Seite - 158 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Band 29
Bild der Seite - 158 -
Text der Seite - 158 -
Schega 168
schmiedes. der im Geschäfte seines Vaters
herangebildet, dasselbe auch anfänglich
ausübte, doch dabei sein Talent im
Graviren dann und wann zeigte. Im
Alter von 17 Jahren ging er, wie es
damals beim Handwerk Sitte war, auf
Wanderschaft, arbeitete zwei Jahre zu
Stein in Oesterreich und kam im Jahre
1730 nach München. Dort blieb er vier
Jahre und beschäftigte sich hauptsächlich
mit gravirter und geschnittener Büchsen«
arbeit. Nebenbei schnitt er mehrere Sie»
gel in Silber und anderes Metall und
mit solcher Geschicklichkeit, daß er den
Entschluß faßte, sich ausschließlich der
Stempelschneidekunst zu widmen. Er
übte sich zu diesem Zwecke im Zeichnen
und im Bossiren in Wachs nach der Na«
tur, stach auch Bildnisse in Kupfer und
malte solche in Pastell und mit solchem
Glücke, daß seine Arbeiten allgemein
Beifall fanden. Von seinen gemalten
Bildnissen sind u. a. anzuführen: „Nie
Ohnrtürstln Marin ZlNalia"; — „Ner Ghurkürst
Maximilian Ill5eph"', — „ Nie PrinzeLgin Oherma
Nrnedirtll", alle drei im Jahre 1738 ge-
malt; — „Ner Churliiröt Karl Albert", aus
dem Jahre 1739' die genannten Bild-
nisse jetzt sämmtlich im Schlosse Nym»
phenburg. Auch seine Wvchsbossirungen
erfreuten sich, und besonders in höchsten
Kreisen, großen Beifalls - es befinden
sich darunter jene der Kaiserin M a ri a
Theresia und des Churfürsten Kar l
Albert von Bayern, nachmaligen Kai«
ser Karl 's VII.. welch' Letzterer dem ge«
schickten Scbega die Stelle eines baye«
rischen Hofmedailleurs verlieh. Früher
schon, am 42. December 1738, war S.
als Stempelschneider im churfürstlichen
Münzamte zu München angestellt wor»
den, denn die schlecht geschnittenen baye>
rischen Münzen sollten durch neue und
gute ersetzt werden; auch wollte man einen geschickten Stempelschneider im
Lande besitzen, denn bisher mußte man,
wenn man eine Medaille brauchte, die»
selbe immer im Auslande schneiden lassen.
So datirt von Schega der Umschwung
im bayerischen Münz» und Medaillen«
wesen. Der damalige Münz» und Berg«
werks'Prasident S igmund Graf von
Haimhausen war ein besonderer För«
derer des Künstlers und unterstützte deffen
Talent mit allen ihm zu Gebote stehen«
den Mitteln. So arbeitete S. biS zum
Jahre 1780. I n der Zwischenzeit wurde
er zweimal, im Jahre 1738 und 1766,
nach Wien berufen, um die Kaiserin in
Wachs zu bossiren. Im Jahre 1768 ver-
lor er durch einen Unfall sein rechtes
Auge, in Folge deffen erblindete sein
nunmehr um so stärker angestrengtes
linkes Auge in einiger Zeit auch, so daß
er in den letzten Lebensjahren völlig er«
blindet war. Von seinen Medaillen sind
anzuführen eine Folge von 18 Stücken
mit den Bildnissen bayerischer Fürsten,
jede zwei Loth in Silber, doch es finden
sich auch in Zinn ausgeprägte Exemplare;
mit Otto dem Großen beginnend, fol-
gen Ludwig V., Otto der Erlauchte,
Ludwig der Strenge. Heinrich XIII.,
Ludwig der Kaiser, Stephan mit
der Haft. Johann I I . . Ernst I.,
ErnstHI., A lber t III., Albert IV.
Wi lhelm IV., Albert V.. Maximi«
l i an l . , Ferdinand Mar ia , Max
Emanuel und Kar lA lber t ; — ferner
schnitt er ein Medaillon mit dem Bildniß
Karl 's VII. und der Kaiserin, beide
lorbeerbekränzt, Ersterer im Harnisch; —
die Vermälungsmedaille auf Maximi-
l ian I I I . mit doppeltem Regenbogen
und der Devise: OsZignant Äwdo sors-
num,; das in Gold ausgeführte Eiern«
plar dieser Medaille ist etwas kleiner; —
die Vermälungsmedaille der Prinzessin
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Band 29
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sax-Schimpf
- Band
- 29
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1875
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 374
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon