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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Band 26
Seite - 165 -
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Minna Ninna "war bei den verkommenen Zuständen, in welchen die Venetianer die seit Jahr. Hunderten verwahrloste Provinz zurück- gelassen hatten, keine geringe Aufgabe; R. aber löste sie mit einem Geschi sondergleichen, und sein Andenken wurde lange noch, nachdem er das Land ver> lassen, daselbst in Ehren gehalten; auch übertrug ihm Kaiser Franz I. bei der Zurückerwerbung Dalmatiens im Jahre 1814 im besonderen Vertrauen und in Würdigung seiner Kenntniß der dortigen Personen und Verhältnisse den Vorschlag der zu ernennenden ersten Verwaltungs» beamten. Im October 1802 wurde R. Gubernialrath in Triest und übernahm di^ Leitung der Handels- und Schiff-, fahrt.ssachen. I n dieser Eigenschaft orga- uiszrte er die neu errichtete Börse, arbeitete das Börsenstütut aus und hatte nament- lich darin eine verwickelte Aufgabe zu lösen, daß er einerseits das von dem Feinde in's Leben gerufene Continental» systern aufrecht erhalten und doch dem dadurch tief geschädigten Handel im Zande allen nur möglichen Vorschub leistm sollte. Als dann im Jahre 1809 in Folge der Kriegsereignisse Oesterreich die Südprovinzen räumte, begab stch auch R. nach Wien. Im Juni 1810 wurde R. Gubernialrath in Prag, und als Graf Wa l l i s zum Staatsconferenz. minister nach Wien berufen wurde, über dessen Verwendung im März 1812 Hof- rath bei der k. k. allgemeinen Hofkammer daselbst. Auf diesem Posten wurde R. bei allen wichtigen Organisirungsbera- thungen beigezogen, so im Jahre 1813 bei der Grundsteuer-Negulinmg, im Jahre 1316 bei der Posteinrichtung und bei der Commerz-Commission. Im Jahre 1336 wurde er auch Beisitzer des obersten GefallsgerichteS. Am 30. Juni 1838 erfolgte seine Iuoillrung. Auch ist R. als Poet aufgetreten. Was er heraus- gegeben, ist nicht bekannt. Mehreres, darunter ein , christlich - philosophisches Drama: „Was ist Wahrheit?" zur Zeit der letzten Belagerung Jerusalems spie- lend, hat er in Handschrift zurückgelassen. I n den Jahren 1799, 1808 und 1809. in welchen sein engeres Vaterland Tirol eine so große Rolle spielte, mochte er wohl auch durch Gedichte und Lieder mit beigetragen haben, den Muth seiner Landsleute zu entstammen, R»'s große Verdienste als Staatsbeamter in so wich- tigen Perioden, als cs die waren, in denen er eben gedient, wurden mehrfach gewürdigt. Im Jahre 1812 wurde er mit dem Pradkate von Sarenbacb geadelt, im Jahre 1819 von den Tiroler Standen in ihre Matrikel aufgenommen, im Jahre 1838, mit dem Ritterkreuze des Leopold'Ordms ausgezeichnet und dem gemäß in den Ritterswnd erhoben. Für die Curatie seines Geburtsortes steuerte er ansehnlich zur Vergrößerung der Kirche bei, versah sie mit Ornamen» tm, einer neuen Orgel und Fonds zur Besoldung eines Organisten. Mit ihm erlosch auch der von ihm begründete Adel im Mannsstamme, da sein Sohn Ernst ^ d. Folg. im Textes und auch dessen beide Söhne noch vor ihm starben. R. uar zweimal verheirathet, aber nur aus 'einer ersten (1791 geschlossenen) Ehe hatte er einen Sohn und eine Tochter. — Der Sohn Ernst vollendete an der Wiener Hochschule seine wissenschaftliche Ausbildung, erlangte die medicmische Doctorwürde, wurde ein gesuchter prak< tischer Arzt und zuletzt Hofrath, starb aber vor seinem Vater, schon im Jahre 1837. Im Drucke erschien von ihm: „ Nepertlllimll im mrzüglich5ien Aurarteu, Heil- mittel, GprrlljihFZmrfhudln u. 5. m., w?!ch: mährend der letzten uier Iahrzehende angewendet
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rhedey-Rosenauer, Band 26
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rhedey-Rosenauer
Band
26
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1874
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
436
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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