Seite - 196 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Band 26
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gearbeitete, daS Wichtigste erörternde
und den Nagel auf den Kopf treffende
Uebersichten ebenso wünschenswerth als
lohnend. An die Stelle von R.'s onto-
logischen Neuigkeiten traten dann mit
Nr. 140, 1822, des Archivs die polytech-
nischen Neuigkeiten von K. Karmarsch,
die mit ersteren Plan und Tendenz gemein
hatten. In neuester Zcit nahmen die im
bibliographischen Institut zu Hildburg-
hausen herausgegebenen, musterhaft redi-
girten und mit vortrefflichen Registern
versehenen Meyer'schen „Erganzungs.
hefte" einen Anlauf, dem Bedürfnisse des
höher gebildeten Publicums, daS jedoch
seinen Wissensdurst nicht in reinen Fach-
blättern befriedigen kann, abzuhelfen,
aber schon nach dem 6. oder 7. Bande
wurden Plan und Einrichtung dieser ein
ßig in ihrer Art dastehenden Halbmonat>
schrift geändert und leider endlich das
Werk ganz aufgegeben. Ri t t ig besaß
auch zwei höchst interessante Sammlun»
gen, nämlich eine Sammlung inlän»
discher Perlen und eine zweite von
Gemmen. Seine Perlensammlung
enthielt vom ersten Keime des Perlen»
ansatzes bis zur vollendeten Reife alle
Bildungsabstufungen, Variationen und
Farbennuancirungen der in Oesterreich
vorkommenden Perlen. Sie zählte im
Ganzen 2222 Stück, ohne hiezu die
besonders sortirten Perlenmuscheln und
die getrockneten Muschelthiere, welche
Perlen im Kopfe, in den Lippen, im
Magen, in den Muskeln und Füßen
haben, und die bedeutenderen Spielarten
von Perlen zu rechnen, welche dem
Wahne der Perlenfischer nach aus Ueber,
reife zerflossen. — Die G emmensamm»
lung Rit t ig 's aber bestand aus Ab-
güffen reinster Art der berühmten Gem«
men von Johann Pichler ^Bd. XXII ,
S. 233^, welche im Ganzen 1232 Stück, und zwar 213 moderne, 674 egyptische.
etruskische und griechische, und 363 latei-
nische Gemmen, theils Cameen, theils
Intagliosen enthielt. Was aus beiden
Sammlungen nach Ritt ig 's Tode ge»
schehen, ist nicht bekannt. Als R i t t ig
starb, widmete M. G. Saph i r dem zu
früh Hingeschiedenen in H o r m a y r's
„Archiv" 1822, Nr. 123 u. 123, einen
tief empfundenen Nachruf.
Oesterreichische Nat iona l < Ency klo«
padie von Gräffer und Czikann (Wien
1833, 8".) Bd. IV, S. 396. — (H o r m a y r's)
Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur
und Kunst (Wien, 4".) Iahrg, l82l, S. 48?;
l822. Nr, l23 u. 124; 5823, S. 620. —
Gr äffer (Franz), Wiener Dosenstücke u.
s. w. (Wien 4832, I . F. Groß, 8°.) Bd. I I ,
S. 236.
Mttinger, Peter Ritter von (Berg.
mann und Fachschriftsteller, geb.
zu Neu titsch ein in Mahren 23. Jan-
ner 1811. gest. zu Wien 7. December
1872). Der Sohn armer Eltern, die er
überdieß früh verlor. Fremde Wohlthä-
ter nahmen sich des verwaisten mittel»
losen Knaben an und sorgten sür seine
Erziehung. Nach beendeter Volksschule
besuchte R. das Gymnasium in Leipnik,
hörte die philosophischen und juridischen
Studien an der damaligen Hochschule
zu Olmütz und betrieb mit besonderer
Vorliebe das Studium der Mathematik
und Physik, ferner der Landwirthfchaft,
aus welch letzterer er auch den praktischen
Wirthschastsbeamten Unterricht ertheilte.
Nach beendeten juridischen Studien
wählte er, seiner Neigung folgend, die
montanistische Laufbahn, bezog die Berg.
und Forstakademie zu Schemnitz und
beendete die Studien daselbst im Jahre
1839. Noch als Zögling der Akademie
hielt er Vortrage über höhere Mathema«
tik und Perspectivzeichnung, über welch
letztere er auch damals schon sein erstes
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon