Seite - 149 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Band 29
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Scheder 149 Schedius
mals vier Felder in Form liegender Pa»
rallelogramme. Das vorderste zeigt im
Hautrelief den heldcnmüthigen Krieger,
wie er, gefolgt von einer Cavalleriebe-
deckung, mit abgeschossenem Beine sein
Geschütz aus der Batterie führt. Auf den
Seitenfeldern und dem Rückfelde ist in
vertiefter rothgefärbter Schrift zu lesen,
und zwar auf dem rechten Seitenfelde:
„Von seinem Kaiser Franz Joseph I. mit
der großen goldenen Tapferkeitsmedaille
ausgezeichnet, verschied er im Spitals zu
Pesth den 28. Februar 1849 und ward
dort am 2. März von zahlreicher hoher
Generalität zu Grabe geleitet." Auf dem
linken Felde: „Durch dieses Denkmal
und durch eine Erziehungs-Stistung für
Soldatenknaben von Scheder's Stamme,
Heimat oder Waffengattung verewigen
seine Landsleute und seine Waffencame»
raden dessen Andenken." Auf der Nück«
seite: „Die Stiftung steht unter Schutz
und Recht des erblichen Protectorates
Sr. Excellenz des k. k. geh. Rathes und
ersten General.Adjutanten Sr. Majestät
Kar l Grafen von Grünne." In den
vier Ecken des Feldes sieht man die vier
Ziffern des Errichtungsjahres 1839.
Oberhalb einem Gesimse gewahrt man
in zierlichen Nischen die Statuen von
Heiligen. u. z. ober dem Mittelfelde
die heil. Jungfrau Maria mit dem Jesu-
kinde, rechts den heil. Ferdinand als
Scheder's Namenspatron, links dm
heil. Sebastian als ersten christlichen
Kriegsmann und rückwärts den heil.
Leonhard, den Schutzpatron vonSche»
d er's Heimat. Der Entwurf des Denk-
mals stammt von dem akademischen Bild»
Hauer Franz Mitterlechner und
wurde unter eilf Projecten als das ent-
sprechendste ausgewählt und in der Weck»
statte des Steinmetzmeisters H. Pranter
in Wien in Sandstein auS dem Eggen- burger Steinbruche ausgeführt. Die ob-
erwähnte Stiftung wurde aus einer
Sammlung zu Stande gebracht. Sie
besteht aus einem jahrlichen Betrage von
100 st. für einen Stiftling; das Stif-
tungscapital sammt Nutzungsurkunde
ist pupillarisch sicher in Scheder's Hei»
matsgemeinde angelegt, wo sie
unter den
gesetzlichen Vorschriften und Controlen
verwaltet wird. Dem jeweiligen Stift-
linge, der sie von seinem 6. bis zum
18. Jahre genießen kann. steht es frei,
jeden Zweig der Ausbildung (nickt etwa
blos den militärischen) zu verfolgen.
Nock sei bemerkt, daß Baron Zedlitz
im 2, Hefte seines „SoldatenbücdleinS"
diesem Helden einige begeisterte Strophen
gewidmet hat.
Oesterreichischer Soldatenfreund.
Zeitschrift für militärische Interessen. Her»
ausg. von I. Hirtenfeld und Dr. Mey»
nert (Wien. i») I I . Jahrg. (<849). Bei-
lage Nr 24; — derselbe 1820. Nr. 257.
Schedius, Ludwig von (Schrift-
stell er, geb. zu Raab in Ungarn
20. December 4768, gest. zu Pesth
12. November 1847). Entstammt einer
protestantischen, aus dem Bralmschweig-
Lüneburgischeii nach Ungarn überfieoel«
ten Familie. Es war nämlich im Jahre
1647 ein Christoph Schedius Prediger
der evangelischen Gemeinde in Modern
gewesen. Nachdem ihn die Moderner ver«
trieben hatten, war er mit einem Sohnc
und seiner Frau zuerst nach Breslau,
dann nach Bojanov in Polen gewandert,
wo er sich niedergelassen und ein Wein«
geschaft begründet hatte. Spater kehrte
er nach Modern zurück und lebte ganz
zurückgezogen von der Welt. Von ihm
ist ein Andachtsbuch, betitelt: „Geistliche
Himmelweiter", im Drucke erschienen. —
Ein Nachkomme dieses Christoph S.,
der im Jahre 1660 von Kaiser Leopold
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Band 29
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sax-Schimpf
- Band
- 29
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1875
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 374
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon