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die neuen Ausgaben des 2. Theiles und
4. Bandes des praktisch-theologischen
Religionshandbuches von Schwarz,
hueber; auch enthalten die Jahrgänge
4788—1792 der „Oberteutschen Litera«
tur-Zeitung" viele Recensionen aus S.'s
Feder.
Hübner. Beschreibung der Haupt« und Ncsi«
denzstadt Salzburg l?93, Bd. 31, S. 603. —
Meusel (Ioh. Georg). Das gelehrte Teutsch«
land (Lemgo l?84. Meyer. 8«.) Bd. VI I ,
S. 92. und Bd. XI I , S. 377. — Zauner's
Verzeichniß aller akademischen Professoren zu
Salzburg vom I . l728 un (!813). S. ?ö u. f.
— Fautts?', s^iHduL lisotoruin N«3ni5eo.
i-urn IIniv6riiit2.ti8 6uU3dui'36N8i8, p. 20 ot s.
— Neueste S ta ats anzeig e n, Bd. I I ,
Stück 1 l , S. l21: „Apologie des Universi.
täts-Rcctols A. Schelle gegen einen Unge-
nannten".
Schelle, Karl Eduard (Schrift-
steller, geb. zu Biesenthal, einer
kleinen Stadt unweit von Berlin, am
31. Mai 1816). Der Vater war prote-
stantischer Geistlicher in dem Orte und
hatte den Sohn ebenfalls zur Theologie
bestimmt. Von ihm erhielt dieser den
ersten Unterricht in den Wissenschaften,
im Clavierspiele, und zwar als Kind
zunächst von der Mutter, dann später
von dem Cantor und Organisten der
Stadt, der ihn auch die Elemente der
Harmonie lehrte und, nachdem eine ge»
wisse Fertigkeit auf dem Clavier erlangt
war. aus die Orgelbank setzte. Schon
früh hatte sich bei dem Knaben eine cnt-
schiedene Neigung zur Musik entwickelt,
und zwar derart, daß sie häufig mit den
Wünschen und Absichten der Eltern in
Gegensatz kam. Dieselbe erhielt noch
mehr Nahrung in Potsdam, wohin ihn
die Eltern gesandt hatten, um sich am
dortigen Gymnasium für die Universi-
tät vorzubilden. Hier erweiterten sich
unter den Einflüssen des MusikdirectorS
Schartl ich seine Kenntnisse in der Mufik, und der damals dort bestehende
Singverein, wo er häufig bei den Uebun»
gen und Proben das Accompagnement
am Clavier übernehmen mußte, bot ihm
zugleich die Gelegenheit, im Partiturspiele
sich zu üben und mit den hervorragenden
Werken der classischen Kirchenmusik ver«
traut zu werden. Einen tiefen, unauS«
löschlichen Eindruck machte auf ihn daS
Orgelspiel Friedrich Schneider'S, der
aus Dessau zur Leitung eines Musikfestes
herübergekommen war und sich bei die«
fer Gelegenheit mehrmals hören ließ.
Der schon srüher erfolgte Tod des Vaters
und die Umstände nöthigten ihn, nach
Berlin zu übersiedeln, wo er am Gym»
nasium, genannt das „Graue Kloster",
seine Gymnasialbildung vollendete. An
diesem Gymnasium fand die Musik eine
besonders liebevolle und sorgsame Pflege,
und alljährlich fanden hier größere musi>
kalische Aufführungen mit Orckefterbeglei»
tung Statt, zu welchen meist Händel«
sche Oratorien und die Motetten Bach'S
gewählt wurden und an denen sich auch
die ersten Künstler der Stadt betheiligten.
In Folge dieser Eindrücke wurde in ihm
der schon langst gehegte Wunsch, sich
auS>
schließlich der Musik zu widmen, zum festen
Entschlüsse. Nach beendetem Gymnasium
bezog er die Universität in Berlin, stu«
dirte hier Philologie und Theologie und
nahm zugleich mehrere Jahre hindurch
Unterricht in der Composition bei dem
damals als Muflktheoretiker so berühm»
ten Professor Marx. Eine genaue Selbst-
prüfung indeß überzeugte ihn bald, daß
ihm die eigentlich schöpferische Kraft
abgehe und so übernahm er nach vollen»
deten Universitätsstudien eine Hauslch<
rerstelle bei einer adeligen Familie nahe
bei Berlin und gedachte, sich spater als
Docent der Aesthetik und Musikgeschichte
an der Berliner Universität zu habilitiren.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Band 29
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sax-Schimpf
- Band
- 29
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1875
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 374
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon