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kummer 460 Nimmer
tungslose Diensteslaufbahn ist es nicht,
die ihm eine Stelle in diesem Werke
anweist. N. war ein fleißiger Schrift
sieller, wozu ihn seine tüchtige vielseitig
Bildung insbesondere befähigte. Wohl
hat er kein selbstständiges Werk heraus
gegeben, denn ein in den Frankl'schen
„Sonntagsblättern" angekündigtes Werk
aus seiner Feder, daS die Schicksale und
Wirksamkeit berühmter Männer der Ge>
genwart aus allen Sphären schildern,
die Porträte derselben bringen und in
Lieferungen erscheinen sollte, kam, ob-
gleich er darüber mit einer Wiener Buch»
Handlung bereits abgeschlossen hatte,
nicht zu Stande. Um so fleißiger aber
hat er sich als Mitarbeiter an den besten
periodischen Schriften seiner Zeit bethel
ligt. und außer thätiger Mitwirkung an
3. A. Fr an kl's „Sonntagsblättern'
lieferte er anonyme Beiträge für Bie<
dermann's „Deutsche Wochenschrift",
Baron Reden's „Statistische Zeitschrift"
und die „Kölniscke und Breslauer Zei-
tung" in den Jahren 4843 bis 1848.
Die meiste Thätigkeit jedoch entfaltete er
für „Die Grenzboten", welche eine große
Mannigfaltigkeit von politischen und
staatsökonomischen Aufsätzen seiner ge-
schickten Feder enthielten. I n seinem
Nachlasse sollten sich zwci fertige Manu»
scripte finden, deren Druck die Ungunst
der Zeitverhaltniffe bisher verhinderte.
Das eine ist ein Buch: „Ueber die
neueste holländische Literatur mit Cha«
rakteristiken der vorzüglichsten Dichter
und Schriftsteller, in Verbindung mit
einer historischen Skizze der literarischen
Entwicklung jenes Zweigvolkes germani»
schen Stammes" und die Frucht einer
stillen Vorliebe für das von Nichtkennern
verschmähte, dem Plattdeutschen ver-
wandte holländische Idiom; das andere
eine mit Bildnissen gezierte und mit AuS. zügen aus ihren Schriften belegte Samrn«
lung der berühmteren Frauen aller Natio-
nen, die stch auf dem Felde der Literatur
hervorgethan haben. Dieser Sammlung
ist eine Einleitung über die Stellung der
Frauen bei den verschiedenen Völkern und
in den verschiedenen Epochen vorange»
schickt. Was mit diesen Arbeiten geschehen,
ist nicht bekannt. I n seiner letzten Lebens-
zeit, hieß es, sei er irrsinnig gewesen, und
zwar habe ihn seine Neigung für die
Tochter eines hohen Staatsmannes, die
er anfänglich erwiedert glaubte, bis sick
das Gegentheil in einer für ihn sehr
bedenklichen und unangenehmen Weise
herausstellte, in Melancholie und allmälig
in Irrsinn gestürzt. Noch ist das Folgende
bemerkenswerth. Sein Schwager 3am»
plot (Pseudonym Talmpot) war bei
der Artillerie angestellt und aus dessen
Aufzeichnungen entstand das von Sie-
phan Thurn (Pseudonym für Adolph
Neustadt) herausgegebene Buch: „Aus
der Kaserne", das seiner Zeit in den
betheiligten Kreisen großes Aufsehen er»
regte. — Der folgende Hauptmann
Joseph Nimmer ist wohl allem An»
scheine nach Nimmer's älterer Bruder.
Fraukl l3udw. Aug. I)i-.). Honntaköblättrr
(Wien. 5".) IV. Jahrg. (lö'4U), S. 647. —
Neuigkeiten (Vrünner polit. Blatt) 18^5,
Nr 173. — Donau (Wiener polit Blatt)
4828, Nr. 286.
Nimmer, Joseph (k. k. Haupt '
mann, geb. zu Prag im Jahre 1814,
gest. zu Grab 13. Juli 1864). Sein
Vater war zuletzt penfionirter Artillerie«
Major und allem Anscheine nach möchte
Hauptmann Joseph Nimmer ein
Bruder A lber t R.'s j^ s. d. Vorigen^
fein. Nach beendeten philosophischen
Studien trat N. bei der Artillerie ein,
wurde im Mai l846 Feuerwerker im
Bombardiercorps und kam nach Verona.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon