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Hcheis 193 Schels
seinen Vorgesetzten gern gesehen war. wie
schriftstellernde Beamte bei ihren unmit.
telbaren Chefs, und also Schels nur
einer der wenigen war. welche auf diesem
Gebiete fich bewegten und überdieß Ver<
dienstliches leisteten. Schels war ein
ungemein fruchtbarer Schriftsteller, und
wenn auch nur wenig davon, was er
schrieb. Gold ist, es find doch mitunter
ganz gute und noch immer brauchbare
Arbeiten. Zur Schriftstellerei kam er
durch einen Auftrag seines Regiments«
commando's zur Zeit, als er noch Lieute«
nant im Regimente Frehlich war. der
darin bestand: „Ueber die Moral des
Kriegers" Vorlesungen zu verfassen und
dieselben in den Officiersschulen vorzu«
tragen. Aus gleichem Anlasse verfaßte er
ein Handbuch der Mathematik für Krie>
ger. Beide vorgenannten Arbeiten scheinen
jedoch ungedruckt geblieben zu sein, denn
ich konnte fie in Bücherkatalogen nicht
auffinden. Die Titel der von Schels
im Drucke erschienenen Werke sind in
chronologischer Folge: „Reichte Gruppen,
kleiner Krieg. Oin Handbuch kür Gißrme uller
Nüffengllttllngen", 4 Theile (Wien 1813
bis 1813. Strauß. 8".); - „Mern zu einem
-treten Vereine k. k. Ofßciere kür t>ie erweiterte
Versorgung ihrer PenZiunisten nnti deren Nit-
wen nnd Vaisen" (ebd. 1816. 3«>>, diese
„Ideen" erregten die Aufmerksamkeit des
Erzherzogs Anton , der darüber an den
Kaiser einen besonderen Vortrag erstat-
tete. Der Monarch wollte nun, um den
Vorschlag zu prüfen, eine besondere Com-
Mission zusammensetzen lassen, aber der
AuSbruch deS Krieges 1813 trat dazwi»
schen und die Sache blieb — aä. 2.Lta
gelegt; — „Geschichte der Viinder des iister-
rrichischrn UaiserZtllllteZ" , 9 Bände und
1 Negfsterbano (Wien 1819—1828.
Heubner, gr. 8"., mit einer großen Karte:
Oesterreichs Lander unter den Römern);
v. Würz b ach. bioar.Lerikon. XXIX. lGedr. — „Nie Felkzüge der GeZterreicher in Italien
in den Jahren NZZ—17S5" (Wien 1824.
Heubner, 8o.); — „Geschichte des siidÜZt-
lichen Gmllpll nnter der Herrschaft der Nümer
und Nnrkrn«, 2 Bde. in drei Abtheilungen
(Wien 1823—1827. Strauß, 8o.); —
„Beitrüge znr Kriegsgeschichte nntl Nriegsms-
senschllkt", zwei Sammlungen zu je sechs
Banden (Wien 1828—1833. Heubner.
16".), aus welchen „Beiträgen" beson»
derS hervorzuheben find: „Der Feldzug
K a
tz
i a n e r's in Slavonien 163?"
(I. Sammlg.. 2. Bd.); „Feldzug der
Generale Buquoy und Dampierre
1613 inBöhmen" (II.Sammlg.. 3.Bd.);
„Die Feldzüge Alexander's Herzogs
von Parma in Frankreich 1384 und
1388" (II. Sammlg., 2. Bd.); „Feld-
züge Johann Sobieski's, Königs
von Polen, gegen die Tataren und Türken
(1649—1696)" (ebd.. 6. Bd.); — „Kai-
5er JellpllldlI. Geschichte Gestnmchz unter
seiner Negiernng NZ0—1792" (Wien 1837,
Heubner. gr.8<>.), auch als zehnter Band
der vorerwähnten neunbändigen „Ge>
schichte der Länder des österreichischen
Kaiferstaates"; - „Ner Felbdienbt". 4Bde.
(Wien 1840. Braumüller u. Seidel,
16o.. mit 2 Taf.j. Die Hauplthätigkeit
Schels' concentrirt sich aber in seiner
Redaction der schon erwähnten „Militä»
rischen Zeitschrift", welche Erzherzog
Karl im Jahre 1808 gegründet, die
darauf im Jahre 1809 durch den Krieg
unterbrochen, dann aber 1811 von dem
Feldmarschall Grafen Bel legarde
wieder aufgenommen wurde. In den Iah«
ren1811, 1812 und 1813 nährn Schels
an der Redaction Theil, denn die eigent.
liche Seele der Zeitschrift war und blieb
der damalige Oberstlieutenant im Gene-
ral.Quartiermeisterstabe, 3 eonhard
Graf Rothkirch >M.XXVII,S. 108).
Der Beginn der Befreiungskriege unter-
24. Februar l873.) ^
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Band 29
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sax-Schimpf
- Band
- 29
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1875
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 374
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon