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nung von Bergleuten, die er aus den Berg«
städten bei der nahen Gefahr zusammenderu'
fen, monti'rt und im preußischen Kriege negen
den Feind geführt hat — wahrscheinlich im
siebenjährigen Kriege (l?56—1763) — liegen
leider keine näheren Berichte vor. sKunitsch
(Michael). Biographien merkwürdiger Männer
der österreichischen Monarchie (Grätz t8t):>,
Tanzer, kl. 8".) Bochn. I I , S. ö6.^ l
Röllig.Karl Leopold (Harmonika-
spieler, geb. nach Hans l ick um das
Jahr 4760, n. A. 1761. gest. zu Wien
4. März 4804). Ueber die früheren
Lebensschicksale dieses seiner Zeit viel»
genannten Musikdilettanten. Verbesserers
und Erfinders mehrerer Musikinstrumente
ist fast gar nichts bekannt. In den Jah-
ren 1781—4788 machte er Reisen in
Deutsckland und mit seinem Harmonika«
spiele in Concerten großes Aufsehen. Im
Jahre 4787 erscheint er in Berlin, wo
er auch auf seiner Harmonika sich hören
ließ, aber schon im Jahre 4782 — also
im Alter von erst 24 oder 22 Jahren —
soll er in Hamburg eine Oper zur Auf«
führung gebracht haben. Zuverlässig ist
die Mittheilung v. Mosel's, welcher zu«
folge R. im April 4792 an Stelle deS
zum Officialen im geheimen Cabinete
ernannten ScriptorS Schonenbosch
zum Bibliotheksdiener ernannt wurde,
und daselbst bis zu seinem im Jahre
4804 erfolgten Tode verblieb. Mosel
berichtet über ihn, daß seine Kenntniß in
der Tonkunst, namentlich in Beziehung
auf deren Theorie und auf die Structur
der musikalischen Instrumente eine be«
sondere Erwähnung verdienen, daß er
ferner während seiner Dienstleistung vor«
züglich bemüht war. die in dem großen
Bibliothekssaale zerstreut gestandenen,
theoretischen und praktischen Werke der
Tonkunst zu vereinigen und — so viel die
damals noch mangelhafteSammlung der-
selben es zuließ — systematisch zu ordnen. Im Jahre 1794 trat Rö l l ig mit seiner
Harmonika, einem Instrumente, das im
Musikleben des vorigen Jahrhunderts
eine eigenthümliche Rolle spielte, jetzt
aber verschollen ist. in Wien öffentlick auf.
Für Musikhistoriker sei in dieser Bezie-
hung auf den Abschnitt: „Glasharmonika
und verwandte Instrumente", aufS.433
bis 436. in HanS lick's „Geschickte des
Concertwesens in Wien" (Wien 4869)
hingewiesen. R. ist. wie schon bemerkt
worden. Erfinder verschiedener, jetzt be-
reits verschollener Instrumente, nämlich
der Orphika, eineS mit Draht- oder
Darmseiten bezogenen Tasteninstrumen-
tes von vierthalb Octaven, und der
Tän orphika. einer Art Bogenclavier
oder Bogenflügel. U^berdieß gab er
über seine Erfindungen besondere Schilf»
ten und auch mehrere Hefte Kompositio-
nen für dieselben heraus. Die Titel der
von R. herausgegebenen Schriften sind:
„Versuch einer innZiKalischrn Internallentabelle
M SnSllinnienZctMg aller üblichen Tonleitern,
Aciorde untl ihrer Verwechslungen, lnr jnnge
Musiker und Dilettanten" (Leipzig 1793,
Fol.)', — „Grpliika, ein musikalisches In-
Ztrnment, ertnndrn uan .. ." (Wien 1793,
Blumaner. 8".. mit 3 K. K.) l>ich im
Februarstück des Journals des Luxus
und der Moden. 1796); — „Arbrr die
Harmonika, ein Fragment" (Berlin 1787,
4".); — „Xanorrchika, ein musikalisches
GeigenbogeN'Instrument mit einer Cla»
viatur", im' Fedruarstücke des Mode«
journals für 48l)1 und ebenda die „Ge.
schichte des von Hans Hayden 1610
erfundenen Gambenwerkes"', — „Ehren«
rettung des berühmten Ritters Ren.aut
Schatline de Cousy, Troubadours
auS dem 42. Jahrhunderte, gege:' einige
neuere, wioer ihn erhobene Vorwürfe
und Beschuldigungen", in der „Leipziger
musikalischen Zeitung", Jahrgang IV,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon