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dessen Ausbildung. Beweist der Tüchtig,
keit lieferte diese Truppe insbesondere im
Kriege des Jahres 1839, in welchem sie
im Gefechte bei Palestra und in der
Schlacht bei Magenta durch große Tapfer,
keit glänzte. Nachdem R. im März 1839
zum General'Major und Brigadier in
Ragusa ernannt worden, erhielt er am
Vorabende des Ausbruches des franzo»
fisch.italienischen KnegeS die Berufung
zum selbsiständigen Commando auf dem
erponirten Puncte der Vocelis äi Oat-
taro, welchem nur wenige Wochen später
mit telegraphischen Befehle vom 3. Mai
1839 die Zuweisung des Wirkungskreises
über die politischen Behörden des Kreises
folgte. Auf diesem Posten leistete R. in
Anordnung der Vertheidigungsmaßre-
geln, wie durch sein Auftreten gegen die
mit rebellischen Elementen stark gemischte
Bevölkerung, unter welcher insbesondere
die Risanoten zur größten Wachsamkeit
aufforderten, ebenso ausgezeichnete als
^l folgreiche, in einem Berichte des Feld-
marschall-Lieutcnants.Gouverneuer.Stell'
Vertreters, Freiherrn von Nagy, ääo.
3. August 1339, ausführlich angerühmte
Dienste, und General Rodich wurde in
Anerkennung derselben mit Armeebefehl
Nr. 44 vom 17. December 1839 mit
dem Orden der eisernen Krone und mit
ah. Handschreiben ääo. 8. März 1860
mit der Erhebung in den Freiherrnstand
ausgezeichnet. Neue Erfolge gewann der
General im italienischen Feldzuge des
Jahres 1366. in welchem unsere Armee
so glänzende Siege erfocht. Feldmarschall-
Lieutenant Rodich befand sich als Di>
visionär und Commandant des 3. Armee«
corps bei der Armee in Ikalien. Seinen
Ehrentag feierte R- in der Schlacht bei
Tustozza am 24. Juni, wo er aus eige«
nem Antriebe — nicht Kenntniß habend,
daß daS Annee'Obercommando bereits Anstalten getroffen, den Feind auch jen»
seits des Mincio aufzusuchen — am
23. Abends San Giorgio in Salice und
Castelnuovo besetzte, die Brigade Gene«
ral-Major Piret am 24. zum Sturme
auf Oliofi dirigirte und das Vorgehen
der Reserve<Diviston auf diesem Puncte
ermöglichte, schließlich auch zum Angriffe
aus Custozza mitgewirkt und durch seine
Dispositionen und umsichtige Führung
nicht unwesentlich zum glücklichen Erfolge
des Tages beigetragen hat. R. wurde in
Folge dessen in dem im Jahre 1866
abgehaltenen Capitel des Maria Therc-
sien-Ordens unter die Ritter desselben
aufgenommen. Noch mehr in den Vor»
dergrund trat der Name des tapferen
Generals bei Gelegenheit der im Herbste
1369 ausgebrochenrn Unruhen in Dal-
maiien. Der General war nämlich mit
ah. Handschreiben vom 12. December
1869 angewiesen worden, sich in die
VoociiL äi OattHlo zu verfügen und die
dortigen Rebellen zu pacificiren. Es kam
auch durch seine Vorkehrungen der Unter»
werfungsact, gemeiniglich „Friede von
Knezlac" üblen Andenkens genannt, zu
Stande. Als dann im Mai 1870 die
Nachricht von seiner definitiven Ernen»
nung zum S.atthalter und Militär-Com»
Mandanten von Dalmatien verbreitet
wurde, brachte die „Neue freie Presse"
in einer Correspondenz aus Dalmatien
ääo. 28. Mai eine ausführliche Darstel«
lung der durch cine falsche Regierungs»
Politik herbeigeführten, länger unhalt-
baren Zustände in Dalmalien und schloß
dieser Bericht im Hinblicke auf des Feld«
marschall-Lieutenants Rod ich bevor«
stehende Ernennung mit folgender Be«
trachtung: „Man kann für seine Person
ein treuer Freund Oesterreichs, ein fester,
achtbarer Charakter, ein verdienstvoller
General sein, dem Staatsmanne jedoch
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon