»2. - Erneuerte
vaterländische Blätter für den öste»
reichlschen Kaiserstaat (Wien, 4°.) Jahrg. <818.
Intelligenzblatr Nr. 88«. 89-. Nekrolog.
Reychll. siehe: Reicha, Anton Joseph
und Joseph sS. 183 u. «39 dies. VdS.).
Reher, Constantin Freiherr von
(Bankier und Mi tg l ied auf Lebens»
dauer des Herrenhauses des österreichi»
schen Reichsrathes, geb. zu Trieft im
Jahre 1801). Ein Sohn des Triester
Großhändlers Franz ThaddäuS Rit.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon