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konnte, mit einer liebenswürdigen Be>
reitwilligkeit ohne Gleichen Wissenschaft
lichc Interessen und hinterließ an meh-
reren Wiener Bildungsanstalten werth«
volle Andenken seiner Thätigkeit; so ver
dankt ihrn daS k. k. botanische Museum
die Ordnung des mykologischen Herbars;
da er sehr geschickt im Zeichnen und
Malen war. vollendete er für das aka-
demische Gymnasium zu Wien mehrere
Abbildungen in großem Maßstabe, dar.
unter eine große Wandkarte des öfter«
reichischcn KaiscrstaateS in theilroeise or'i'
gineller Ausführung und mit Abbildun«
gen, eßbarer Schwämme; auch versuchte
er sich unter Anleitung deS Professors
Simony im Landschaftzeichnen und in
Zinkradirung. WerthvolleS befand sich
auch in seinem Nachlasse, darunter um-
fangreiche Materialien zu einer Pilzflora
von Niederösterreich, mit deren Bearbei«
tung er kurz vor seinem Tode beschäftigt
war, ferner deren zu einem Berichte über
die Leistungen auf dem Gebiete der My>
kologie in den Jahren 1840—1853,
und dann eine erschöpfende Darstellung
der Vegetationsverhältnifse des March'
feldes und mehrere andere Arbeiten
pfianzengeographischen und phanologi«
schen Inhalts. Ob der nach seinem Tode
laut gewordene Wunsch, diese Materia»
lien zu sichten und der wissenschaftlichen
Forschung auf dem von dem Verstorbe-
nen mit sichtlicher Sorgfalt und gediege»
ner Sachkenntniß gepflegten Gebiete zu
zu erhalten, erfüllt worden, und über-
haupt, was damit geschehen, ist nicht
bekannt. Daß aber mit Anton Ro l l
eine nicht gewöhnliche geistige Capacität,
die noch zu den schönsten Hoffnungen
berechtigte, vor der Zeit entrissen worden,
dafür gibt das Urtheil eines tüchtigen
Fachmannes, des auch erst vor Kurzem
gestorbenen August Ne i l re ich (gest. 1. Juni 1872). die sicherste Bürgschaft,,
da Neilreich in der in den Quellen
angeführten „Geschichte der Botanik in
Niederösterreich" keinen Anstand nimmt,.
Ro l l „den ersten Mykologen Nieder»
österreichs" zu nennen.
Verbandlungen des zoolo^isch'botanischeN'
Vereins in Wien (Wien. 8<>.) V. Bd. (1855),
in den Sitzungsberichten S. 103.- „Nachruf
Röll's" von Prof. A. Po körn y; — in den
Abhandlungen S. 64. im Aufsetze von Neil-
reich: „Geschichte der Botanik in Nieder«-
Österreich".
Roll, Moriz (Veter inär-Arzt
und Fachschriftsteller, geb. zuWien
im Jahre 18l8). Nackdem er in Wien
die philosophischen und mediciniscken
Studien beendet, aus letzteren dieDoctor«-
würde erlangt, wendete er sich dem Fache
der Thierarzneikunde zu und erhielt die-
Stelle eineS Repetitors an dem Wiener-
Thierarznei-Inftitute. Im Jahre 1847
wurde er LandeS'Thierarzt in Böhmen,
im Jahre 1849 aber als Professor are
das Thierarznei-Institut in Wien beru-
fen, zu dessen provisorischem Director er
im Jahre 1832 und zum wirklichen im
folgenden ernannt wurde. Im Jahre-
4831 begründete Dr. Ro l l in Gemein»
schaft mit Dr.Franz Mül ler ^Bd.XIX,
S. 344, Nr. li^j die „Vicrteljahrsckrift
für wissenschaftliche Vewinarkunde", für
welche er nicht, blos als Redacteur, son»
dern auch als steißiger Mitarbeiter thä«
tig ist. Ueberdieß wirkte er für sein Fach
uch sonst nock als Schriftsteller und hat
bisher folgende Werke herausgegeben:
„Achrbvch der Arzneimittellehre für Ghieriirztc"
Lien 4833. Braumüller; 2. Aufl. 1863,
. go.); — „Urhrlitch der Pathologie und.
Chrrapir der nutzbaren HanZthiere" (ebd.
1836. Seidel; 2. verm. u. verb. Aufl.
1860, Braumüller; 3. umgearb. Aufl.
ebd. 1868, 2 Bde.. gr. 8«.); — „Nie
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon