Seite - 266 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rhedey-Rosenauer, Band 26
Bild der Seite - 266 -
Text der Seite - 266 -
Nogawski 266 Mogendorf
wurde R., als die Watten für den gali-
zisä-en Landtag ausgeschrieben wurden,
im Mai 186i von den Landgemeinden
Gorlice und Biccz in denselben und in
diesem 14 Tage später in da6 Abgeord'
netenbaus des österreichischen Reichsra-
thes gewählt. I n demselben würde er
durch seine reichsrach'.icbe Thätigkeit
kaum die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt
habm, wenn nicht an ihm drr erste Fall
der gesetzlich ausgesprochenen Unverleh-
liä)k.'it der Reichsrathsmitglieder in An»
wendung gekommen wäre. Das Zeniber«
ger LandeSqericht hatte nämlich in Folge
ihn treffender Inzichten am 31. August
186l seine Wohnung in Olpiny durchsu-
chen und ihn selbst am K.September, als
der Theilnahme am polnischen Aufstande
verdächtig, verhaften lassen. Das Abge»
ordnetenhaus, sein Vorrecht wahrend,
verfügte indeß am 17. September seine
Freilassung, welche auch Tags darauf
erfolgte. Ein Tag nach Schluß der Ses-
sion fand. da ihn jr'tzt sein Mandat nicht
mehr schützte, seine Wiederverhaftung
statt. R. wurde nun von Wien nach Lem
berg gebracht und dort nach abgeführter
Untersuchung vom k. k. Lemberger Mili»
tärgerichte ad inst^ntili losgesprochen.
Der incorrecte Vorgang bei seiner ersten
Verhaftung, welche vom Lemberger
Landesgerichte am 2.8. August angeord-
net und 9 Tage später am 3. September
ausgeführt wurde, fand in den Iourna-
len jener Tage feine gerechte Verurthei.
lung. Am 1. Februar 486? wurde R.
neuerdings und zwar in Iaslo in den
galizischen Landtag und von diesem am
2. März wieder in den Reicbsrath ge-
wählt. Wahrend R. im September 1803
zu Krakau im Kerfer des Criminal»
geriä'tes saß. richtete er ein Schreiben
an das Abgeordnetenhaus, worin fol«
gende, im Hinblick auf die Losrei» ßungsgelüste, welcbe man dem Polen»
thum, zuzuschreiben pflegt, bemerkens-
werte Stelle enthalten ist: „Welches
Schicksal", heißt es in diesem Schreiben,
„mich in meiner Lage immer treffen
möge. so hoffe ich zu Gott, daß er mir
gestatten wird, dasselbe mit der Würde
eines Repräsentanten meines Landes und
eines Mitgliedes dieses hohen Hauses zu
ertragen, in welchem ich, stets der Stimme
meines Gewissens und meiner Ueber»
zeugung folgend, aufrichtig die constitu-
rionellen Freiheiten und durch dieselben
das Glück, die Wohlfahrt der Völker
Oesterreichs zugleich mit dem Glänze
dcs daselbst regierenden Herrscherhauses-
wünschte und wünsche. Solche Wünsche
übersende ich auch jetzt aus meinem Ge»
fangnifse". Rogawski , wie bemerkt,
Alterthumsforscher und als solcher auch
Schriftsteller, ist Mitglied mehrerer ge»
K'krten Akademien, u. a. der gelehrten
Gesellschaft in Krakau. und der Gesell»
schaft für nordische Alterthumskunde in
Kopenhagen.
Prag er Zei tung 1804. Nr. 2!>9. Bri!aae, in
dt>n „Pe,mischten Nachrichten". — Mähr i -
scher Co r re sp o n D rn t (Vnlmn'r polit.
Blatt) 18«4. Nr, :!06. —Der Reichs rath.
Biographische Skiz'en der Mitglieder des
Herren» uno Abgeordnetenhauses des öslerrei»
chischen Reichsrathes (Wien <86l. Fiiedrich
Fürsler. 8°,) t. Hcfc. S. 47. — Fe ld kirche r
Zei tung (4<>.) I I I . Icihrg. (l8«3), Nr. 73:
„Zur Affaire Nc»>,^nvski". — Hahn (Sig-
mund), ^ieichsraths'Alinanuch für die Session
15<;7 (Prag l«l>7, H. Carl I . Satow. 8".)
S. 139.
Rligeudorf, Cajetan Graf (gelehrter
Abbe, geb, zu Brünn in Mähren
27. Nov. 1743. gest. zu Szöphalom
iu Ungarn 7. Jänner 1809). Aus einem
alten ansehnlichen, ursprünglich steirilchen
»eschlechte, über welches in den Quellen
S.267 einige nähere Andeutungen gegeben
weiden. Graf Cajetan ist ein Sohn des
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon