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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Band 26
Seite - 257 -
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Nößler 257 Näßler Ordnung bringen. — Herausgeber dieses Lexikons weiß selbst davon ein traurig Lied zu singen. — Rößler wurde so unverschuldet zur Zielscheibe ungerecht« fertigter Anklagen und Zumuthungen. Ueberdieß erwarb er sich aber ein großes Verdienst durch die Auffindung eines ungemein reichen Schatzes alter Hand- zeichnungen, Holzschnitte und Kupfer« stiche, den man kurz vorher um eine Klei» nigkeit hatte verälißern wollen. Er zuerst erkannte den Werth derselben, ordnete und reinigte die Blätter und bildete so die Sammlung, welche jetzt den größten Schatz der Erlanger Bibliothek ausmacht. Nach seinem Tode gab die Universität dem im Leben von ihr Verkleinerten das ehrenvolle Zeugniß, „daß erst durch ihn der Werth der Sammlung vollständig anschaulich geworden. Ohne seine zum Theile wahrhaft aufopfernde Thätigkeit würde es zum mindesten noch Jahre bedurft haben, um die Sammlung zu dem zu machen, was sie jetzt ist". Noch entdeckte er während seines Auftnthaltes in Erlangen einen anderen, nicht minder wichtigen Schatz, der namentlich für die Geschichte des spateren Mittelalters von hoher Bedeutung ist. Derselbe bestand im Scheurl 'schen Familien«Archive, durch welchen der Wissenschaft und namentlich ihren Forschern erwiesenen Dienst sich jedoch seine materiellen Verhältnisse nicht im mindesten besserten. Elchlich aber schien ihm doch die Sonne des Glücks zu lächeln. Durch Vermittelung seines Freundes Mar Dünk er berief ihn im Jahre 4862 der Fürst von H ohen zollern- S i g m a r i n g e n unter gleichzeitiger Verleihung des Hofrathstitels als Biblio» thekar nach Sigmaringen. R. folgte die- sem Nufe, der ihn auch in materieller Beziehung so anständig stellte, daß er auf eine gesicherte Zukunft hoffen durfte, v. Wurzdach, biogr. Lerikon. XXVI. ^Gedr. R. übersiedelte sofort mit Familie — denn er hatte sich im September 1839 in München mit der Tochter eines höher gestellten kön. Beamten vermalt — an seinen neuen Bestimmungsort, wo er mit Energie an seine neue Arbeit ging. Er gewann bald das Vertrauen des Fürsten, der ihm, nachdem er seine Fähigkeiten und seine ganze Tüchtigkeit kennen ge- lernt, auck die Aufsicht über sein Archiv in Aussicht stellte. Aber dieser Sonnen, strahl des Glückes scheint denn R. doch bereits zu spät getroffen zu haben. Mit« ten in seinen anstrengenden, ihm doch lieb gewordenen Arbeiten, mitten in seinem Fainilienglücke befiel .ihn oft der tiefste Trübsinn, der ihn dann so gefesselt hielt, daß er auch nicht zusammenhangend zu.sprechen im Stande war. Da entfernte er sich eines Tages, es war der 3. Sep^ tsmber 1863. ohne von Jemand sich zu verabschieden. schweigend vom Hause und schlug den Weg nach einem unfern von Sigmanngen gelegenen Waldchen ein. Er. kam Nachts nicht heim und am nächsten Morgen wurde der bereits überall Gesuchte todt nach Hause ge« bracht. Nachdem er an mehreren Stich« wunden, die er sich selbst beigebracht, sich verblutet, war seine Leiche im Walde aufgefunden worden. Die Hauptwerke 'einer schriftstellerischen Thätigkeit sind im Laufe der Lebcnsskizze bereits geschil« dert worden. Der Vollständigkeit halber seien noch angeführt eine von ihm für die Fontes r^rrun ^U2triao2rurQ vollen« dete „Notitia. vonorum oocicLiaci I^ri- ZLQLiL", deren schon Chmel in den Sitzungsberichten der kais. Akademie der Wissenschaften, Bd. I, S. 30. gedachte. Ferner brachte die von Dr. Wessely herausgegebene Zeitschrift „I'iieiniä" im VII. Hefte der Neuen Folge. S. 87 bis 428, seine „Abhandlung über das Erb« l7 NllU. 1873.) 17
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rhedey-Rosenauer, Band 26
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rhedey-Rosenauer
Band
26
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1874
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
436
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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