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Krankheit der Schake nnü ^ie-
yen. Ant Grundlage der bisher gewonnenen Gr-
tchrnngen geschildert" (ebd. 1864. gr. 8".);
— in Gemeinschaft mit Dr. 3. Fo rster:
„Amtlicher Vrricht über den zweiten internatia-
nalen Ollngress ttun Ohierärzten zu Wien um
21.—»5. August 3365. Hut Grundlage der
stenographischen Protokulle zu5amm?ngeötellt"
<Wien 186.1. Imp. 4«.). Von seinen in
Zeitschriften erschienenen Aufsätzen ist be»
sonders hervorzuheben der die Reform
des Veterinärwesens im Kaiserstaate ein«
leitende, im Jahre 1849 im „Forum"
erschienene: „Antrage zur Reform des
thierärztlichen Studiums und der thier»
ärztlichen Praris, mit besonderer Rück-
ficht auf die Reformantrage der böhmi»
mischen Thierarzte und Kurschmiede".
In seiner Vierteljahrschrift aber brachte
Dr. R. außer Recensionen über in sein
Fach einschlägige Schriften und Berick-
ten über die Sectionsergebnifse am Wie-
ner Thierarznei-Institute, auch Abhand-
lungen, wie z. B. über verschiedene
Thierkrankhciten, innere Hernien, Ty>
phus der Pferde, Ninderpest und deren
Impfung, 'Iungenseuche-Impfung. Ver«
suche mit Bandwurm-Erzeugung. über
die Ausstellung in Paris mit Beziehung
-aufsein Fach u. dgl. m. In Würdigung
seiner um die Thierheilkunde und Veteri»
när-Polizei erworbenen Verdienste wurde
Dr. R. mit ah. Entschließung vom
42. Jänner 1866 Titel und Charakter
".'ineS Regierungsrathes verliehen. Dr.
R.'s vornehmstes Verdienst besteht darin,
daß erder Erste die Lehren von Skoda,
Rokitansky u.A. auf die Thierarznei'
tunde übertragen und nach dieser Rich«
tung auch sein Lehrbuch der Pathologie
und Therapie der Hauslhiere bearbei«
tet hat.
Biographi sch«lit er arisch es Lexikon der
Thierärzte aller Zeiten und Länder u. s. w. Gesammelt von G. W. Schrader, uer-
vollständigt und herausgegeben von Di-. mscl.
Eduard Hering (Stuttgart 1863. Ebner u.
Seubert. gr. 8°.) S. 358, mit Vortrat auf
S. 339 im schlechten Holzschnitt ohne Angabe
des Zeichners und Xylographen (ziemlich
ähnlich).
Noch ist bemerkenswert!): Johann Nepomuk
Rol l (k. k. Berarath, geb. zu Orsowa in der
Militärgrenze. Geburtsjahr unbekannt, gest.
zu Brück in Steiermark 10, Juni i?92). Sein
Vater war kön. Oberbeamtrr.' später Vicege«
span, die Mutter eine Freiin von Sonders»
leben. Den Vater verlor N. in seiner Kind»
beit und übersiedelte nun mit seiner Mutter
nach Wien, verlor aber auch diese, ehe er
zehn Jahre alt sseworden. Er kam nun zu
Verwandten, die ihn studiren ließen. Auf
einer Reise, die er mit seinem Onkel mütter-
licherseits machte, kam er unter preußisches
Militär und wurde zum Soldaten gepreßt.
Später verließ er die preußischen Dienste, um
in österreichische überzutreten, in welchen er
zum Grmadirr'Hauptmaun im Reaimente
Gaisruck vorrückte. In der Folae tauschte er
seinen Soldatendienst gegen die Stelle als
Waldbeamter in d?r kön. Bergstadt Sckemnitz
ein und wurde zuletzt Bergrath in Eisenerz.
Als anläßlich von Ueductionen im Bergwesen
auch R. seinen BergrathSposten verlor, kam
er als Kreiscommissär nach Brück, wo er
noch zehnjähriger Thätigkeit starb. Im Berg«
wesen hat sich N. mancherlei Verdienste er.
worben, als praktischer Forstmann besaß er
gründliche Kenntnisse in seinem Fache und
einen großen Scharfblick. So war e6 zunächst
R, der keine Mühe sparte, um den Gebrauch
des TorfeS im Ennöthale in Obersteiermark
einzuführen; er machte in dieser Richtung
Vorschläge, entwickelte den Nutzen und den
großen Gewinn, der daraus gezoarn würde.
AIs er später als Bergrath zu Eisenerz thätig
war, nriff er auch — leider ohn? Erfolg —
seiner Zeit voraus, indem er auf den Nutzen
der Steinkohlenfeuerung hinwies, die bei der
starken Abnahme der Waldungen und den
stetig im Steigen begriffenen Holzpreisen sich
als das letzte und einzige Mittel dagegen dar«
stellte. Seine Vorschläge, die er dann spater
noch als Kreiscommissär in Brück dringend
erneuerte, verhallten damals im Winde, um
viele Jahre sväter, nachdem er bereits todt
war, aufgenommen und verwirklicht zu wer-
den. Heber eine von ihm während seines Auf»
entHaltes in Schemnitz durchgeführte Bewaff» °
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon