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einem Maie zum Studium der Theologie.
So wenig seine Ansichten für diesen
Stand paffen mochten, so besaß er doch
in seiner einfachen zurückgezogenen L^
bensweise, in seiner Vorliebe, sich in die
Gedankenwelt zu vertiefen, und in seinem
Hange zur Einsamkeit immerhin Eignung
für denselben, und in der That vollendete
er in Klagenfurt die theologischen Stu-
dien und erlangte im Jahre 4844 —
damals 28 Jahre alt — d!e h. Weihen.
Nun war N. vorerst in der Seelsorge
thätig, betrieb aber zu gleicher Zeit das
Studium der Philosophie, und vomehm«
Uä' waren es die Schriften Günther's
^Bd. V I , S. 10). auf welche ihn sein
Spiritual aufmerksam gemacht, mit deren
Studium er sich beschäftigte. Im Jahre
1848 übernahm Rizzi die. „Klagenfur-
ter Zeitung", deren Redaction er mit
einiger Unterbrechung bis an sein Lebens»
endo fortführte. I n der Zwischenzeit,
1849. 4830 und 1831, begründete er in
Villack die „Deutsche Monatschrift aus
Kärnthen", wovon ein vollständiger
Band in 42 Heften und von einem zwei-
ten Bande nur 3 Hefte erschienen sind.
Schon die „Klagenfurter Zeitung" erfuhr
unter ihm einen Ums'hwung. dessen sich
welüge Provinzblätter in der nachmärz-
lichen Periode rühmen konnten, und
wenngleich ein officielles Blatt, vertrat
eS mit Liebe und Begeisterung den neuen
freiheitlichen Aufschwung Oesterreichs,
und verstand N. eS darin, die reichen
Schatze seines Gemüthes in fesselnder
und unmuthiger Weise durch Rede und
Schrift auch Anderen zugänglich zu
machen. Noch mehr aber geschah dieß in
seiner „Deutschen Monatschrift" , von
welcher Domherr Heinrich Hermann
bemerkt, daß sie, obgleich oppositionell,
im Gegensatze zu dem im gleichen Ver«
lagsorte Villach erschienenen, „in Maku« latur geschlagen zu werden verdienenden"
„Volksfreunde" dock angeführt werden
muß, weil sie von wissenschaftlichem
Werthe ist und außer den Zeitfragen
jene der. heimischen Literatur, besonders
über Poesie. Ethnographie. Kirchen, und
Staatsrecht behandelt. Die meisten Arti-
kel in der „Deutschen Monatschrift" sind
aus Rizzi'S Feder geflossen. Nachdem
die „Monatschrift" weniger wegen Man«
gel an Theilnahme, als ob der Conflicte,
in welche der Redacteur in seiner Stel-
lung als Priester gerieth, eingegangen
war, redigirte R. nur mehr die „Klagen-
furter Zeitung". Imm'r von schwäch-
licher Gesundheit, welche in den vielen,
unter Entbehrungen mannigfachster Art
verlebten Jahren nicht gekräftigt worden,
kränkelte er in den letzten Jahren sichtlich
und suchie schon in dem seinemTodcsjahre
vorangegangenen Sommer seine bereits
tief erschütterte Gesundheit durch eineCur
im kärnthnerischen Badeorte St. Leon«
hard zu klüftigen. Thatsächlich hatte auch
die frische Gebirgölust ihren wirksamen
Einfluß auf R. nicht verläugnet, aber
dieser Zustand einer Besserung war nicht
von Dauer. Kurze Zeit nach seiner Rück'
kehr stellten die alten Leiden in ener»
gischerer Weise sich ein und rafften ihn
im Alter von erst 40 Jahren dahin. Wie
schon bemerkt, der größte Theil seiner
Arbeiten ist in der „Deutschen Monat-
schrift" und in der „Klagenfurter Zei>
tung" enthalten. Gedichte R.'s finden
sich seit 4834 und in den folgenden Jah-
ren im Laibacher „Illyrischen Blatte",
in der von Sim. Martin Mayer redi-
girten „Carinthia". im I. und IV. Jahr»
gange der „Carniolia", unter diesen das
herrliche, an Anastasius Grün („An
einen vaterländischen Dichter"). DaS
Manuscript seiner gesammelten Gedichte
in losen Quartblättern hatte R. selbst
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon