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Nincolini 162 Nincolini
Elise Bacciocchi und Karoline,
vormaligen Königin von Neapel; wurde
im nämlichen Jahre auch Impf'Diftricts»
arzt und war fürIenner's Erfindung
in wirksamster Weise thätig, gab darüber
eine besondere Schrift in 2000 Exempla»
ren heraus, deren Ertrag er zum Besten
des StrafarbeitshauS.Fondes bestimmte,
und ließ im sogenannten Schreibwalde
bei Brunn auf eigene Kosten eine aus
Graphit gefertigte Büste Ienner's auf.
stellen. Baron in seiner „Biographie
Ienner's" (1838) gedenkt derselben,
und Ienner selbst sprach in einer
Audienz, die er bei Kaiser Alexander
von Rußland hatte, sich erfreut darüber
aus, in einer slavisch«österreichischen Pro>
vinz die erste Entdeckung seiner Anerken«
nung gemacht zu haben. Nun versah
R. zu wiederholten Malen provisorisch
die Stelle eines Kreisarztes zu Brunn,
im Jahre 4829 die Leitung des Straf-
hausspitals daselbst und erhielt im Jahre
1832 das Physicar auf dem Spielberge,
wo die Staatsgefangenen seiner Pflege
anvertraut waren. Neberdieß war er
durch 48 Jahre als Theaterarzt thätig.
Im Jahre 1832 wurde er nach 43 Dienst-
jähren jubilirt. Am 31. August 4858
feierte er sein 50jährigeSDoctorjubiläum,
bei welchem ihm seine Kollegen ein
Ehrengeschenk überreichten. Neben dieser
durch Ehrenzeugnifse, amtliche Belobun-
gen u. dgl. m. anerkannten Thätigkeit
als praktischer Arzt entfaltete R. eine
nicht minder wirksame und fruchtbare als
Schriftsteller auf medicinischem, literari»
schem und artistischem Gebiete, wie er
denn überhaupt zu den Vertretern und
Förderern des geistigen Lebens in Mäh«
ren zu zählen ist, welche wesentlichen
Antheil an der Cultur dieses Kronlandes
haben, das durch dieselbe viele Krön-
länder des Kaiserstaates überragt. R. hat folgende Schriften erscheinen lassen:
„Nrünns neue Badeanstalt" (Brunn 1814);
„Nag Prlluinzilll-Strat> nnd Arbeitshaus in
Vriinti. Gin Beitrag ;u Hllpkauer's Abhand-
lnng über Strathiinser mit besonderer Rücksicht
ant die im österreichischen Kaiserstaate bestehen-
den Anstalten" (ebd. 1816. 12".); — „Das
Grentschiner Nalt" (ebd. 1817); — „samm-
lnng Kleinerer Schritten, medicinisch-praktischen
Inhalts. Aus dem Französischen des Ludwig
Frank übersetzt" (ebd. 1817); — „Ueber
die Gltängnisskranklieiten" (Brunn 1827;
2. Aufl. 1830). Auch ist in dem auf
Kosten des Großherzogs von Toscana
herausgegebenen Werke: „ I xrlFioni 6.1
ZxikIberS« (1844) ein großer Theil der
Widerlegungen der jm Auslande verbrei«
teten, den Spielberg betreffenden Irr»
thümer aus R.'s Feder und von ihm mit
seinem Namen unterzeichnet. Außerdem
arbeitete R. an vielen Fach« und anderen
Blättern deS In» und Auslandes steißig
mit. So widerlegte er die Unrichtigkeiten,
welche das Pariser Journal H.6 niOHioino
über die Schlacht von Austerlih gebracht,
lieferte in den Altenburger medicinischen
Annalen und in Andrö's „HeSperuS"
zahlreiche Aufsähe; für Meusel'S ,3ite.
rarisches Deutschland" und die „Oester-
reichische National-Encyklopädie" zahl»
reiche biographische Notizen. Von seinen'
Mahren betreffenden, in Zeitschriften und
Sammelwerken erschienenen Abhandlun»
gen sind besonders erwähnenswerth in
der Morav ia 1.815, Nr. 73 -75 :
„Mährens Heilbäder und Gesundbrun«
nen"; — 1841, Nr. 29: „Historisch,
medicinische Notizen aus Mähren und
Schlesien"; — 1842. Nr. 58: „Der
Spielberg"; — inHormayr 's „Archiv
für Geschichte u. s. w." 1823, Nr. 110
bis 113: „Notizen über die in Mahren
vorhandenen vorzüglichen Kunstwerke der
Malereien" , welche spater, 1844. von
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon