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wunderungswürdigen Selbstbeherrschung
unterzog. Er besaß eine große Kenntniß
der Classiker. und H omer. Xenoph on,
Thukydides, Sophokles, Horaz
Sueton, Sal lust , Cicero, Taci-
tus und von den späteren und den
Heroen des Geistes in der Gegenwart
waren Shakespeare, Goeihe, Rol»
l in , Bukle seine stehende Lectüre. Daß
er schriftstellerisch nicht productiv war,
erklärt sein Biograph. Director Pein»
lich, der ihm in einer anregend geschrie-
benen Lebensskizze ein schönes Denkmal
gesetzt, folgendermaßen: I n den jüngeren
Jahren hielt ihn Bescheidenheit ab, die
er im höchsten Grade besaß; in den spä-
teren ließ ihm die gewissenhafte Erfüllung
seines pädagogischen Berufes keine Zeit
zu schriftstellerischer Thätigkeit. DaS
Tagebuch seiner zu pädagogischen Selbst«
studien unternommenen Reise läßt je-
doch nach den von Director Pein-
lich mitgetheilten kleinen Auszügen auf
einen Inhalt schließen, der vielleicht wei-
tere Verbreitung verdiente. Aus seiner
Ehe mit der Tochter des Marburger
Advocaten Oi-. Kaspar Sei l ler hinter-
ließ er sechs Kinder: drei Söhne und
drei Töchter.
Peinl ich (Richard Dr.). Friedlich Edler von
Nigler. Ein Lebensbild (Giatz <868, 8»..
2l S.). — (Peinlich, Richard Dr.) Fried«
rich Edler von Nigler, gestorben am 24. Sep.
tember 1867 (Gratz !867. kl. 8".. 14 S.). —
Gratz er Zeitung 1864, Nr. 93- „Scheiden
deö k. k. Schulrathes von Riglrr aus der
öffentlichen Wirksamkeit". —Ja hres bericht
des k. k. Obergymnasiums zu Gratz für 1868
(Gratz, Kienreich. 40.) S. 30.
Rigler, Lorenz(Arzt. geb. zu Gratz
in Steiermark 20. September 1813. gest.
ebenda 16. September 1862). Bruder
oder Stiefbruder des Schulrathes Fried-
rich von R. ss.d. Vorigen^; denn sein
Vater Franz X. Rigler , k. k. Staats- güter-Inspector für Steiermark besaß
aus vier Ehen 18 Kinder. Der Sohn
Lorenz erhielt nach beendeten philoso-
phischen Studien die Aufnahme in die
Iosephs'Akademie in Wien, wohin er
sich im Herbste 4833 begab. Daselbst
hatte er während der Studienzeit, 1833
bis 1837, mit mannigfachen Entbehrun-
gen zu kämpfen. Am 3. Februar 1833
wurde er Doctor der Medicin und Chi»
rurgie, Magister der Augenheilkunde und
Geburtshilfe, und gab aus diesem Anlasse
eine Abhandlung: „Neber öie Wuthkrankheit
deZ Menschen. Inangnral-Nissertlitimi" (Wien
1838, gr. 8".) heraus. Im Anbeginn
wendete er sich mit Vorliebe der Augen-
heilkunde zu und wurde am 1. Jänner
1839 zum Assistenten bei der damals
von Professor Jäger versehenen Lehr«
kanzel der Augenheilkunde ernannt. Er
arbeitete in dieser Zeit auch an einem
belgischen Journale für Augenheilkunde
mit, schrieb eine Preisschrift ophtalmolo«
gischen Inhalts, welche nach dem Aus-
spruche des Präsidenten der Gesellschaft
leider zu spät eingelangt war, sonst wäre
sie mit dem Preise gekrönt worden. In -
dessen widmete N. seine ganze Aufmerk-
samkeit dem Umschwünge zu, welcher
durch Skoda's Ernennung zum Prima-
rius im Jahre 1840 und durch daS
Erscheinen des großen Werkes uon Noki-
tansky im Jahre 1842 in der medici»
nischen Wissenschaft eingetreten war. Es
hatte nämlich die auf Grundlage der
Physik und pathologischen Anatomie
begründete Periode der Medicin be>
gönnen. Die Grundlagen deS ärztlichen
Handelns wurden völlig geändert, indem
man überall nach anatomischen Verände-
rungen des kranken Körpers suchte und
so hinter den täuschenden und wechseln«
den Symptomen die Einheit derselben,
die Kränkelt aufsuchte und oftmals fand,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon