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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Band 29
Seite - 199 -
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Schenk 199 Schenk bild dienten. I n Baden hatte sich S. das Wohlwollen deS dortigen Pfarrers Ignaz von Fröhlich erworben, und dieser nahm ihn im Jahre 4773 eines Tages nach Wien mit, um ihn dem Erz< bischofe Migazzi vorzustellen und auf das Wärmste anzuempfehlen. Die Folge davon war, daß S. auf die Chur nach Wien berufen und dem Domprediger Schneller, einem tüchtigen Musikken- ner und gewandten Violinspieler, zur musikalischen Ausbildung übergeben wurde. Zugleich genoß S. den Unterricht Wagen seil's w der Compositions» lehre, welcher bis zu dessen im Jahre 4777 erfolgten Tode währte, in welcher Zeit S. mit seinem Meister die bedeutend» sten Werke von Seb. Bach. Ios. Fur, Galupp i . Gluck, Händl , Hasse, Palästr ina u. A. durchstudirt hatte. So hatte S. mit 18 Jahren eS so weit gebracht, daß er eine solenne Messe com» ponirte. welche auch am 8. Jänner 1773 durch den Domcapellmeister von St. Ste» phan, Leopold Ho ff mann sBd. IX, S. 160). öffentlich aufgeführt wurde. S. erntete für seine Arbeit die Anecken- nung van Swieten's und Haydn's, und namentlich letztere besaß für ihn um so größeren Werth, da Haydn eben damals in der Sonnenhöhe seines Ruh« mes stand. Nun versuchte sich S. in mehreren anderen Werken, wovon eine Litanei, ein Ztadat inatsi, eine zweite Messe und die Zwischenmusik zu Blum> auer's Trauerspiel: „Erwine von Stein- heim" zu erwähnen sind. Anläßlich letzterer begann S. steißig das Theater zu besuchen und gelangte so auf das ihm am meisten zusagende Feld in der Composition, das theatralische. Bald war sein Entschluß gefaßt, sich ausschließlich dem Theater zu widmen. Er componirte nun nach einan- der fünf Opern, welche aber alle nicht zur Aufführung gelangten; erst die Oper: „Die Weinlese" wurde am 8. October 1783 auf dem Theater in der Leopold» stadt aufgeführt und mit entschiedenem Beifalle aufgenommen. Dieß eiferte ihn zu neuen Arbeiten an, mit denen er allmälig in die Oeffentlichkeit trat. sDie Ueber« ficht von S.'s Kompositionen folgt weiter unten.^ In diese Zeit fallen zwei Bekannt» schaften Schenk's, welche noch in seinem hohen Alter zu seinen stolzesten Erinne» rungen zählten, nämlich mit Mozart M . XIX, S. 170). den er oft auf dem Claviere phantasiren zu hören so glück« lich war, und dann mit Beethoven ^Bd. I , S. 224). dem er in der Zeit vom August 1792 bis Ende Mai 1793 Unterricht aus der Compositionslehre, vornehmlich in den Regeln des Contra» Punctes ertheilte. Eine Rcise, welche Beethoven Ende Mai 1793 mit Haydn nach Eisenstadt unternahm, unterbrach diesen Unterricht, wofür sich Beethoven in einem herzlichen Schrei» ben bedankte. Ununterbrochen aber währte das freundschaftliche Verhältniß zwischen Beiden. BiS zum Jahre 1802 aber be- schäftigte sich S. ausschließlich mit der Composition und zum größeren Theile für die Bühne; von dieser Zeit an zog er sich in das ruhigere Privatleben zurück und beschäftigte sich außerdem mit Unter» richtertheilen in der Musik. Außer der schon erwähnten Oper: „Nie Weinlese" schrieb S. im December 1786 das drei. actige Singspiel: „Nie Mihnacht auk dem Lande", welches wie die vorerwähnte Oper sich nahezu zwei Decennien auf dem Repertoire erhielt; im Jahre 1787 für das k. k. Hoftheater das Singspiel: „Im Finstern iZt nicht gut tappn"; im Jahre 1788 für die von Keeß veranstalteten musikalischen Akademien: „6 Zymphllnien". doren Aufführung Joseph Haydn bei»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sax-Schimpf, Band 29
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sax-Schimpf
Band
29
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1875
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
374
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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