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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Band 29
Seite - 208 -
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Scherer 208 Scherer engeres Verhältniß. Ungeachtet dieser streng wissenschaftlichen Richtung, die sich auch zeitlich in einigen Arbeiten, deren weiter unten Erwähnung geschieht, kund« gab. wendete sich S. dem ärztlichen Be- rufe zu. auf welchem sich ihm als Substi« tuten des seiner Zeit so geschätzten Arztes Johann Ritter von Schreibers ein weites und zur Entwickelung seiner Fachkenntniffe dankbares Feld darbot. Reisen in'S Ausland, die er zu öfteren Malen, insbesondere auch in berühmte Badeörter, wie Karlsbad und Teplitz. unternahm, wo er die Natur und Eigen« thümlichkeiten derselben beobachtete und durchforschte, vervollständigten seine theo- retischen und praktischen Kenntnisse und gaben ihm Gelegenheit, mit bedeutenden Mannern, wie z. B. mit Tissot in Lau- sänne, Verbindungen anzuknüpfen. Neben seinem praktischen ärztlichen Berufe blieb jedoch S. seinen theoretischen Wissenschaft, lichen Studien treu und veröffentlichte von Zeit zu Zeit die Ergebnisse seiner Beobachtungen und Forschungen. A!s im Jahre 1797 die unter Kaiser Io - sep'h I I . aufgehobene Theresianische Ritterakademie durch Graf Säurau neu organisirt wurde, übernahm S. die Professur der Chemie an derselben, welche er durch sechs Jahre versah, bis er im Jahre 1803 einem Rufe als Professor der technischen Chemie an dem neuerlich» tetün polytechnischen Institute zu Prag folgte. Vier Jahre versah er das letzt« genannte Lehramt, als an Stelle Io r - dans > M X, S. 266. Nr. 4) seine Berufung als Professor der speciellen Naturgeschichte an der Wiener Hochschule erfolgte. Letzteres Lehramt bekleidete S. bis Ende des Jahres 1833. durch volle 26 Jahre, worauf er nach einer im Lehr» fache zugebrachten 36jährigen Dienstzeit in den Ruhestand übertrat. Hand in Hand mit seiner lehramtlichen Thätigkeit geht seine fachwissenschaftliche schriftstelle, rische, die theils in mehreren selbstständi- gen Werken, theils in verschiedenen, in Fachblättern abgedruckten Aufsätzen be. steht. Die Titel seiner Arbeiten find: 1782, 8^.), mit dieserInaugural.Dissertation eröffnete S. seine schriftstellerische Thätigkeit; Priest, ley' sundIngenhouß' j^Bd. X, S. 206) Arbeiten auf diesem Gebiete regten S. zu weiteren Forschungen in dieser Rich. tung an, und so entstand das größere Werk. dem obige Dissertation als Vor« läufer voranging: „Geschichte der Unftgüte- Prukungslehre für Aerzte und Naturfreunde", 2 Bände (Wien 1783. 8".); — „Versuch liner uenen Uamenclatnr lür t>ie deutschen Ohe» miker" (ebd. 1792. 8".); — „Nmeis, dusz I . NlllyllW uor 100 Jahren den Grund zur antiphlogistischm Chemie gelegt hat" (ebd. 1793); — „Nmeis, dass Mayllw und Aechlin den Grund zur neueren Chenrie des lebenden Organismus gelebt haben" (Wien 1802, 8«.); — „Versuche mit Pflanzen, hauptsächlich über die Eigenschaften, mlche Zir besitzen, die Anlt beim Sonnenschein zu reinigen", 3 Bde. (Wien 1786. 80), Uebersetzung des von Ioh. Ingenhouß verfaßten französischen Originals; — „Chemische Abhandlungen uan der Gntstehung des 3Va55ers ans der Verbindung des Grundstoffes der reinen und brennbaren Uutt" (ebd. 1790), gleich, falls eine Nebersetzung der Schrift: „vs ex basidug aiiri puri ot " von dem lltrechter Pro» fessor Alexander Peter Nahuys; — „Ueber daä Oinathmen der Aebensluft in lang- mierigrn Nrnstelchündnngrn" (ebd. 1793); — „Van der Schädlichkeit der Nedenslntt in langwierigen Vrugtentzündungen" (ebd. 1793), in welch letzterer Schuft er die von
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sax-Schimpf, Band 29
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sax-Schimpf
Band
29
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1875
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
374
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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