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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Band 26
Seite - 251 -
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Nößler 231 Nößler Stand bestimmt hatte, in ein Seminarium steckte, in welchem er für seinen künftigen Beruf herangebildet werden sollte. Er blieb auch wirklich 42 Jahre in dieser Anstalt, erhielt, 19 Jahre alt, bereits die Tonsur, machte aber, als er den Ernst seiner Situation vollends erkannte und nichts weniger als Eignung für den beschaulichen Beruf des Priesterlebens in sich fühlte, der Sache ein Ende; alle Vorstellungen seiner Verwandten, die ihn von seinem Vorhaben abreden wollten, in den Wind schlagend, wartete er nur eine passende Gelegenheit ab, um sich die DiSpensotion von Rom zu verschaffen, und nachdem er diese erlangt, trat er aus dem ihm aufgedrungenen Stande, die im Seminar gewonnenen musikali' schen Kenntnisse benutzend, um einen ihrn zusagenden Lebensberuf zu erwählen. Er wurde Musicus. machte als solcher eine Reise und trat im Jahre 1780 als Kapellmeister in die Dienste des Fürsten Wal ler st ein. Nachdem er einige Zeit auf diesem Posten thätig gcwesen, erbat er sich von dem Fürsten die Erlaubniß zu einer Neise nach Paris, die er auch unternahm, und dort mag er denn wohl jene gefallige Richtung und präcise Ausführung sich angeeignet haben, die seinen Compositionen eigen ist. Man vergleiche auf S. 252 Riehl's Cha- rakteristik Rößle r's.^ Schor; im Dienste des Fürsten Wallerstein hatte sich R. ebenso als Contrabaßspieler, wie als Componist einen so ausgezeichneten Ruf erworben, daß derselbe über die Gren« zen deS Ortes seiner Wirksamkeit drang und er in Folge dessen mehrere Be» rufungen erhielt: so im Jahre 1789 eine nach Schwerin an die Stelle des kurz vorher gestorbenen Kapellmeisters Westenholz, deren Bedingungen in Gehalt und Nebeneinkünften so Vortheil» haft waren, daß R. sie sofort annahm. Uebrigens waren auch die dortigen musi- kalischen Verhältnisse im hohen Grade- anregend, da die schwerin'sche Capelle zu jener Zeit die tüchtigsten Kräste zählte. Mit diesem Orchester fand sich eine ge< niale Kraft wie jene Rö ßler's nur noch mehr zum Schaffen angeregt. Seine- Arbeiten fanden auch allerwärts, wo- Verständniß für echte Musik waltete, die- günstigste Aufnahme und R. wurde immer wieder zu neuen Schöpfungen aufgefordert; so ertheilte ihm der dama» lige Churfürst von Trier den Auftrag, neue Symphonien für seine Capelle zu schreiben; Friedrich Wi lhe lm I I I . , bekannt ein großer Gönner der Tonkunst, berief ihn im Jahre 1792 nach Berlin, wo er im März sein neuestes Oratorium: „Jesus in Gethsemane" und ein „Halle» lujah" durch die königliche Capelle mit großem Erfolge zur Aufführung brachte. Aber schon seit mehreren Jahren leidend, war R. kaum von Berlin an seinen - Bestimmungsort nack Iudwigslust in Schwerin zurückgekehrt, alü sein Uebel in so bösartiger Weise zunahm, daß er schon nach wenigen Wochen im Alter von erst 42 Jahren demselben erlag. Mit seinen Compositionen, von denen mehrere im Stiche erschienen, ungleich mehr aber ungedruckt geblieben sind, ist Vorsicht nöthig, damit nicht etwa die gehaltlose Arbeit eines seiner Namens, vettern, deren er nicht weniger denn vier besitzt, für die seinige gehalten wird. Außer dem schon erwähnten mailändi- scben Antonio Rosetti machten noch- ein Üeche.Ruzicka (auch Russi tsch ka), auf deutsch Röschen, italienisch No«. sett i , dann ein Harfenist, der im Jahre- 1794 als Rosett i herumreiste, und noch ein Rösler. der, während unser Nößler in Paris sich befand, als Fürst
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rhedey-Rosenauer, Band 26
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rhedey-Rosenauer
Band
26
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1874
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
436
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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