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Scheiner 172 Scheiner
reich ist. Selbstständig hatte S. bei
Lebzeiten nur die kleine Broschüre: „Nie
Aeligillnsuultläge an den GymnaZikn, llder Ae-
türm des ii5terreichi5chen Unterrichts" (Wien
4848. Braumüller, 8".) veröffentlicht.
Sein schriftstellerisches Wirken beruht bei
Lebzelten vornehmlich auf der Heraus»
gäbe und Redaction der mit Dr. I . M.
Häusle im Jahre 4880 begründeten
„Zeitschrift für katholische Theologie",
welche ein Organ gemeinsamer literari«
scher Thätigkeit für die höhere Cultur
der katholisch - theologischen Wissenschaft
sowohl nach der theoretischen als prak«
tischen Seite hin sein sollte, um jene
innere Ueberzeugung, d. i. das klare und
bestimmte kirchliche Bewußtsein, das im
Glauben und Wissen seinen Grund hat,
zu wecken und zu heben. Früher schon
an der von dem Hofburgpfarrer Pletz
sBd. XXII , S.432) begründeten „Neuen
theologischen Zeitschrift" thätig, war er
nun an seiner eigenen einer der fleißigsten
Mitarbeiter, denn jeder Jahrgang ent«
halt eine oder zwei Abhandlungen und
befo-nderS viele kritische Aussatze über
Werke aus allen Theilen der katholischen
Theologie aus seiner Feder. Durch die
ganze Zeit ihreS achtjährigen Bestandes
führte S. die Redaction. Später. l862.
trat an die Stelle derselben: „Die öfter«
reichische Viertcljahrschrift für katholische
Theologie", an deren Zustandekommen
S. selbst den wesentlichsten Antheil hatte,
und an welcher er sich gleichfalls als schr
fleißiger Mitarbeiter betheili'gte. Nach
seinem Tode gab der Redacteur der All-
gemeinen Literaturzeitung für das katho-
lische Deutschland. Dr. Th. W iedem a n,
S.'s „Predigten... mit einer Lebensskizze
des Verstorbenen" (Wien 1869. W.
Braumüller, mit S.'s Bildniß, 8".) her«
aus, worin eine Auswahl von Predigten.
32 an der Zahl, welche S. bei verschie« dcnen Gelegenheiten zum Theil in der
k. k. Hofcapelle gehalten hat, aufgenom»
men ist. Aus der Lebensskizze erfahren
wir, daß im Nachlasse S.'s sich nicht we«
niger denn 4? druckdereitö Manuscripte
befinden. Seine Bibliothek hat S. in
seinem Testamente vom 8. März 1838
zum größten Theile der Wiener Univer«
fitäts'Bibliothek vermacht, damit, wie
es in seiner letztwilligen Anordnung,
§ 3, heißt: „die jungen Wiener Seel«
sorger, welche nach weiterer theologischer
Ausbildung streben, fick derselben leicht
und bequem bedienen können". Die
Bibliothek umfaßte 1303 Werke mit etwa
4000 Bänden und waren Geschichte,
Theologie in allen Zweigen, vornehmlich
Eregese und orientalische Sprachkunde,
darin stark vertreten. Auch fanden sich
darin viele ältere hebräische Werkc und
zahlreiche theologische Zeitschriften. Um
dieses Vermächtniß kenntlich zu machen,
wurden sämmtliche Bücher mit einer
lithographirten Etiquette versehen, welche
die Aufschrift trägt: „Ans dem Legate
des hochwürdigen infulirten Prälaten
und Domcantors von St. Stephan
Dr. Joseph Scheiner vom Jahre 1867".
Schließlich sei noch bemerkt, daß S. in
der vormärzlichen Zeit längere Zeit das
Censoramt der theologischen Literatur
ausübte und zwar in ziemlich angst«
licher Weise, welche den hoch. und wissen«
schafllich gebildeten Theologen, der er
unbestritten war. kaum vermuthen läßt.
Den uon vi-. Th. Wiedeinan herausgcgebe«
nen „Predigten" Scheiner's geht dessen
Lcbmöskizze voran, — Wiener, Zei tung
(gr. 4°.) 1867. Nr, 2N0. S. 407: „Or. Io.
seph Scheiner", Nekrolog von Dr. Ios. Die»
mer. — (Hoff inger, I . Nitt. v.) Oester«
reichische Ehrenhalle (Wien <863, Seidel u.
Sohn. gr. 8°.) V. 1867, S. 5l. - Porträt.
Dasselbe befindet sich in Scheiner's, von Dr.
Niedeman herausgegebenen „Predigten". —
Noch ist eines zlveilcn Joseph ^schcincr,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Band 29
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sax-Schimpf
- Band
- 29
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1875
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 374
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon