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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Band 26
Seite - 154 -
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Seite - 154 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Band 26

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Nigler 134 Mgler edelster Bedeutung. Was ihn aber in der Unterrichtsfrage zunächst beschäftigte, war die Aufgabe, welche Stelle bei dem in den österreichischen Lehranstalten Herr» sehenden deutschen Unterricht die na« tionale Sprache — in seinem Schul, bezirke war es die slovenische —ein- zunehmen habe. Ts bestand dafür in Oesterreich weder eine Vorschrift, noch war die Sache bisher durch Erfahrung geregelt; er beschloß demnach die Gin« richtung derjenigen Lehranstalten im Aus« lande durch eigene Anschauung kennen zu lernen, wo wegen der beisammen be» stehenden deutschen und slavischen Volks- elemente beide Sprachen in den Unter- richt einbezogen sind. Solche Lehranstalten bestehen zunächst in Preußisch.Schlesien und in Sachsen. Er unternahm deßhalb im Juli 4830 eine Reise und hatte die Schulen in Ratibor, in Gleiwitz, Oppeln, Brieg, Neisse, Breslau, dann in Bautzen, Görlitz, Leipzig, Dresden, endlich in Leitmeritz, Prag, Brunn und Olmütz, im Ganzen 18 Gymnasien, besucht, und sich mit 37, darunter bedeutenden Schul» männern, wie mit Meh lhorn , Ka> bath, Sp i l le r , Zastra, Peschke, Dr. Ochmann, Krömer, Notter, Dr. Po HI. Dr. F. W. Hof fmann. Dr.Nobbe, vr .Wagner. Oberlehrer Hel lw ig , in unmittelbaren Verkehr gesetzt, und die Frage, um deren Lösung es sich handelte, mit ihnen eingehend erörtert, wie auch den auf den einzelnen Anstalten bestehenden UsuS aufmerksam studirt und darüber ein detaillirtes Tagebuch geführt. Das Ergebniß seiner Forschungen theilt, er in einer Stelle seines Tagebuches mit; sie lautet: „über die große Frage, wie das Slovenische gegenüber dem Deutschen an meinem Gymnasium zu behandeln sein würde, fand ich keine genügende Lösung. Daß der Beamte, der Seelsorger, den fein Loos bestimmt, mit dem slovenisch sprechenden Volke zu verkehren, dieser Sprache selbst mächtig sein soll, und zwar als der Gebildete, in einem höheren Maße als das Volk. darüber stimmen Alle überein. Allein ebenso fest steht es, daß die deutschen Regierungen, die über slavische Landestheile herrschen, dahin arbeiten, der deutschen Sprache und Ge» sittung überall Eingang und Uebergewicht zu verschaffen. Ja , es steht sogar fest, daß das Volk als Masse und Gesammt- heit diesem Eindringen der deutschen Sprache und Gesittung keineswegs fühl« baren Widerstand leistet. Es erblickt in der deutschen Sprache und Gesittung die Vermittlung zur höheren geistigen Aus» bildung, zur größeren Tüchtigkeit im Geschäftsleben, zu vielseitigem Vortheil» haftem Verkehre mit den deutschen Pro» vinzen. Ihm ist daher der Unterricht im Deutschen praktisches Bedürfniß, der Slave will die nöthige Kenntniß des Deutschen besitzen, und wenn er höhere Zwecke verfolgt, eine mehr als nöthige, vollkommen ausreichende und ihn dem Deutschen gleichstellende Kenntniß. Daß letzteres Ziel dadurch erreicht würde, wenn das Deutsche an den slavischen Gymnasien nur als Unterrichtszweig mit der erfor» derlichen Stundenzahl gelehrt würde, ist sehr zweifelhaft: daß aber jene für den künftigen Beamten und Seelsorger noth» wendige Sprachfertigkeit im Slavischen dadurch erreicht werden könne, wenn am Gymnasium die Muttersprache der slavi« schen Gymnasiasten zweckmäßig gelehrt würde, weil es ja eben Muttersprache ist und somit nicht eigentlich als etwas Fremdes angelernt, sondern nur dem Bewußtsein näher gerückt und besser ent» wickelt und ausgebildet werden soll, daran zweifelt Niemand. Somit stände
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rhedey-Rosenauer, Band 26
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rhedey-Rosenauer
Band
26
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1874
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
436
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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