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vonien lagen. Im Jahre 1836 kam er in
aleicher Eigenschaft zum Infanterie»Regimente
Baron Hetz Nr. 43 nach St. Polten. Nach-
dem er im Jahre 1837 zum Regimentsarzte
bei Gollner-Imanterie Nr, 38 befördert wor«
den, begab er fich an seine neue Bestimmung
nach Vorarlberg.- kam, als das Regiment im
Jahre 1839 nach Croatien marschirte. nach
Agram und führte daselbst interimistisch die
Geschäfte des dirigirenden Feldstabsarztes. Im
Jahre 1845 stand er mit seinem Regimente
in Fiume. im folgenden Jahre zu Trieft in
Garnison. Als zu Beginn des Jahres 1848
sein Regiment — mittlerweile Erzherzog Ernst
genannt — zur Verstärkung der italienischen
Armee nach Verona marschirte. wurde R.
mit der provisorischen Leitung der feldstabs»
ärztlichen Direction im Hauptquartiere be-
traut. Daselbst entfaltete R eine segensreiche
Energie. In kürzester Zeit wurden 14 Noth«
feldspitäler mit allen nöthigen Erfordernissen
aufgestellt, eingerichtet und mit 7000 Ver-
wundeten und Kranken belegt. Seine Leistun»
gen nach der Schlacht von St. Lucia, der
Erstürmung von Vicenza und allen darauf
folgenden Kämpfen, dann wäbrrnd der Be»
lagerung Venedigs, da die Zahl der Kranken
nach Tausenden zunahm und es nicht blos
galt, die schweren Wunden des Krieges zu
heilen, sondern auch gegen die noch drohen«
deren und verderblicheren Epidemien der
Cholera, des Typhus und Lagunenfiebers die
erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, waren
so vortrefflich, daß er im December 1848 mit
der großen goldenen Civil-Verdienstmedaille
ausgezeichnet wurde. Nicht minder treffliche
Dienste leistete R. als zu Ende 1649 bei den
in Toscana stationirten k. k. Truppen die
egyptische Augenepidemie ausbrach. Im Jahre
1851 übernahm R. die chefärztliche Zeitung
des Garnisonßspitals in Mailand und bewies
bei der Revolte, die am 6. Februar 1833
statthatte, als nämlich eine fanatische Rotte
auf die kaiserlichen Truppen eindrang, ebenso
viel Muth als Umficht. Aber schon wenige
Monate darnach erlag R. einem Leiden, das
äußerlich keine sichtbaren Spuren zeigte, aber
R. schon ein Jahr vor seinem Tode mit der
Ahnung desselben erfüllte. Er starb, von der
Armee, deren Wohlthäter er war, tief be-
trauert, im Alter von erst 46 Jahren. Doctor
Römer genoß auch den Ruf eines ausge»
zeichneten Operateurs. ^Oesterrei chisch er
M i l i tä r «Kalender. Herausg. von I .
Hirtcnfelo (Wien kl. 3°) V.Iahrg. (1854). S. 138.1 — 2. Heinrich Römer, ein Vtu.
menmaler in Wien. von dem in der Jahres'
Ausstellung 1820 in der k. k. Akademie der
bildenden Künste bei St. Anna in Wi<n
zwei in Oel gemalte „Blumenstücke" ausge»
stellt waren. Ueber seinen Lebens» und Bil<
dungsgang liegen keine Nachrichten vor, auch
waren in späteren Ausstellungen von ihm
keine Bilder mehr zu sehen. ^Katalog der
Iahres-Ausstellung in der k. k. Akademie der
bildenden Künste bei St, Anna in Wien, 182l>,
S. 17. Nr. 107; S. 19, Nr. 150.) — 8. End,
lich ist auch ein mährischer Botan iker
Namens Römer zu erwähnen, der seit meh-
reren Jahren als Fabriksbeamter in Mahren
lebt, namentlich die Gegend um Trebitsch in
nördlicher Richtung botanisch durchforscht und
viele mährische Pflanzen durch die Wiener
Tauschanstalt auch in andere Gegenden ver«
breitet hat. Daß er, wie er angibt, in der
Gegend um Trebitsch die Mediteranpflanze
Nroäiuiu, mosobatuui gefunden habe, be»
zweifelte Dr. Reissek und vermuthet dabei
eine Verwechslung mit dem drüsenhaarigen
Nroäium. oiouta.riuiu, welches auch auf deln
Iulianower Berge bei Bmnn gefunden wurde.
^Notizenblatt der historisch «statistischen
Section der k. k. mahr,-schlesischen Gesellschaft-
zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur«
und Landeskunde. Redigirt von d'Elvert.
(Brunn, Rohrer's Erben, 4<>.) 1857, Nr. 2,
S. 11. im Aufsatze: „Zur Geschichte der Pflan.
zenkunde in Mähren", von F. S. P
so geschrieben erscheint auch
der seiner Kunstfertigkeit halber bereits
im XXV. Bande, S. 303, Qu. Nr. 1.
erwähnte Benedictiner auS Mondsee.
Aemil ian Resch; und zwar erwähm
seiner als Aemilian Rösch das Ho r»
mayr'sche „Archiv", im XIX. Jahrg.
(t828). Nr . i i t . S.391, indem es eines,
von ihm ausgeführten „herrlichen Pro-
spectes" der Universitätskirche in Salz-
burg gedenkt, den die Universität aus
Dankbarkeit für den Abt PlaciduS
von St. Peter von Johann Ulrich.
Kraus in Augsburg hatte in Kupfer
stechen laffen.
Rösch, siehe: Reissenstein I
S. 494).
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon