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Nochoß 248 Nodakowski
der kön. böhmischen Gesellschaft der Wis-
senschaften zu Prag, der k. k. galizischen
Landwirthschafts-Gesellschaft zu Lemberg
der physikalischen Gesellschaft zu Frank
fürt a. M., der kais. russischen Gesell
schafr der Nalurforscher zu Moskau u.
s. w.. u. s. w.
Poggendorff ( I . C.). Biographisch'literari,
sches Handwörterbuch zur Geschichte der erac
ten Wissenschaften (Leipzig 18ä9, Ioh. Ambr,
Barth, 8".) Vd. I I , Sp. 669 — Porträte,
i) Unterschrift. Facsimile des Namenszuges:
>I. Dr. Friedrich Rochleder. A. Dauthage
1853 nach der Natur gez. u. lith. (gedr. bei
I . Höfelich in Wien, Fol); — 2) Unter,
schrift: Facsimile des Namenszuges. R. Ho ff.
mann l836. Nach einer Photographie von
C. v. Iagemann l^ in G. A. v. Lenoi r's „Gal-
^erie ausgezeichneter Naturforscher" (Wien.
Fol.).
, Stephan (Schulmann,
geb. in Ungarn). Zeitgenoß. Schon im
Jahre 1L62, als die Journale über ihn
berichteten, hieß es. daß er im hohen
Alter stehe. Ueber seine Lebensverhält.
nifse ist nur bekannt, daß er in Neusohl
als evangelischer Schullehrer lebte. Von
Jugend auf ein großer Freund der Natur,
hatte er sich seit frühester Zeit mit Sam-
meln von Naturgegenständen beschäftigt
und unter anderem eine große Samm-
lung von Schmetterlingen zu Stande
gebracht. Als er gewahr wurde, daß di>.'
Originale durch den Einfluß der Zeit
und durch Motten zu Grunde gehen,
gerieth er auf den Gedanken, Schmetten-
linge nach den Originalen abzubilden.
So begann er im 48. Jahre systematisch
die Abbildung der ihm bekannten Schmer«
terlinge und arbeitete 46 Jahre daran
fort, bis er in seinem 64. Jahre 4402
Exemplare auf 32 Tafeln abgebildet
halte. Dabei ging er bei dieser Art rein
als Autodidakt vor, da er nie zeichnen
gelernt hatte. Auch bildete er seine
Schmetterlinge nicht nach Zeichnungen, sondern immer nach den Originalen der
Natur ab, so daß er sich dieselben bei
Schmetterlingen fremder Welttheile aus
den Museen entlehnen mußte. Bei der
Genauigkeit, welche er in seiner Arbeit
beobachtete, gab er die Defecte des Ori-
ginals in der Zeichnung wieder, so daß
z. B., wenn dem Originale die Fühl-
hörner oder ein Fuß fehlte, diese auf
der Abbildung nicht ergänzt waren.
Im Uebrigen waren seine Abbildun-
gen mit musterhafter Treue und gro»
ßer Farbenfrische ausgeführt und daß
treueste Spiegelbild der Natur. Als er
diese Sammlung im Frühlinge 1862
nach Pesth brachte, traf man Anstalten,
sie. obgleich sie verspätet eintraf, zur
Ausstellung nach London zu schicken.
Jedoch muß dieß nicht mehr gelungen
sein, denn Arenstein's „Oesterreichi»
scher Katalog der Londoner Ausstellung
1862" führt weder Rochoß noch seine
Schmetterlinge an. Als ein vielleicht
noch erheblicheres Verdienst des greisen
evangelischen Schulmannes sei auch be-
merkt, daß er der Gründer der Klein-
kinder>Bewahranstalt in Neusohl ist.
Pester Lloyd (volit. Blatt) 1862. Nr. 62. in
der Nubrik „Tagesneuigkeiten".
Roöiö, siche: Nocci, Anton, S. 213.
Nockerl, stehe: Rokert.
Rodllkowski, Heinrich M a l e r . geb.
zu Lemberg im Jahre 1823). Die
unteren Schulen, daS Gymnasium und
die philosophischen Studien beendete er
in seiner Vaterstadt, dann begab er sich
nach Wien. um dort die Rechte zu studi-
ren; im Jahre 1846 ging er aber, um
seiner künstlerischen Neigung zu folgen,
nach Paris, wo er im Atelier des be«
rühmten Leon Cogniet sich in der
Malerkunst ausbildete. I n die Oeffent«
lichkeit trat er zum ersten Male mit einem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon