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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Band 26
Seite - 246 -
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Nöslfeld 246 Noslftld Röslfeld, Karl von (Maler, geb. in Tirol um das Jahr 1638, gest. im Stifte Gars ten in Oberösterreich 13. Jänner 1733). Dieser ausgezeichnete Künstler erscheint bald Rese l f e l d . Resl fe ld. Resfeld. R o e ß l f e l d geschrieben, aber alle Nachrichten zusam« men, wie er immer geschrieben erscheint, sind sehr lückenhaft. Leman's „Tiroli« sches Künstler-Lexikon" führt seinen Na- men unter keinerlei Schreibweise auf, aber auch in der Liste der bildenden Künstler auS Tirol, welche das G raffer'scbe „Conversationsblatt" 1820. S. 916, 923 u. 932, mittheilt, ist derselbe nicht aufzufinden. Nagler gibt unter dem Namen Karl von Resfeld ^Bd. XI I I , S. 44^, ebenso Füßly, der ihn ohne Taufname, einfach als Resfeld auf. führt, ganz dürftige Notizen. Und doch war er ein sehr bedeutender Künst- ler , dessen vorhandene Gemälde für seine große Geschicklichkeit zeugen. Hier werden zum ersten Male nach sorgfäl» tigen Forschungen die ausführlichsten Nachrichten über ihn mitgetheilt und seine bedeutendsten Arbeiten angegeben. Aus Tirol, wo er geboren war — sein Geburtsort ist jedoch unbekannt — kam er in noch jungen Jahren nach Steyer, wo sich der Freiherr von Nie senfels, der in Oberösterreich reich begütert war. nachdcm er R.'s Talent erkannt, seiner annahm und ihn zur weiteren Ausbil« düng nach Italien schickte. Unter Car» lotto'S (Johann Karl Loth) Leitung arbeitete R. vier Jahre in Venedig, dann kehrte er nach Oesterreich zurück. Als Abt Anselm des Klosters Garsten um diese Zeit daran ging, das eben neu erbaute Stift und dessen Kirche mit Gemälden ausschmücken zu lassen, berief er R. in dasselbe und übertrug ihm diese Arbeit. R. erhielt für dieselbe ein jahrliches Stipendium von 200 st. und wurde unter die Officialen des Stiftes aufgenommen, in welchem er 31 Jahre seine Kunst ausgeübt hatte. Er hatte die Verpflichtung, drei Monate- deö Jahres für das Kloster zu malen, d!e Verwendung der übrigen Zeit war seinem Belieben anheim gestellt. R. er- reichte ein hohes Alter, 7? Jahre, und wurde im Stifte, in welchem er starb, unter dem Kunigunden-Altar beigeseht. Vor All^m sind seine Werke im Stifte zu nennen, von denen sich nach Aufhe« bung desselben und später nach Umwand- lung der Stiftsraume in ein Strafhaus nur noch geringe Spuren erhalten haben mögen. R.'s Arbeiten daselbst waren: bei dem Berthold-Altare: „MZ NMniss ürZ ?r5tm stMaktez S. Verthu lb" (gest. 1142), der dem Geschlechte der Grafen von Würt temberg entstammen soll, ober dern Sarge malte N. die Legende, welcher zufolge Engel den Sarg mit der Leiche des Abtes zu Grabe tragen; — in der St. Sebaftianscapelle das Altar» bild: „Ncr H. Sebastian". Ferner malte R. den Siistssaal, der ehedem als eine der besonderen Schönheiten des Landes ob der E:ins angesehen wurde. Ober dem Eingänge und dem großen Auf« gange sah man den Pegasus in drei ver> schiedenen Wendungen; es war dieß ein äußerst kunstreich ausgeführtes Meister» stück. Nicht minder gelungen war der Plafond, wovon nur noch eine Copie vorhanden sein soll; auch die Bilder an den Wänden, welche N. auf Leinwand gemalt, waren im Jahre 4843 noch vor- handen . aber bereits in sehr schlechtem Zustande, sie dürften mittlerweile, wenn nicht ganz beseitigt, so noch defectuoser geworden sein. Nicht minder Vortreff» licheS führte der Künstler im Sveisesaale mit den sieben Mustkchören und in der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rhedey-Rosenauer, Band 26
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rhedey-Rosenauer
Band
26
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1874
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
436
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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