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Reyniet nach Wien. Hier malle er
ein „Walbidqll", daS der Kunsthändler
Schwarz in Wien ankaufte. Hierauf
lieferte sein Pinsel eine Reihe von Wald»
stillleben, zum Theile im Künstlechause,
zum Theile im österreichischen Kunstver»
ein ausgestellt, imd zwar 1869: „Gin
Nanlrnhun« im bayerischm Oebirge"; —
187l): „Mädchen um Nrunnln"; — „
Will," (200 fi.)', — ,Snne ans l,em
zchen ZZüchwlllde" (200 st.)', dann mehrere
Stillleben u. dgl. m., welche von Kunst»
freunden u. A. angekauft wurden. In
letzter Zeit (1872) lebt und arbeitet der
Künstler in Salzburg, wo er boi seiner
Schwester, der Witwe des Wiener Hof-
Opern > Kapellmeisters Heinrich Esser
(gest. zu Salzburg 3. Juni 1872), in
Riedenburg, einer nächst Salzburg gele»
genen, an landschaftlichen Reizen reichen
Ansiedlung, wohnt.
Verzeichnisse der Monats-Ausstellungen des
österreichischen KunstoereinS (Wien, 8»,) l869,
März Nr. 90; l87l. Februar Nr, 96. —
Kataloge der Ausstellungen des Wiener
KünstlerhauseS seit l8?0.
Reziö, Franz Joseph (öechischer
Schulmann und Schriftsteller,
geb. zu Polehrad bei Prag 16. Jan-
ner 1819). Sein Pseudonym ist Pols-
hradsky und von seinem Geburtsorte
Polshrad entlehnt. Die erste Erziehung
erhielt er im Tlternhause, dann kam er auf
die Hauptschule nach BrandeiS. um dort,
wie sich der ^Llovnilc nauönF" auszu»
drücken beliebt, mit der Erlernung des
Deutschen „gequält" zu werben! Im I .
1830 ging er nach Prag und besuchte
dort unter Professor Franz S wob oda
vurch vier Jahre das Gymnasium, 1838
begann er die philosophischen und nach
deren Beendung die theologischen Stu»
dien, erlangte die philosophische Doctoc»
würde und Ende Juli 1842 die Priester» weihe. Während seines Aufenthaltes im
Priester°Seminar befreundet« er sich mit
Havlioek ^Nd. VI I I , S. 98), Kra-
tochuil ^Bd. XI I I , S. 143. Nr. 3)
u. A. Nach erlangten Weihen ging er
nach Peruc als Caplan, wo er einige
Monate blieb, bis er die Caplanstellc zu
Hostoun im Schlaner Bezirke erhielt.
Nachdem er noch auf einigen anderen
Orten in gleicher Eigenschaft thälig ge>
wesen, begab er sich nach Sachsen, wo
er in Dresden seinen LandSmann E.
Hrabst , Director deS dortigen katho»
lischen Gymnasiums, kennen lernte. I m
Jahre 1847 kehrte er nach Prag zurück,
war in der Seelsorge thätig, bis die
Wirren des Jahres 1848 auch ihn mit»
rissen, worauf er gleich seinem Freunde
Franz NahlowSky M . XX, S. 73)
verhaftet und auf dem Präger Schlosse
gefangen gehalten wurde. Nach seiner
Entlassung erhielt er die Cooperatorstelle
bei der Pfarre St. Wenzel in der Präger
Neustadt zugleich mit der Seelsorge im
k. k. Gefangenhause, welchen Posten er
bis zum Jahre 1836 versah, in welchem
die Pfarre aufgehoben und die Seelsorge
den Ligorianern übertragen wurde. In
der Zwischenzeit supplirte er auch in den
philosophischen Jahrgängen daS Lehramt
der Religion und Ccziehungskunde. Auf
einer im Jahre 1883 unternommenen
Reise durch den Kaiserstaat besuchte er
die Gefcmgenhäuser und veröffentlichte
seine Ansichten über die Anstallen im
Allgemeinen, wie über die Seelsorge in
denselben in einer besonderen Schrift
^vergleiche daS Verzeichniß seiner Schrif»
ten auf der nächsten Seite), und während
seiner Quiescenz im Jahre i886 besuchte
er auf einer Reise durch ganz Deutschland
die verschiedenen Schulen und Unter»
richtsanstallen, Lehrer-Seminarien und
dergleichen, und seine auf derselben
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon