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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Band 29
Seite - 184 -
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Schelivsky 484 Scheliosky ungewöhnlich reich ausgestatteten Schule wurde überdieß ein Pensionat für in- und externe Zöglinge verbunden, dessen Leitung Gustav Schel ivsky. der jüngere Bruder Karl 's übernahm. Nach« dem S. bis zum Jahre 1361 seiner An- stalt die sorgfältigste Thätigkeit zugewen» der und eine Beliebtheit errungen hatte, die in jenen Tagen keine Rivalität besaß, trat er im genannten Jahre auS Gesund» heitsrücksichten von seiner so anstrengen- den Aufgabe zurück. Nun erfolgte eine Trennung der Anstalt, so zwar, daß Professor Skr ivan die Realschule und Gustav Schelivsky die Hauptschule leitete. Indessen entzog sich S. auch anderen bürgerlichen Pflichten nicht. S. wurde im Jahre 1830 Gemeinderath der Stadt Wien; im Jahre 1832 Ausschuß des Vereins zur Verbreitung von Druck, schuften für Volksbildung; 1833 erhielt er das Wiener Bürgerrecht; 1858 wurde er Mitvorsteher der Kleinkinder.Bewahr. anstalt und Ortsschulaufseher für die Pfarrschule Alservorstadt; zahlreiche Anerkennungs-Decrete. welche S. wäh- rend seiner vielfachen Thätigkeit erhielt, sprechen für seine ersprießliche und opfer« willige Thätigkeit. 1871 zog sich S. nach Linz zurück. Aber auch hier konnte er seinem Thätigkeitstriebe nicht entsagen. Er hielt daselbst sehr lebhaft besuchte populäre Vorträge üb.'r Physik, wurde zum Präsidenten des Gewerbevereins er« nannt, ertheilte den Lehramtscai.dida. tinen Unterricht in dcr Handhabung physikalischer und chemischer Apparate, construirte den physikalischen Volksschul- Apparat für Oberösterreich u. s. w., und ist dadurch ebenfalls in den Besitz einer großen Ncihe von Anerkennungen ge- laugt. In dieser Zeit, wahrend welcher cr nur im Interesse der Bildung wirkte, bethcilte cr nuch zahlreiche Lehranstalten mit Lehrmitteln verschiedener Art. Im Jahre 1873 übersiedelte S. von Linz nach Salzburg, einerseits um hier größere Ruhe zu erzielen. anderseits angelockt von der Alpenflora, welche seinen emsi« gen botanischen Studien reiche Ausbeute versprach. Diese besonders scharf ausge- prägte Vorliebe S.'s für die Botanik war es auch, welche ihn feit Jahren nicht ruhen ließ, bis es ihm gelungen war. einen ImpragnirungSstoff zu combiniren, welcher die gepreßten Blüthen, Blumen und Blätter in ihrer ursprünglichen Farben frische und Biegsamkeit conservirt. E6 ist ihm dieß auch nach vie« len Mühm und Versuchen glücklich ge- lungen. Die reizenden Blumentableaux und wissenschaftlich geordneten Herba- rien, welche S. bei mehreren Gelegen» heiten an verschiedenen Orten ausstellte, veischafften seiner epochemachenden Er» findung die ungetheilte Bewunderung und dem Erfinder mehrere Ehrenme- daillen. Ueber den Gebrauch deS er« wähnten ImpragnirungSstoffes erschien 1876 bei Menzel in Leipzig eine po« pular gefaßte Broschüre. An padago« gischen Schriften hat S. herausgegeben: „Ullntir- und Ksrbuch, eine praktische Nenk- lchrekär die zarte Jugend" (Wien 1849. 3. W. Seidel); — „Vm'trciIZ-Nrhnngeil tiir duZ zarte Slter" (Wien 183l) , Seidel); — „Anleitung jtun Gebrauche phq5ikllli5chrr Zppn- rute" (Linz 1872, Fink). Ferner erschienm von ihm zahlreiche, besonders gedruckte populär'wiffenschaftliche Anleitungen und in Zeitschriften Beitläge pädagogischen und gemeinnühigen Inhalts. — S.'S ob» erwähnter Bruder Gustav ist der Verfas- ser eines öfter bereits aufgelegten „An- schauungs < Unterrichtes in französischer Sprache"; er hat die Hauptschule und das Pensionat von seinem älteren Bruder übernommen, nach Döbl ing übertra»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sax-Schimpf, Band 29
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sax-Schimpf
Band
29
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1875
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
374
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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