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steller und Künstler entschieden zurückzu-
weisen. Ferner war es R., der den erster
Impuls zur Errichtung eines Denkmals
in Prag für W. A. Mozar t gab. di
Geschäfte des Comites leitete und sich
überdieß bemühte, die sämmtlichen Werke
des unsterblichen Tonmeisters ausfindig
zu machen, zum allgemeinen Gebrauche
zu sammeln und mit dessen von dem
Bildhauer M ax in weißem Marmor aus
geführten woblgetroffenen Büste in einem
Saale der kaiserlichen Bibliothek in Prag
aufzustellen. ^Vergleiche darüber dieses
Lexikon, XIX. Bd.. S. 262: „Der Mo-
zartschrank in Prag.^ Bei einer am
48. Juni 4841 unternommenen Fahrt
hatte R. das Unglück, von dem Wagen,
mit dem die scheu gewordenen Pferde
durchgegangen waren, herabzustürzen
und die Hirnschale zu zerschmettern. I n
einem seinein Andenken gewidmeten Nach-
rufe heißt es wörtlich von ihm: „er hatte
sich im Felde als tapferer Krieger, im
Frieden als Freund des classischen Alter«
thums. der Wissenschaften und Künste,
wie auch als Schriftsteller ausgezeichnet,
und sowie or im Leben von Jedermann,
der ihn kannte, geschätzt und geachtei
wurde, so erregte auch sein unerwarteter,
augenblicklicher Tod das allgemeinste
Bedauern". Nit ter von Rit ters berg
war Mitglied einiger ausländischer und
fast der meisten Prager Humanitats« und
wissenschaftlichen Vereine. AuS seiner im
Jahre 1809 geschlossenen Ehe mit der
Tockter dcs Generals Voge l sang
überlebte ihn ein Sohn 3udwig, dessen
besondere Lebensskizze auf S. 187 folgt.
Oesterreich ische National» Encyklopä«
die von Gräffer und Czikanu (Wien
4835. 8«.) Bd. IV, S. 394. — Wiener
Zuschauer. herauSg. von I . S. Ebers»
derg (Wien, 8°.) 484t, Nr. 40. S. 797.
Ritter, Joseph, siehe S. 193. in den
Quellen Nr. 2 u. 3^>. Ritter, Karl (Blumenzüchter und
Hortolog, geb. zu 3 un g w i
tz bei Dres«
den im 1.1800). Die Schulen besuchte er
in seiner Vaterstadt Dresden, bezog dann
die Leipziger Hochschule, kehrte aber wie-
der nach Dresden zurück, wo er sich aus«
schließlich dem Studium der Gartenkunst
widmete und durch seine Geschicklichkeit
die Gunst des damaligen Prinzen, nach«
maligen Königs Anton von Sachsen
erwarb. Um sich in seiner Kunst noch
ferner auszubilden, begab sich R. im
Jahre 1817 nach Wien, wo er von sei»
nem Mäcen, dem Prinzen Anton, an
Kaiser FranzI . empfohlen, eine Unstet«
lung im kaiserlichen Wintergarten auf
der sogenannten Terrasse in der Hofburg
erhielt. I n dieser Anstellung setzte aber
R. seine theoretischen Studien, zu deren
Verbindung mit den praktischen ihm über»
dieß Gelegenheit geboten war, steißig
fort, benutzte die in den von ihm culti-
virten Richtungen an Prachtwerken aller
Art reiche Hofbibliothek, die Naturalien'
Cabinete, lernte Sprachen, Zeichnen,
legte Sammlungen aus der österreichi»
schen Flora an und betrieb überdieß
fleißig das Studium der Naturgeschichte,
emie und verwandten Fächer. Im
Jahre 1819 beauftragte ihn Kaiser
Franz I. mit einer naturhistorischen
Reise nach Hayti, welches Land eben
durch die damals veröffentlichten Schil-
derungen die Aufmerksamkeit von Natur«
forschern, namentlich Botanikern, erregte.
Im December 1819 schiffte N. zu Trieft
sich ein und gelangte Anfangs April
1820 an das Ziel seiner Reise. Obwohl
er mit Geschenken für den dortigen Neger-
könig versehen war, so fand er doch in
seinen Unternehmungen wenig Unter«
Atzung und konnte erst nach dessen Tode
'ich ganz der Lösung der übernommenen
Aufgabe widmen. Nach fast zweijährigem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon