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ScheiUer 163 Scheibler
— Von den in Prooinzblättern erschienenen '
Romanen sind mir bekannt: „Das Mädchen
aus der Königsgasse" (im Pester Journal
4870). — „Der Schneidercavalier" (im Gra.
tzer Journal l871). — „Der unsichtbare Car«
dinal" (ebd.). — Außer den hier namentlich
angeführten Romanen erschienen noch über
ein Viertelhundert andere in verschiedenen
Wiener, Gratzer, Pesther und Vrünner Iour«
nalen von demselben Verfasser. Eine unge«
wohnlich große Auflage erlebten seine im
Familien-Journale des Wiener TagblatteS
veröffentlichten historischen Romane: „Der
Depeschendieb" und „Die Freimaurer in
Wien". Die Auflage erreichte an 70.000
Exemplare.
Scheibler, Karl Freiherr von (k. k.
Feldmarschall« Lieutenant und
Ritter des Maria Theresien-Ordens. geb.
zu Eupen im damaligen preußischen
Regierungsbezirke Aachen 6. September
1772. gest. zuIosephstadt 29. Jan-
ner 1843). Einer der durch persönliche
Bravour, Kaltblütigkeit in Ausführung
seiner Unternehmungen und Scharfsinn
in feinen Dispositionen ausgezeichnetsten
Helden der kaiserlichen Armee. Scheib»
ler hatte anfänglich in der preußischen
Armee gedient. Warum er dieselbe ver»
ließ. ist nicht bekannt. Im Jahre 1799.
damals 26 Jahre alt. trat er als Lieute-
nant in das,kaiserl. Uhlanen'Regiment
Graf Merveldt Nr. 1. Von der Zeit
seines Eintrittes in die kaiserliche Armee
bis zur Beendigung der bereits in das
dritte Decennium andauernden.Kriege
im Jahre 1815 hat S. eine solche
Reihe von Waffenthaten ausgeführt, daß
hier, um die Grenzen der diesem Werke
gestellten Aufgabe nicht zu überschreiten,
nur deren wichtigste und auch diese nur
obenhin angedeutet werden können. WaS
seine dienstliche Laufbahn betrifft, so ist
dieselbe bald beschrieben. Noch im Jahre
jeineS Eintrittes in die kaiserliche Armee
wurde er tapferkeitshalber Oberlieute
nant, im November 1809 wieder in Würdigung seiner Tapferkeit bereits
Rittmeister. Im Jahre 1803 ernannte
hn Kaiser Franz wieder für eine Waf»
fenthat zum überzahligen Major in fei«
nem Regimente. 1809 wurde er Oberst-
lieutenant, worauf er 1810 mit Ober-
sten-Charakter quittirte. 1813 aber als
supernumerärer Oberst im 7. Uhlanen»
Regimente wieder eintrat und im Jahre
1813 zu CheveaurlegerS Nr. 6 (Uhlanen
Nr. 10) transferirt wurde. I n der Frie-
densepocheimOctober1823 erfolgte seine
Ernennung zum General» Major, im
Jahre 1832 zum Feld marsch all-Lieute.
nant; als solcher wurde er im Jahre
1836 Festungscommandant in Legnago,
bald darauf in Iosephstadl, und starb
alS solcher im Alter von 70 Jahren.
Scheible's Waffenruhm beginnt in den
letzten Marztagen nach der Schlacht bei
Stockach (25. März 1799). als er mit
einem Streifcorps von 40, spater 60
Uhlanen im Rheinthale betraut wurde.
Bald wurde er der Schrecken aller feind.
lichen Posten am Rheine, seine Tapfer«
keit und Kühnheit vor dem Feinde, sowie
seine Unermüdlichkeit im Regimente und
bei der ganzen Avantgarde wurden
sprichwörtlich. Der französische General
Legrand setzte 300 Livres Dem aus.
der Scheib lern gefangen einbrächte.
Am 18. April bei Niederschopfen, am
21. bei Ichenheim, im Mai bei mehreren
kleinen Handstreichen, so bis 29. Juni.
hatte er 180 Reiter, darunter 3 Officiere,
zu Gefangenen gemacht und 200 Pferde
erbeutet. Am 30. Juni griff er bei Offen«
bach. nachdem unsere von feindlichen
Dragonern verfolgten Vorposten in die
Stadt gesprengt kamen, sofort die vor
der Stadt befindliche starke französische
Haupttruppe in ihren Flanken, im
Rücken und in der Fronte, welch' letz»
teren Angriff er persönlich ausführte, so
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Band 29
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sax-Schimpf
- Band
- 29
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1875
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 374
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon