Seite - 262 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Band 26
Bild der Seite - 262 -
Text der Seite - 262 -
NWer 262 Vößler
vellist. der allgemeine Aneikennnng ver-
dient, bezeichnet wird, wohl Niemand
Anderer als unser Kar l Hugo Roß«
l er 5li verstehen fein dürfte.
Mitthei lungen des Vereins für Gefaucht?
der Teutschen in Böhmen, Redigirt von Ios.
V. Grobmann (Prag. gr. 8".) IV. Iadrg.
(!8sss,). Nr ?, S 2lö. „Karl Hugo Rößirr.
Biographische Skizze von Karl Victor H a n s>
girg". — Wiener Zeitung 18s.«, Nr. «4.
S, «48. — Truska (Heliodor). Orsterrei-
chisches FlübliugsÄIbum (Wien <«^4. 4")
saus «inciu der wenigen Exemplare, dem-n
biographische Notizen der Aulorm brigegl'ben
warcu^.
Noch sind folgende Nößler brmeik'Nswerth:
l . Franz Roß ler. Ein Künstler dieseS
Namens lebte um die Mitte dcs achtzehnten
Iabrdunderts. und zwar um l?li3 als Minia»
wrmaler in Wien. Darauf beschranken fich
olle NachrichttN. welcke Nagler's „Künstler.
Lenkon". Bd. XI I I , S. 303. und Wahlschein-
lich nack ihm Tschisckka in seinem „Kunst
und Altertum in dein östrrr. Kaistrstaate",
S. 393. und T. Biebler in seiner Schrift:
„ ),
S. '4. drinnen. — 2. Mathias Nößler;
nach Anderen Nösler (Pomolug, gt'b. zu
Bykau in der Nähe von Kuttcnbrra im Ialne
1734, grst, zu Podiebrad ain 20,, n. A. cm
29. August ls2i>). Sein Vater war ein Pra-
ger, übersiedelte aber, nach Aushebung der
Geü'llschaft Icsu. die ihm einen nicht unan-
sehnliclien Garten-n'und in Bykau, wo die
Gesellschaft aut-gedekntc Gartenaulagen d^faß.
geschenkt katte, dabin. Math ias, uon sieden
Söhnen drr alirste, beendete die Gymnasial'
class>n. philosophischen und theologischen Stu>
dien in Prag und wurde nach erlangten
Weihen Katechet in Vmnd^is. Im Jahre i758
kam er als Dechant nach Iaronuiz uno von
dort in einiger Zeit in aleicker Eissensckaft
nach Podiebrcid. wo er bis zu seinem im Älter
von "5 Iadren erfolgten Lebensende blirb.
Bemerkenswrrth ist seine Erncnnuna zum
Iaromirzer Kn'i5dechante. Als er Katechet in
Brandes war. übernahm R, die Erziehung
zwner Kinder eines dort labenden Beamtrn
Als di?se bnld darauf Vat>-r und Mutter durch
den Tod verloren, delnelt N. dic Knaben bei
sich, Vaterstelle an ihnen vertretend. Als er
eines Tages mit ihnen in den Feldern lust«
wandelte, begegnete ihnen ein Herr, der sich
bald an Nöhler anjchloß und ihn fragte, ! wem die Kinder geboren. Mir. erwiederte
der Priester, drr aber dein darüber ezstaun»
ten Fremden alsbald durch C'rzabluna, des
eigentlichen Sachmrhalt',6 die befriedigende
Aufklärung gab. "Der von dieser Darstellung
ebrnso überraschte als zufriedengestellte Fremde
forderte nun Roß ler auf, sobald eine Pfarre
erledigt sein sollte, sich um dieselbe zu be<
werben. Nach der Hand erfuhr R., daß der
woblwollende Frcmde Kaiser Joseph I I .
gewesen sei, der eben damals auf seiner.
Durchreise in Brandeis sich aufgehalten batte.
In der That erhielt auch R. kurz darauf die
erledigte Pfarre zu Iaromirz. R, galt zu-
seiner Zeit als ausgezeichneter Obstzüchter.
Sch^n als Kreisdcckant zu Iaromirz machte
er im Jahre 17<»5 in S. W Schmidt 's
„Sammlung physikalisch < ökonomischer Auf»
sähe" eine ?oinoi)a dnncnlicn, oder tabella-
risches Verzeichnitz aller in drr Baumschule
zu Iaromirz cultioirten Obstsorten bekannt.
3l!s er dann Deäiant in Podiebrad wurde,
übertrug er nicht nur ü'inr Iaromirzer Obst»
züchtrreien dahin, sondrrn vermehrte dieselben
mit nicht geringen Opfern durch ansehnliche
mue Erwerbungen und veröffentlichte im
Jahre 1793 sein „Systemainch^s Verzeichniß
aller in den Baumschulen der Podirbrader-
Dechantei cultiuirten Obstsorten". Seine
Sammlung zeichnete sich nicht nur durch ihren
Reichthum, sondern auch ikre vortrefflich?
Ordnung auS. N. bl'siht unvergeßliche Ver»
dienste um Böhmeng Obstzucht nach zwei
Selten hin, erstens durch srinr freigebige
Vertheilung edler Obsisorten, um ihre fernere
Pflege i>n ganzen Lande zu verbreiten, und
durch die Gründung dts pomologischen Ver^
eins in Böhmen, der sein We>k ist. Drr
Gubernialrath Johann Iac. Nösler s^. d.
S. 24U d. Bds.), vielleicht ein Verwandter von
ihm, bat in Nieggei'6 ,,'^ür Pödmen von
Böhmen" rine Beschreibung der Ölpflanzen,
des Deckants R. in Iaromirz veröffentlicht
lN euer Nekrolog der Demschen (Ilmenau,
B. Fr. Voigt, kl. 8«) V I I . Jahrg. (>829),
Tdeil I I , S. 632 („rnüt ihn Röslrr) . —
Leipziger L itera t ur - Z e itn ng < 830.
Nr. 32. — Xv6 t7 , d. i. Blüthen (Prager,
illustr. Blatt) I87l, S. 2:l8. nennt ibn Rüß>
lrr und gibt den 29. August 1829 als feinen-
Todestag an. Von diesem Nitikel besteht auch
ein Separatabdruck in 4«, zwei Saiten Tcrt
und auf der 3 Seite das Holzschmtt«Bildniß
(Prag <8?l. Eo. Grögr). — Porträt. Dasselbe
im guten Holzschnitt auf S. 233 der „Ivvet?"-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon