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Verdienst zugeschrieben wurde, wenn er
die Muße seines amtlichen Berufes zu
Arbeiten in Fi0ria.ru xati-ias verwendete.
Durch tzormayr war zunächst die Liebe
für vaterländische Geschichte geweckt wor«
den, und sckon im Jahre 1820 war S.
ln dieser Richtung thätig; Primisser'S
persönliche Bekanntschaft und ein Brief«
wechfel mit Büsching in Breslau för«
derten ihn nicht wenig in derselben, und
als er im 1.1824 die Katalogisirung des
v. Schönfeld schen Museums in Wien
übernahm, erweiterten sich seine Kennt-
nisse im Fache der Archäologie deS Mit-
telalterS. Ein weiteres thaten dazu seine
freilich bei beschränkten Vermögensver«
Haltnissen unternommenen, thatsächlich
wissenschaftlichen größeren und kleineren
Reisen in Oesterreich, Böhmen. Mahren,
Ungarn, Siebenbürgen, Steiermark,
welche er auch sogar in einige Grenz«
länder, wie Preußisch«Schlefien, Walachei
u. s. w. ausdehnte und von denen er
eine reiche Ausbeute theils in alterthüm<
lichen Funden, theils in Zeichnungen mit»
brachte. Er schrieb damals viele Aufsätze
— öfter anonym, einige auch pfeudo»
nym — in Hormayr'S „Archiv", in
Schickh'S Miener Zeitschrift", in den
„Hesperus", in späteren Jahren, als für
das Fach, dem er oblag, eigene Blätter
entstanden, für die Mi t the i lungen
der k. k. Central.Commission zur Erfor-
schung und Erhaltung der Baudenkmale,
für welche er seit 10. November 1831 bis
Ende 1871 das Ehrenamt eines Conser.
vators, anfänglich für den Gratzcr Kreis,
seit 1833 aber sür Steiermark. jedoch
nicht dem Titel nach, sondern mit dem
ganzen Ernste, den diese schwierige und
mühevolle Aufgabe erfordert, versah; fer«
nerfür die Mi t the i lungen des histori«
lchen Vereins für Steiermark. des Alter-
thums'Vereins, dann für die Gratzer Zei tung und daS mit ihr verbundene
belehrende Beiblatt: Der Auf merk-
same, in welchen beiden Blättern er
getreuen Bericht über seine als Conser«
vator erzielten Resultate niederlegte. Die
Titel der von S. herausgegebenen selbst«
ständigen Schriften sind: „Ner Fussreisentie
in Glorreich" (Wien 1827. Armbruster,
12".); — „Andeutungen zu einigen Auslugen
im Viertel unter dem Wiener Naldr und seinen
nächsten Umgebungen, besonders in geschicht-
licher Hinsicht" (Wien 1829. Adolph,
16".); — „Veber Schutz und Hülie gegen
Feuersbrünste. Äen Nemahnern der kleinen
Städte, der Märkte, Dürter nnd einzelnen Mfe
in Oesterreich gewidmet" (ebd. 1833. Gerold.
3".); — „Ueber Nnrgen nnd Schlösser im
A'ande Oesterreich unter der Onns. Versuch einer
gedrängten Darstellung ihrer Schicksale, Bauart,
inneren Ginrichtnng, des Urnens in denselben,
ihrer Angriffs- uud Dkrtheidignngsmeise" (Wien
1837. Beck. 16«.); — „Andeutungen über
Erhaltung nnd Herstellung alter Nnrgen und
Schlösser" (Gratz 1833, Hesse. gr. 80.);
— „Nas Mlner bürgerliche Aeughans" (Wien
. . . . . 8".), früher auch in den Beiträ>
gen zur Landeskunde Niederösterreichs
abgedruckt. Zu einer Zeit, wo seit Bü-
hels. SchulteS und Nmbel für die
vaterländische Topographie beinahe gar
nichts geschehen war, eröffnete Scheiger
ein neues Feld, das der archäologi-
schen Topographie, waS bei dem
Mangel an Hilfsmitteln in den Zwanzi»
ger-Iahren eine schwere Aufgabe war
und wobei er mit seinen Arbeiten den
Impuls zu mancher schönen Leistung gab.
Aber mit dern Vorstehenden ist das Ge-
biet der verdienstlichen Leistungen S.'s
noch lange nichr erschöpft. Er förderte
auch noch andere gemeinnützige Zwecke,
so als Verwaltungsrath deS steiermärti«
schen GewerbevereinS, als Ausschuß des
Kunstindustrie-VereinS und als Obmann
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Band 29
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sax-Schimpf
- Band
- 29
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1875
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 374
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon