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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Band 26
Seite - 207 -
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Seite - 207 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Band 26

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207 schon seit Jahren druckfertig liegen. Seine ihn überlebende Schwester hatte es dann an Paul Renn jMd. XXV, S. 29 um deren Druck zu bewerkstelligen, über- geben. Paul Renn starb in unzurech nungsfahigem Zustande und was mit dem Manuscripte von Rizzi's Dichlun gen geworden, weiß Niemand. Rizzi ist eine, wenn leider auch wenig gekannte, nichtsdestoweniger als Publicist, Kritiker und Poet bedeutende Persönlichkeit. Einer seiner Biographen schreibt über ihn: „Obgleich Kosmopolit in geistiger Rich. tung, hing sein Herz doch treu und lie- bend an seiner Heimat Kärnthen. Rizzi war ein glänzender Repräsentant seiner Zeit in der edlen Bedeutung des Wortes. I n seinem allseitig empfänglichen Geiste spiegelten sich die Strebungen und Kämpfe einer höchst merkwürdigen Epoche ab. Schon vor der revolutionären Bewe- gung, welche ein gebundenes Denken zum freien entfesselte, studirte R. eifrig Gün the r ' s philosophische Schriften. Auf der Höhe einer universalen Bildung stehend, ist Rizzi nicht allein als Poet, Novellist und Kritiker, sondern vorzüglich auch als Publicist aufzufassen. Seine Aufsahe sind heute noch lobenswerth." In ganz Kärnthen war er eine populäre Persönlichkeit, ihm näher Stehende rühm« ten seine Unterhaltungsgabe. Im Schrei- ben und Sprechen verstand er die große Kunst, allseitig geistig anzuregen; die Schärfe und Klarheit seines Verstandes und sein tiefgemüthlicher Humor ver« einigten sich, um seine Persönlichkeit zu heben. Als Novellist entwickelte er, wie als Lyriker, einen farbenreichen, blumigen Styl. Seine bedeutendsten Novellen sind : „Der Beschränkte" und „Wir haben sie glücklich gemacht". I n den österreichi« schen Bewegungsjahren bewies er maß» volle Besonnenheit und trat jetzt erst eigentlich als Publicist auf. Als solchem kamen ihm seine Logik, die consequente Durchführung eines Gedankens, die über» zeugende Kraft der Rede wohl zu statten. Er besaß alle Eigenschaften eines gedie» genen Journalisten, nicht der Schule von heute, in welcher sich Leute, die nichts gelernt haben und auch nichts lernen wollen,- mit diesem dadurch in Mißcredit gekommenen Namen brüsten. Als Theo» log war er von der ungefalschten christli« chen Weltanschauung ganz durchdrungen. Seine Predigten zeichneten sich durch edle Einfachheit und reiche Kenntniß aus. Ob die Absicht, die Stelle,, wo seine irdische Hülle schlummert. durch ein Denkmal zu schmücken, verwirklicht wor» den, ist dem Herausgeber dieses Lexikons, der dem unvergeßlichen, ihm so theuren Freunde in diesen Zeilen ein geistiges Denkmal setzt, leider nicht bekannt. Der Aufmerksame (Gratzer Blatt. 4°.) 1837, Nr. 9. — Ziovouski xri. i 'ats1, d. i der slovmische Freund (Klagenfurter slo« uenischrS Blatt. gr. 8«.) 1836. Nr. 48. — Klagenfu,rter Zeitung 1836, Nr. 46; — dieselbe 1836. Nr. 33 : „Blatt der Erinnerung ' auf V. Rizzi's Grab", von Paul Renn. — Blätter aus Krain (Laibach, 40.) 1837. Nr. 11 S. 43. — Hermann (Heinrich), Handbuch dcr Geschichte des Herzogthums Kärnthen in Vereinigung mit den österreichi- schen Fürstenthümern (Klagenfurt 1860 u. f.. I . Leon. 80.) i n . Band, 3. Heft: Cultur« geschichte Kärnthens vom Jahre 1790—1887, S. 138. 160, 234. — Kehr ein (Jas.). Bio» graphisch-literarisches Lerikon der katholischen deutschen Dichter, Volks- und Iugendschrift« steller im 19. Jahrhundert (Zürch. Stuttgart u. Würzburg 1870. Leo Wörl. gr. 8".) Bd. I I , S. 86. — 1. Noch ist eines Humanisten Namens Rizzi aus Stcnico in Südtirol (?), dessen Taufname nicht bekannt ist, zu gedenken, der im Jänner 1867 starb und sein ganzes Ver- mögen im Betrage von 30—40.000 fl. für die Irrenanstalt zu Hall in Tirol verschrieb. Wiener Zeitung 1867, Nr. vom 15/«8. Jänner.^ — 2. Ferner ist erwähnenswerlh der Venezianer Maler Lorenzo Rizzi der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rhedey-Rosenauer, Band 26
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rhedey-Rosenauer
Band
26
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1874
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
436
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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