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Nipke 176 . Nipke
Abtheilung Huszaren unternommenen
Angriff die ganze Arriöregarde, Artillerie
und Bagage von dem von ihm entdeckten
Feinde befreite. — Nicht minder zeichnete
er sich aus im Jahre 1747 bei der Vor-
rückung unserer Armee gegen Genua,
bei der Belagerung dieser Stadt, bei dem
Uebergange der Artillerie über die Ge>
birge, bei dem Angriffe von Bocchetta
und der Fratelli und bei der Zurückwei-
sung des feindlichen Ausfalles bei Cone-
gliano. — Bei Beginn des siebenjährigen
Krieges war R. bereits zum Major im
Generalftabe vorgerückt. Auch in diesem
Kriege hat R. eine Reihe von Waffen»
thaten aufzuweisen, die ihn ebenso als
tapferen wie umsichtigen Kriegsmann
bezeichnen. So bei der Ginnahme von
Zittau (49. Juli 1787). in der Schlacht
am Maysberge unweit Görlitz (7. Sep-
tember d. I.). dann bei der Belagerung
der Festung Schweidnitz (November d. I.),
wo namentlich sein Plan der Belage»
rungSarbeiten zur Nachtzeit sich ganz
vorzüglich bewahrte, und bei der bald
darauf (am 22. November) erfolgten
Einnahme von BreSlau und der (am
6. December stattgehabten) Schlacht bei
Leuthen, welche unglücklich für uns aus«
siel, in welcher aber durch R.'s umsichtige
Dispositionen ein beträchtlicher Theil
des Geschützes und der Bedienungs«
Mannschaft gerettet wurden. Auch im
Feldzuge des Jahres 1738 that sich N.
gleich im Beginne desselben bei der Be-
lagerung von Olmütz hervor, welche der
König nach dem am 30. Juni erfolgten
Ueberfalle seines Convois aufzugeben
gezwungen wurde. Bei Olmütz wurden
unter R.'s unmittelbarer Anleitung 30
Brücken zur Beförderung der Truppen
auf die andere Seite geschlagen; in der
Schlacht bei Hochkirch, in der Nacht vom
13. zum 14. October. war eS seiner be» herzten Recognoscirung gelungen, die
feindliche Stellung aufzufinden, in Folge
welcher der Ueberfall des feindlichen
Lagers vollkommen gelang; bei Lands»
Hut aber hatte er nicht nur den ganzen
Angriffsplan entworfen, sondern auch
durch seinen, mit einer Abtheilung Frei-
williger ausgeführten ersten Angriff we»
sentlich zum Gelingen der Action beige<
tragen. — Im Feldzuge deS Jahres 1739
feierte R. im Juli bei Friedland seinen
Ehrentag, er griff den preußischen Obrist»
leutenant Lüderitz an, nahm zwei Offi«
ciere mit eigener Hand gefangen, und
nach erfochtenem Siege waren der Com»
mandant mit 80 Officieren und 13t)
Mann in unserer Gewalt, und über
200 Mann todt und verwundet auf dem
Kampfplatze. Ausgezeichnete Dienste lei»
stete R. auch noch, als der preußische
General Fouquet unserem General
Harsch den Rückzug nach Böhmen ab»
schneiden wollte, wo R. die Truppen auf
solchen Wogen an ihr Ziel führte, daß
die Preußen zuletzt das Nachsehen hatten.
I n der Folge, im Jahre 1760. that sich
R. noch bei Liegnitz und bei Glatz her»
vor. Für seine Waffenthaten, insbeson»
dere für jene mit besonderer Bravour
ausgeführte bei Friedland, wurde R. in
der 3. Promotion (vom 23. Jänner 1760)
mit dem Ritterkreuze des Maria There«
sien-OrdenS ausgezeichnet. Im I . 1763
rückte R. zum Oberstlieutenant vor.
wurde zum Oberst.Schiffsamt übersetzt
und Commandant des Pontonier>Batail.
lons. Als solcher trat er mit der Ersiti«
düng eines Kriegsschiffes auf. dessen
Construction sich nach dem damaligen
Stande der Schiffsmechanik als sehr
vortheilhaft erwies. Im Jahre 1771
erfolgte seine Beförderung zum Obersten
in seiner Anstellung; R. legte aber in
einigen Jahren sein Commando nieder
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon