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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Band 29
Seite - 188 -
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Schelle Scheue Diesen Vorsah wollte er im Jahre 1847 ausführen. Allein bereits begannen die Vorboten der Revolution sich zu zeigen, und bei der unsicheren Lage der Verhält« nijse zog er es vor. einem Rufe nach Südrußland Folge zu leisten. I n Ruß- land verblieb er, mit der Unterbrechung eineS halbjährigen Aufenthaltes in Deutschland, abwechselnd in Poltawa, Moskau und Petersburg lebend, bis zum Jahre 1836 und reiste dann über Paris nach Rom. um hier musikgeschicht« liche Studien zu unternehmen. Hier lernte er die berühmte päpstliche Sängerschule, gewöhnlich genannt „die Sirtinische Ca> pelle", kennen und faßte die Idee, die Geschichte dieses merkwürdigen Institu- teS zu schreiben. Er arbeitete in verschie« denen Archiven Italiens, in Rom, Flo« renz. in dem alten Kloster Monte Cassino, in Neapel und ging dann für mehrere Monate nach München, um daselbst in der Bibliothek seine Materialen zu ergän« zen und von dort nach Paris für längere Zeit. Im Sommer 1864 erhielt er einen Ruf nach Wien, um dort das Musik. Referat bei dem Journale „Die Presse" zu übernehmen und lebt seitdem daselbst. Seine ausgedehntere literarische Thalig, keit beginnt erst mit seinem zweiten Auf« enthalte in Paris. Die nächste Veranlas» sung dazu gab die bekannte Katastrophe des „Tannhäuser" von Wagner in der Pariser Oper. iu Folge deren er in einer Broschüre, betitelt: „Ner Cllnnh'äu5rr in Paris oder der dritte musikalische Krieg", er« schienen bei Brei tkopf in Leipzig, für Richard Wagner öffentlich in die Schranken trat. Zugleich trat er in Ver« bindung mit der von Brenol m Leipzig herausgegebenen Musikzeitung. Er erhielt den Antrag, an der Redaction dieses Journales sich zu betheiligen ; dieses Pro. .ject zerschlug sich aber an der Principien« frage, die dabei in'S Spiel kam. rend er hauptsächlich seine Thätigkeit die« ser Zeitung widmete, verfaßte er auch mehrere zerstreute Aufsätze, die Musik« zustande in Paris betreffend, für mehrere fremde Blätter, unter anderen auch für das Journal: „Der Invalide" in Peters- bürg. Auch in Italien hatte er einzelne Kleinigkeiten für die damals in Neapel erscheinende Musikzeitung verfaßt. I n Paris wurde dann auch das schon in Rom angelegte Werk: „Nie päpstliche SüngerZchnle in Kam, genannt die Seitinische Cllprlle" wieder in Angriff genommen, aber erst in Wien vollendet, wo es icn Jahre 1871 bei I . P. Got thard t erschienen ist. Gegenwärtig arbeitet S. an einer „Geschichte der französischen Oper", zu welcher er in Paris die umfas» sendsten Materialien gesammelt. Eine Anzahl anderer Schriften, meist Schilde« rungen der Zustande und Verhältnisse der Lander, in denen er sich aufhielt, hat er bisher der Oeffentlichkeit vorenthalten, da sie außerhalb deS von ihm vertretenen Faches fallen. Von den verschiedenen, in Fach. und anderen Blattern enthaltenen Aufsätzen S.'s sind die nachfolgenden wichtigeren erwahnenswerth, und zwar in der in Leipzig erscheinenden, von Franz Bcende l herausgegebenen Neuen Zeitschrift für Musik: „Alceste" in Paris und Madame Viardot" (22. No« vember 1861); — „Pariser Musikznstande während der Saison 1861—1862"; — „Die „äervä paärona.« des Pergolese und ihre Abenteuer. Ein Essay" (12.De- cember 1862); — „Ein Requiem in Notrs I)QiQ6" (20. März 1863); — „Gluck und die Oper" von A. R. Mari" (17. Juli 1863. in mehreren Folgen); — in den Signalen für die musika« lische Welt: „Aus dem französischen Mu. sikleben im 18. Jahrhunderte (Rameau)"
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sax-Schimpf, Band 29
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sax-Schimpf
Band
29
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1875
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
374
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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