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engeres Verhältniß. Ungeachtet dieser
streng wissenschaftlichen Richtung, die sich
auch zeitlich in einigen Arbeiten, deren
weiter unten Erwähnung geschieht, kund«
gab. wendete sich S. dem ärztlichen Be-
rufe zu. auf welchem sich ihm als Substi«
tuten des seiner Zeit so geschätzten Arztes
Johann Ritter von Schreibers ein
weites und zur Entwickelung seiner
Fachkenntniffe dankbares Feld darbot.
Reisen in'S Ausland, die er zu öfteren
Malen, insbesondere auch in berühmte
Badeörter, wie Karlsbad und Teplitz.
unternahm, wo er die Natur und Eigen«
thümlichkeiten derselben beobachtete und
durchforschte, vervollständigten seine theo-
retischen und praktischen Kenntnisse und
gaben ihm Gelegenheit, mit bedeutenden
Mannern, wie z. B. mit Tissot in Lau-
sänne, Verbindungen anzuknüpfen. Neben
seinem praktischen ärztlichen Berufe blieb
jedoch S. seinen theoretischen Wissenschaft,
lichen Studien treu und veröffentlichte
von Zeit zu Zeit die Ergebnisse seiner
Beobachtungen und Forschungen. A!s
im Jahre 1797 die unter Kaiser Io -
sep'h I I . aufgehobene Theresianische
Ritterakademie durch Graf Säurau
neu organisirt wurde, übernahm S. die
Professur der Chemie an derselben, welche
er durch sechs Jahre versah, bis er im
Jahre 1803 einem Rufe als Professor
der technischen Chemie an dem neuerlich»
tetün polytechnischen Institute zu Prag
folgte. Vier Jahre versah er das letzt«
genannte Lehramt, als an Stelle Io r -
dans > M X, S. 266. Nr. 4) seine
Berufung als Professor der speciellen
Naturgeschichte an der Wiener Hochschule
erfolgte. Letzteres Lehramt bekleidete S.
bis Ende des Jahres 1833. durch volle
26 Jahre, worauf er nach einer im Lehr»
fache zugebrachten 36jährigen Dienstzeit
in den Ruhestand übertrat. Hand in Hand mit seiner lehramtlichen Thätigkeit
geht seine fachwissenschaftliche schriftstelle,
rische, die theils in mehreren selbstständi-
gen Werken, theils in verschiedenen, in
Fachblättern abgedruckten Aufsätzen be.
steht. Die Titel seiner Arbeiten find:
1782, 8^.), mit
dieserInaugural.Dissertation eröffnete S.
seine schriftstellerische Thätigkeit; Priest,
ley' sundIngenhouß' j^Bd. X, S. 206)
Arbeiten auf diesem Gebiete regten S.
zu weiteren Forschungen in dieser Rich.
tung an, und so entstand das größere
Werk. dem obige Dissertation als Vor«
läufer voranging: „Geschichte der Unftgüte-
Prukungslehre für Aerzte und Naturfreunde",
2 Bände (Wien 1783. 8".); — „Versuch
liner uenen Uamenclatnr lür t>ie deutschen Ohe»
miker" (ebd. 1792. 8".); — „Nmeis, dusz
I . NlllyllW uor 100 Jahren den Grund zur
antiphlogistischm Chemie gelegt hat" (ebd.
1793); — „Nmeis, dass Mayllw und
Aechlin den Grund zur neueren Chenrie des
lebenden Organismus gelebt haben" (Wien
1802, 8«.); — „Versuche mit Pflanzen,
hauptsächlich über die Eigenschaften, mlche Zir
besitzen, die Anlt beim Sonnenschein zu reinigen",
3 Bde. (Wien 1786. 80), Uebersetzung
des von Ioh. Ingenhouß verfaßten
französischen Originals; — „Chemische
Abhandlungen uan der Gntstehung des 3Va55ers
ans der Verbindung des Grundstoffes der reinen
und brennbaren Uutt" (ebd. 1790), gleich,
falls eine Nebersetzung der Schrift: „vs
ex basidug aiiri puri ot
" von dem lltrechter Pro»
fessor Alexander Peter Nahuys; —
„Ueber daä Oinathmen der Aebensluft in lang-
mierigrn Nrnstelchündnngrn" (ebd. 1793);
— „Van der Schädlichkeit der Nedenslntt in
langwierigen Vrugtentzündungen" (ebd. 1793),
in welch letzterer Schuft er die von
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Band 29
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sax-Schimpf
- Band
- 29
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1875
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 374
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon