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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Band 29
Seite - 150 -
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Schedms 130 Schedius in den Adelstand erhoben worden, ist der obige Ludwig von Schedius. Den ersten Unterricht bis zum Alter von 13 Jahren erhielt er daheim unter Lei- tung seiner Mutter, welche ihn dann an das evangelische Lyceum nach Preßburg, spater nach Oedenburg brachte, wo der tüchtige Schwartner sein Lehrer war und nicht unwesentlich auf seine Ent« Wickelung einwirkte. Anfänglich enlschlos« sen, sich der theologischen Laufbahn zuzu.» wenden, begab sich S. zur Vollendung seiner Berufsstudien nach Deutschland, und zwar im Jahre 1788 nach Göttin- .gen. Daselbst aber trieb er statt der theo« logischen mit Vorliebe philologische, histo« rische und politische Wissenschaften, wurde Mitglied des philologischen Seminars unter Heyne und machte in den Ferien fleißig Ausflüge, um die bedeutenderen literarischen Anstalten und Gelehrten Deutschlands jener Zeit kennen zu lernen. Im Jahre 1790 gewann er mit seiner Abhandlung: „ 'oanz' . . . " (Göt« tingen 1790. 4".) den Preis. Im No- vember 1791 kehrte er in sein Vaterland zurück, wo er sich sofort um die Lebr« amter der Aesthetik und Philologie an der Pesther Hochschule bewarb und sie auch im März 1792 erhielt. Auf diesem Posten wirkte er. mit der Wissenschaft stetig fort« schreitend, in ersprießlichster Weise. Vor» nehmlich förderte er das gründliche Stu« dium der Philologie der alten classischen Literatur und der bis dahin wenig betrie- benen griechischen Sprache; er hatte in den Jahren 1793 und 1794 unentgelt- lich daraus Unterricht ertheilt, nachdem er sie dann viele Jahre fupplirt, wurde sie im Jahre 1806 systemisirt. Aber auch der Aesthetik suchte er Freunde und An« hcmg zu gewinnen und schrieb aus diesem Anlasse seine „I>rinoipia. stie Titel seiner Schriften folgen Ueberdieß war er auch sonst schriftstelle, risch thätig und seine Arbeiten erschie- nen vielfach zerfteut in der Urania, Pesther deutschenZeitung,inden lateinischen Ephemeriden, Vater« ländischen B l a t t e r n , in Hor« mayr'S Archiv u. a., und er selbst begründete mehrere periodische Blätter, wie den „Literarischen Anzeiger von Un« gam". den „Pester Meßkatalog" und die „Zeitschrift von und für Ungarn", welche aber, so tüchtig sie sonst redigirt waren, wegen Mangels an Theilnahme in kurzer Zeit aufhörten zu erscheinen. Auch nach pädagogischer Richtung entfaltete S. eine wohlthuende und unge- mein fördernde Thätigkeit. Kr nahm Zöglinge aller Couftssionen in sein Haus auf, bildete sie zu braven und kenntniß» reichen Staatsbürgern und gewann bald den Ruf eines tüchtigen Erziehers. Im Jahre 1810 wurde er zum Schulinspector. der evangelischen Gemeinde A. C. in Pesth gewählt und begründete die Schule dieser Gemeinde, über welche er eine besondere Schrift veröffentlichte und aus welcher, als aus einer ganz unansehn» lichen Lehranstalt, sich eines der Vorzug- lichsten Gymnasien Ungarns entwickelt hat. Die Vorsteher der evangelischen Gemeinde in Ungarn forderten nun S. auf, einm allgemeinen Plan für die pro« testantischen Schulen Ungarns auszuar» beiten. S. vollendete diese Arbeit, welche in Druck gelegt und in den meisten Schu» len als Grundlage angenommen wurde. Hier aber ist noch ein besonderer, von S. selbst als unerläßliche Bedingung bei Annahme seines Planes bezeichneter und bei allen Reformendes Unterrichtswesens wohl zu beherzigender Punct zu erwäh» nen, nämlich die ausdrückliche Erklärung
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sax-Schimpf, Band 29
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sax-Schimpf
Band
29
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1875
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
374
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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