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Gegenwart, der als kais. öfterr. Zögling an
der Kunstakademie in Venedig seine Ausbil-
dung erhielt. Von ihm waren in der Kunst
ausstellung in Venedig im Jahre 1356 zu
sehen: „Marino Faliero auf seinem Gang
zur Hinrichtung" und „Julie Capuletti nimmt
den Schlaftrunk".
Roba. auch R M a . Franz (Bi ld
Hauer, geb. zu Venedig, lebte im
18. Jahrhunderte). Dieser Künstler, der
auch mit zwei b, Robba, geschrieben
erscheint und dessen kein Künstler.Lexikon,
selbst Na gler, nicht gedenkt, lebte und
arbeitete viele Jahre in Laibach, wo auch
mehrere Werke seines Meißels noch vor«
Handen sind. Die Zeit seines Aufenthaltes
daselbst fällt in die letzten zwei Iahrzehnde
der ersten Halste des 18. Jahrhunderts.
Im Jahre 1728 vollendete er aus Mai>
mor eine Büste des Kaisers Kar l VI.,
welche zur Ausschmückung eines Triumph'«
bogens bestimmt war und solchen Beifall
fand, daß sie später im Stadthause —
ob damit das Magistratsgebäude. die
Landeshauptmanns-Residenz, oder das
Ständehaus gemeint, ist nicht zu bestim-
men — aufgestellt wurde. Im Jahre
1733 begann er in Laibach auf dem
Marktplatze, gegenüber dem Rathhause,
den neuen Brunnen, bestehend aus einer
30 Fuß hohen Pyramide, nebst vier
kolossalen Figuren aus Marmor, die aus
Nasen und Ohren und anderen Oeffnun-
gen Wasser von sich geben, von welchen
H. G. Hoff in dem in den Quellen an»
geführten Werke bemerkt, „daß sie jeder
Kenner noch heutigen Tages bewundert,
und daß Stellung und Ausdruck dieser
Figuren in der That auch bewunderungs«
würdig seien". Roba arbeitete an die»
sem Brunnen zehn Jahre und wurde in
Anerkennung seines Werkes Bürger der
Stadt Laibach. Im Jahre 1732 arbeitete
er für die damalige Jesuiten», heutige
Stadtpfarrkirche zu St. Jacob einen marmornen Altar sammt Tabernakel und
zwei schwebende Engel, womit R., wiä
Hoff schreibt, ein „großes Meisterstück"
geliefert. Auf der Rückseite des Altars
rechts ist Roba's Name eingemeißelt zu
lesen. Endlich sind von ihm noch in der
Kathedral- oder St. Nikolauskirche ebenda
zwei äußerst gelungen ausgeführte Engel
am Tabernakel des Dreifaltigkeitsaltars,
aus italienischem Marmor gemeißelt, be>
kamit, wofür R. die für jene Zeiten an-
sehnliche Summe von 3230 fl. in Silber
erhalten hat. Wohl werden in Laibach
und vielleicht in Kircben und Schlossern
Krams noch mehrere Arbeiten R.'-s, über
dessen Lebensumstände übrigens nichts
Näheres vorliegt, vorkommen.
Mit the i lungen des historischen Vereins für
Kram (Laibach. 4°.) Jahrg. 1838, S. 69. —
Hofs (Heinrich Georg), Histor. geogr. Ge,
mälde von Krain (Laibach 1803), S. 88, 102
u. 105. — ^u5kNsvlc>6«öolNsül ^Ivan),
slovnik umMuika.1i i'u308la.v6Q3kib, d. i.
Lexikon dersüdslavischenKünstler (Agram 1539,
L, Gai, gr. s".) S. 3?o.
Roblltz, Ferdinand Mi ldhauer ,
geb. zuOm lowitz in Böhmen im Jahre
4730, gest. zu Dresden im Jahre
1733). Ueber diesen früh Hingeschiedenen
Künstler verdanken wir nur Na gler
einige dürftige Nachrichten. Er kam nach
Dresden, wo er bei dem Hofbildhauer
Peter Coudray (gest. 1770) arbeitete.
Er war ein Künstler von Talent, welches
aber nicht zur Ausbildung gelangte, da
er sich in einem Anfalle tiefer Melancholie
im Alter von erst 23 Jahren selbst daS
Leben nahm. — Ein anderer Künstler
gleichen Namens, August Robatz, ge-
hört aber unserem Jahrhunderte an. Er
lebte im ersten Viertel desselben zu Wien
und im Jahre 4816 in der Iahres-Aus-
stellung in der k. k. Akademie der bilden»
den Künste bei St. Anna in Wien waren
von ihm zu fehen eine Marmorbüste:
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon