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Unterbau zu dem berühmten alterthüm«
lichen Altar in der Kirche zu Refermarkt.
Im Jahre 1863 hieß es in den Blättern,
daß der Künstler mit einem kaiserlichen
Reiseftipendium sich nach Rom begebe.
Aber auch in einer andern Hinsicht noch
ist. Rint der Sohn erwähnenswerth.
Er ist ein geschickter Turner und hat bei
der großen Ueberschwemmung, welche im
Jahre 1862 in Oberösterreich statthatte,
damals 29 Jahre alt, mit „eigener Le«
bensgefahr", wie eö in der ihm gewor-
»> denen kaiserlichen Anerkennung ausdrück-
lich heißt, mehreren Personen, unter
anderen einem Vater mit vier Kindern,
den er von dem Dache deS reißend um-
strömten Hauses, dessen Mauern bereits
einzustürzen begannen, heruntergebracht.
daS Leben gerettet. Rint wurde dafür
in Anwesenheit der Gemeinderäthe, der
behördlichen Vorstände und des geladc.
nen Turnrathes festlich mit dem Ver-
dienstkreuze mit der Krone geschmückt.
Presse l862. Abendblatt Nr. 284. — Linzer
Zeitung 4862, Nr. 466, Mittheilung von
Adalbert St i f ter . — W an derer (Wiener
polit. Blatt) 1863, Nr. 313. — Wiener
Zei tung 1863. Nr. 236; 1867, Nr. 12l. —
Neue freie Presse 1867. Nr. 1!02. —
Neues F a m i l i e n ' I o u r n a l (Veilage
des neuen Wiener Tagblatt) 1867, Nr. 69.
Riotte. Philipp Jacob (Comp0'
nist. geb. zu St. Wendel bei Trier
16. August 1776. gest. zu Wien
20. August 1856). Ueber R io t t e ' s
Jugend« und Bildungsgeschichte liegen
keine Nachrichten vor. DaS Folgende
ist das erste ziemlich vollständige Mate-
rial eines, wenngleich nur elementaren
Lebensumrisses, theils aus meinen Samm»
lungen, theils aus Mittheilungen meines
werthen Freundes Dr. Aug. Schmidt.
Riotte scheint, wofür schon der Name
sprickt, auS einer französischen Emigran»
tenfamilie abzustammen. I n der Musik war A. Andrö in Offenbach sein Lehrer.
In die Oeffentlichkeit trat er zum ersten
Male als Clavier»Virtuose und Compo-
nist im Februar 1804 zu Frankfurt a. M.
Bald darauf erscheint er in Gotha als
Musikdirector, denn so nennt er sich
selbst auf zwei Claviersonaten, welche bei
Andrö in Offenbach im Jahre 1806
erschienen sind. und auf zwei anderen,
ebenda im Jahre 180? herausgegebenen,
die er „seiner" Herzogin Karol ine von
SachseN'Gotha, der zweiten Gema»
lin des Herzogs Emi l Leopold August,
widmete. Im Jahre 1808, zur Zeit deS
berühmten Fürsten congrejseS zu Erfurt,
den Napoleon vorn 2?. September
bis 14. October um sich versammelt
hatte und auf welchem außer vielen
Fürsten und Großen deS Reiches der
Kaiser von Rußland, die Könige von
Bayern. Sachsen, Württemberg und
Westphalen nebst ihren Gemalinen und
Prinzessinert zugegen waren, dirigirte R.
vor dem „Parterre von Königen" die
französischen Opernvorstellungen. Im
folgenden Jahre ist er bereits in Wien,
denn im April 1899 brachte er im
Karnthnerthor-Theater seine Aater oft
wiederholte Operette: „Nag Grenzztädtchln"
persönlich zur Aufführung, und einige
seiner damals erschienenen Compositio»
nen, darunter: „^m«ssmsn?s Fon?» ?s
mron^s s«?- ?e H^.", Oy. 6, und
0p. 22, fanden eine sehr beifällige Auf«
nähme. In Wien nahm er nun seinen
bleibenden Aufenthalt und wirkte daselbst
viele Jahre als Kapellmeister an den'
verschiedenen Vorstadt«Theatern der Re»
sidenz. Im Februar 1818 kam er an die
Stelle I . Kinsky's sBd. XI, S. 274),
der an daS Kantthnerthor-Theater war
berufen worden, als Kapellmeister zum
Theater an der Wien. Die weitere Thä«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon