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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Band 26
Seite - 145 -
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Niese-Stalldurg 143 Niese-Stallburg kaufte R. die Herrschaften Iungfern- BreLan, Wodolka und Chwatsrub und konnte nun seine auf dem Gebiete der Landwirthschaft bereits gemachten Ersah» rungen im größeren Umfange erproben. Um aber seine Thätigkeit nicht zu sehr zu zersplittern, verkaufte er das Gut Kamena. Auf seinen neuen Gütern setzte er nun mit dem besten Erfolge den schon erprobten Rapsbau fort; um aber auch die bäuerlichen Grundbesitzer aufzumun'- tern, unterstützte er dieselben mit eigenen Sämereien und setzte Prämien für erzielte vorzügliche Producte aus. Auch begann er den Anbau der Runkelrübe, gegen welche unter den damaligen Landwirthen ein durchaus unberechtigtes Vorurtheil herrschte, da sie ja, wie es sich bald her» ausstellte, bei der um sich greifenden Runkelrübenzucker- Fabrication eine in die national-ökonomischen Verhältnisse tief eingreifende Culturpflanze ist. Er er» baute auch eine Zuckerfabrik — die zweite im Lande, nach jener von Königsaal — befaßte sich anfanglich lediglich mit der Syruperzeugung, spater aber führte er in Wodolka auch die Zuckerraffmerie ein. In gleicher Weise leistete er auch in der Schafzucht, in Obst- und Gartencultur Ausgezeichnetes. Im Sommer 1834 ge- sellte er sich seinen ältesten Sohn, Werner Friedr ich, in seinen landwirthschaft' lichen Arbeiten bei, führte ihn überall in die Praris ein, übergab ihm unter seiner unmittelbaren Oberleitung den technischen Theil der Geschäftsführung und schickte ihn dann zur Vervollkommnung seiner landwirtschaftlichen Kenntnisse auf die berühmte Anstalt nach Hohenheim. Dabei stand R. mit dem wissenschaftlichen Er- gebniß in der Iandwirthschaft immer auf gleicher Höhe. Als großer Verehrer L i e> big's suchte er deffen wichtige Lehren der bis vor ihm wenig beachteten Boden» v. Würz dach. biogr. Lerikon. XXVI. lOet erschöpfung und des Ersatzes der Praxis dienstbar zu machen. Fast bis zu seinem Ableben führte er meist eigenhändig die Rechnung des Kcaftzustandes jedes ein« zelnen Feldes. schrieb demselben jede Verbesserung und Düngung zu und brachte jede Ernte in Abschlag. Aber nicht blos als Landwirth stand R. auf seinem Platze, er war überdieß ein libe- raler Staatsbürger, ein Verehrer der Kunst und Wissenschaft und ein großer Wohlthater, wenn er auch nicht, sobald er spendete, die Klingel zog. Evangeli« schen Glaubens, war er sehr religiös und die Liebe der Menschheit seine Religion. Als am 28. August 4862 in Nürnberg auf der 19. Hauptversamm» lung des evangelischen Vereines der Gustav Adolph-Stiftung bei dem Iah« resberichte die Liebesgaben einzelner Wohlthäter vorgelesen wurden, hieß es am Schluffe ganz einfach: „Von einem böhmischen Großgrundbesitzer sechstau- send Thaler". Dieser böhmische Groß« grundbefitzer war Math ias Freiherr von Ri ese-Sta l lburg. Dieß eine Beispiel für viele. Aber nicht blos die evangelische Mutterkirche, auch die katho« lische bedachte R. mit reichen Liebes- gaben. Die schöne Kirche auf seiner Herrschaft Wodolka hatte er erbauen las» sen; alle Sonn» und Feiertage betheilte er eine große Anzahl von Armen mit Geld oder ließ sie verköstigen. Oft wur> den an einem einzigen Feiertage über Tausend Gulden zu humanen Zwecken gespendet. Der Prager und den übrigen evangelischen Gemeinden in Böhmen ließ er reichliche Unterstützungen zukom» men. In den Jahren 1834 und 1833. in welchen die evangelische Kirche in Oesterreich sich nicht solcher Freiheit des Bekenntnisses erfreute wie in der Gegen« wart. versah R. den schwierigen Posten >r. 24. Sept. 1873.1 10
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rhedey-Rosenauer, Band 26
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rhedey-Rosenauer
Band
26
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1874
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
436
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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