Seite - 186 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Band 26
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Nitter 186 Aitter
Aufenthalte kehrte er mit einer reichen
Ausbeute von Naturalien aller Art nach
Wien zurück. Nach mehreren Jahren
veröffentlichte R. eine ausführliche Be>
sä-reibung seiner Reise und seines Auf«
enlhaltes in Hayti. I n Wien wirkte er
nun auf seinem Posten in den k. k. Hof-
qärtm. doch waren seiner reformatori-
schen Thätigkeit gar zu enge Grenzen
gesteckt. Durch mehrere in dieser unfrei«
willigen Muße ausgeführte Landschafts«
und Gartenbilder, Grundrisse u. dgl. m.,
von denen ein Heft im Drucke erschien,
mochte er die Aufmerksamkeit des Grafen
Ludwig Sz6chönyi "uf sich gelenkt ha-
ben. der ihm im I.1832 die Stelle eines
Ocirtendirectors auf seinen Besitzungen
antrug, welche R., um in einen entspre»
chenderen Wirkungskreis zu treten, auch
sofort annahm. Auf diesem Posten eröff»
uete sich ihm au6) in der That bald ein
weites Feld. Seine von ihm mit verhält-
mßmäßig geringen Kosten ausgeführten
Anlagen im Volksparke zu Preßburg,
wobei er cine verwahrloste, öde, von
Sümpfen unheimlich gemachte Wildniß
in einen lieblichen, von der Bevölkerung
dald als .Lieblingsaufenthalt gesuchten
Park verwandelt hatte, verbreiteten seinen
Ruf unter den Magnaten Ungarns, die
sich nun von ihm Pläne zu Parkanlagen,
Gartenverschönecungen u. dgl. m. anfer«
tigen ließen, so daß nach seinen Angaben
dieselben auf mehreren Gütern ungari»
scher Magnaten ausgeführt wurden.
Ueberdieß arbeitete er an einem größeren
Werke, in welchem er seine praktisch aus>
geführten Grundsätze in faßlicher Weise
für Blumenzüchter und Hortologen zu«
sammenstellte. Um sich in dieser Richtung
durch Augenschein in jenem Lande, das
in Bezug auf Gartenkunst und Park«
anlagen unübertroffen und mustergiltig
dasteht, zu unterrichten, unternahm er im Sommer 1833 eine Reife nach Eng.
land, wo er längere Zeit verweilte, wie
auch nach Frankeich, über welches er seine
Rückreise antrat. Als Schriftsteller in
seinem Fache thätig, hat Karl N i t te r
folgende Werke veröffentlicht: „Nie Kunst-
lichrn Treibereien der Früchte, Gemüse nnd
Blumen zu nligruillhlilichrr Jahreszeit, nach sechs-
Mrigen eigenen Erfahrungen nnd nachNicol
an5 dem Englischen mit uielen Bemerkungen
uermchrt". Mit 2 Kupfertaf., 3 Tab. und
1 lithogr. Abbildung der neuen Warm«
wafserheizungen (Wien 1834, Tendler,
gr. 8^.); — „Schlüssel, ;rn praktischen Gm-
tenliunst oder grmeinkassliche Vehre uan der
Anlegung und Umgestaltung kleiner Hausgärten
nach bestehenden Originalen. In eilt Planen
nebst genauer Beschreibung" (Stuttgart 1836,
Hoffmann, 8b.); — „NatnrhistllriZche Reize
nach der westindischen Insel Hatjti, ant Kuckn
des Kaisers non Oesterreich". Mit 3 Abbil-
düngen (Stuttgart 183?. Hallberger,
3er. 8".); — „Anleitung mn Verschönerung
der Landgüter und Allndschatten, nebst Vepilan-
znngsmrthllde der Felder, Arcker nnü Mesen nuch
englischrr Zrt". Nebst 7 Original-Kupfer«
tafeln (Wien 1839. Tendler, gr. 8".).
Außer diesen selbststandig erschienenen
Schriften, in welchen sich N. als gediego
ner Fachmann kundgibt, hatte er zu jener
Zeit, aus welcher diese Nachrichten über
snn Leben und seine Thätigkeit stammen,
noch druck fertig liegen: ein Lehrbuch der
Landschaflsgartenkunst, dann angeregt
durch die in Punct auf Horticultur so
lehrreichen Briefe eines Verstorbenen,
Briefe über Gärten und Gartenreisen
durch Ungarn, Deutschland. Frankreich,
England und die Schweiz und über die
I>1ok5uro ^rounäF der englischen Ladies ,
und ihre lieblichen Blumenarrangirungen
in unregelmäßigen und gleichen Farben«
mafsen für deutsche Damen. Es ist dem
Herausgeber dieses Lexikons nicht bekannt,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon