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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Band 29
Seite - 180 -
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Scheliesimgg 480 Scheließnigg gaben einwirkte. Um feinem Vater die Last seiner Ausbildung nach Kräften abzunehmen, begann S. Unterricht zu ertheilen, wahrend er sich selbst in der französischen Sprache, im Zeichnen und in der Musik, vornehmlich im Gesänge ausbildete. Nach beendetem Gymnasium und philosophischem Studium widmete sich S. jenem der Rechte und begab sich. 19 Jahre alt, nach Gratz. Die französische Invasion unterbrach ihn darin. Er studirte in Folge dessen einige Fächer privat, ging dann nach Wien. wo er die Rechte unter mancherlei Entbehrun» gen und Anstrengungen beendigte und dann bei dem Magistrate die Criminal« praris nahm. Anfangs August 13N kehrte er mit dem Absolutorium über vollendete RechtSftudien in feine Heimat zurück. Die erste Absicht, in den Staats» dienst zu treten, mußte seinem Bestreben, möglichst bald eine Versorgung zu finden, weichen. Und dieses letztere Streben entsprang aus seinem Herzen, da er das Mädchen seiner Wahl. das er noch als Student kennen und lieben gelernt, möglichst bald heimführen wollte, was ihm im Staatsdienste doch nicht möglich erschien. So trat denn S. bei der Herr» schaft Bleiburg sofort als Praktikant ein, wurde 1813 schon Controlor und im folgenden Jahre, also im Alter von 24 Jahren, Pfleger und Bezirkscommissär in Bleiburg. Am Ziele seiner Wünsche entriß ihm der Tod seine Braut. In seinem Berufe widmete'sich S. mit allem Eifer und Fleiß der Arbeit und die dama» ligen bewegten Zeiten, feindliche Inva» sion, Rekrutenaushebuug, Miß» und Huna/crjahre, Unruhen unter dem Land« volke, damit verbundene schwierige und heikliche Amtscommissionen nahmen seine ganze Thätigkeit in anstrengendster Weise in Anspruch , auch fand er bei einem so i bewegten und" mit manchen Unannehm- lichkeiten verknüpften Dienste keine Be» friedigung und benutzte daher die erste Gelegenheit, ihn gegen einen andern entsprechenderen zu vertauschen. So ge» schah es denn, dciß er die Stelle eines Pflegers auf der Graf Egge r'schen Herr« schaft Haimburg annahm. Aber auch auf diesem Postm war durch die Fahr« und Nachlässigkeit seiner Vorgänger in der Stelle S.'s Dienst ein höchst aufreibender. S. lag ihm mit dem ihm zur zweiten Natur gewordenen Eifer ob und gewann dadurch daS Vertrauen seiner Gutsherr» schaft in solchem Grade, daß er, als im Jahre 1827 der Inspector und Ieiter der gräflichen Besitzungen und Gewerke ge« storben war, an dessen Stelle nach Kla« genfurt berufen wurde. Auf diesem Posten entfaltete nun S. seine volle Energie und während 49jähriger Wirksamkeit als Inspector wurde nicht nur durch die auf allen Herrschaften durchgeführte Grundentlastung ein ganz neuer Ver« waltungsorganismus geschaffen, son« dcrn auch die technischen Etablissements sämmtlich vom Grunde auS umstaltet und nach den neuesten Principien in Be« trieb gebracht; auS diesen Umänderun» gen seien nur beiläufig erwähnt: Die Auflassung der wegen der englischen Con« currenz unrentabel gewordenen Weiß« blecherzeugung zu Lippizbach, hinge- gen die Einführung des Walzwerkes und der Gasfeuerung', die Aufstellung deS Walzwerkes mitDampfhammerzuFreu- denberg mit der zum Betriebe ver« wendeten Ausnutzung des dort befindli. chen Torfmoores; die Ausstellung der nach den neuesten Principien gegründeten Drahtfabrik in Feistritz, welche die größte und schönste in Oesterreich ist. Aber auch nach anderer Seite entfaltete S. eine ersprießliche und in jeder Rich-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sax-Schimpf, Band 29
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sax-Schimpf
Band
29
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1875
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
374
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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