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von neun Jahren in das Kloster Polling,
um im dortigen Seminar die Elemente
der lateinischen Sprache und Musik zu
erlernen. Im Jahre 1736 bis 1762 be-
suchte er in München die Humanitäts-
und philosophischen Classen und trat im
October letzteren Jahres zu Tegernsee in
den Benedictinerorden, in welchem er
am 13. November 1763 die Ordens«
gelübde ablegte, worauf er nach Bene«
dictbeuern kam. wo er vom Jahre 1764
an das Communstudium der bayerischen
Benedictiner-Congregation hörte. Er be»
trieb Theologie, Kirchenrecht. Kirchen«
geschichte und orientalische Sprachen.
Im Jahre 1767 erhielt er die Priester-
weihe, begab sich sodann nach Salzburg,
um an der dortigen Hochschule die Stu»
dien fortzusetzen. Nach Beendigung der>
selben kehrte er in sein Kloster zurück und
lehrte in demselben durch vier Jahre
Theologie und Kirchenrecht, worauf er
einen Ruf als Professor an das Gymna«
sium in Sahburg erhielt, den er annahm.
Im Jahre 1774 erlangte er die philoso-
phische Doctorwürde und an der Hoch»
schule die Professur der Ethik, des Natur-
rechtes und der Universalgeschichte. Nebst
diesen Fächern trug er auch über orienta«
lische Sprachen vor. Im Iayre 1784
gab er die letztgenannten Vorträge auf
und widmete sich fortan ausschließlich
dem Vortrage der Geschichte und Philo»
sophie. Im genannten Jahre erfolgte auch
seine Ernennung zum Universitäts-Biblio«
thekar und im Jahre 1792 zum Universi-
täts.Reclor, welche Würde er bis zum
16. Juli 1802 versah. Nach einer mehr
als dreißigjährigen Thätigkeit an der
Salzburger Hochschule kehrte er in sein
Kloster zurück und begab sich nach dessen
Aushebung im Jahre 1803 in seinen
Geburtsort Peuting, wo er im Alter
von 63 Jahren starb. Die Titel der von S. herausgegebenen Druckschriften sind
in chronologischer Folge: „Handbuch pm
Gebrauche der melieren lateinischen Schulen ...."
(Salzburg 1776. 8".); — „Griechische
Sprachlehre sammt Auszügen ans griechischen
Zchrittötellern, als eine vollständige Anleitung,
nicht griechisch zu reden oder zu Schreiben, Wühl
aber ank eine Kurze unil leichte Art die griechi-
schen Schriftsteller ohne Anstoss lesen zu kön-
nen" (Salzburg 1776); — „F^oms
^Vis^m^o^eas . . . " (ebd. 1780. 8".);
— „Abriss der Aniversalhistorie . . .",
2 Theile (ebd. 1780 u. 1782. 8".); —
„Neber das Zölibat der Geistlichen und t>ie
Nrnölkernng in katholischen Staaten, ans Grün-
den der politischen Rechenkunst . . ." (ebd.
1784. 8o.); — „PraKtiZche Philosophie. . .
Z. Oheil, welcher die allgemeine praktische Phi-
lllLllphie und Noral enthält; 2. «Vheil, welcher
das Natur- und Völkerrecht nnd die Stautsklug-
hrit enthält" (1. Theil Salzburg 1783;
2. verb. u. verm. Aufl. 1792; 2. Theil
1794, 8".); — „Vekcr die Wichten der
Mildthätigkeit uno verschiedene Arten, die
Armen zn versorgen" (Salzburg 1783. 8".);
— „Versuch nber den Einfluss der Arbeitsam-
Keit aut Menschenglück . . . " (ebd. 1790,
8".); — „Ueber den Grund der Sittlichkeit..."
(ebd. 1791), die letztgenannten zwei Ab«
Handlungen befinden sich abgedruckt mit
Differtationsschciften von Ios. Stein-
büchler, I.N.GrafenKuenbürg und
C.B. von Gumpenberg; — in der
weiteren Beleuchtung derWiehrl i 'schen
Sache in Ansicht der als anstößig und
ketzerisch angefochtenen DiSputirfatze die«
ses Zehrers auS der praktischen Philoso«
phie befinder sich S. 83 —108 Schelle's
5g.au1ta.ti5 pw'iosopliioÄO
g in olMLa. ^Vi 6 k r-
; — im „R^ichsanzeiger" 1797,
Nr. 13. veröffentlichte er seine „Apologie
für die Universitatzu Salzburg gegen einen
Ungenannten" und schließlich besorgte er
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Band 29
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sax-Schimpf
- Band
- 29
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1875
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 374
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon