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Scherer 214 Scherffer
gegeben worden; einige der früheren Auf-
lagen bis zur l i . waren von Anton I . Ho»
fer bearbeitet: — „Geographie und Geschichte
von Tirol, ein Lehrbuch für die vaterländische
Jugend". 3. oerb. Auflage. Mit 1 Karte von
Tirol (Innsbruck i870, Wagner, kl. 8°.); —
„Bibliothek für Prediger, enthaltend einereich'
haltige homiletische Erklärung aller evange«
lischen Perikopen nebst einer großen Auswahl
von Predigt-Skizzen und Thematen auf alle
Sonn» und Festtage des Kirchenjahres, sowie
auf die wichtigsten Gelegenheiten, mit Be»
nühung der ausgezeichnetesten Predigtwerke
alter und neuer Zeit, im Vereine mit mrh.
reren Capitularen des Stiftes Fiecht herauö-
gegeben von ?. A. Scherer" (Innsbruck.
Pfaundler. Lex. 8".); dieses umfassende und
mit geschickter Wahl zusammengestellte Sam.
melwerk ist im Jahre l867 mit der 89. Lie»
ferung geschlossen worden. — 2. Georg
Scher er (geb. in Tirol im Jahre 1777. gest.
13. Jänner 1863). ein Veteran und Landes»
Vertheidiger Tirols, der nicht weniger denn
neunmal zur Vertheidigung und zum Schutze
seines Vaterlandes ausgezogen ist. und wegen
seiner Tapferkeit und seines unerschrockenen
Muthes gegenüber dem Feinde in seiner Hei«
mat in großem Ansehen stand. Er zählte zu
den berühmten Schützen von Kastelrut — im
gleichnamigen Bezirke des Kreises an der
Etsch — welche in den Kriegsjahren 1796 bis
1809 sich ein bleibendes Andenkn mit ihrem
Herzblutr erkämpft haben. Georg wurde am
Berge Isel von einer bayerischen Kugel im
Oberschenkel verwundet und nur durch die mit
allerlei Geräthschaften angefüllte Schützen»
lasche, durch welche die Kugel gedrungen,
von der vielleicht tödtlichen Wirkung derselben
bewahrt. — 3. Zuletzt ist eineS MalerS N .
Scherer zu gedenken, über welchen mir aber
nur sehr lückenhafte Nachrichten zu Gebote
stehen. Obwohl von Geburt ein Böhme,
kommt er in dem so vollständigen Dlabacz.
schen Künstler-Lerikon Böhmens und Mährens
nicht vor. Er lebte u>id arbeitete in Prag
und war seines Zeichens ein Decorations«
maler, aber er leistete als solcher so Vorzug,
liches, daß selbst Goethe auf ihn aufinerk«
sam und sein Name über die Grenzen seines
Vaterlandes hinaus bekannt wurde. Er wurde
nun nach Sachsen und Thüringen berufen,
wo er viele Gebäude von Privaten mit seinen
Arbeiten schmückte. Im Jahre 1828 kehrte er
in sein Vaterland zurück. Ueber seinc weiteren
Schicksale ist nichts Näheres bekannt. Scherffenberg, siehe: Schärffenberg
^S. 36 d. Bds.).
Scherffer, Karl (Mathematiker
und Naturforscher. Priester der
Gesellschaft Jesu. geb. zu Gmunden
in Oberösterreich 9. November 1716,
gest. zu Wien 24. Juli 1783). Nachdem
er das Gymnasium und die Humanitäts«
clafsen zu Steyr beendet, trat er im
Jahre 1736. damals 16 Jahre alt. in
den Orden der Gesellschaft Iestl. In
Gratz hörte er die Philosophie und kam
im Jahre 1739 nach KremS in Nieder«
österreich, um daselbst in der ersten Hu«
manitätsclasse zu lehren. In den Jahren
1740 und 1741 studirte er in Wien unter
seinem berühmten Ordens genossen Eras«
mus Fröhlich sBd. IV, S. 373) Ma-
thematik und mit ihr verwandte Wissens«
zweige, alsdann kam er nach Gratz. wo
er die theologischen Studien beendete
und im Jahre 1746 die Weihen erlangte.
Nachdem er 1748 zuIudenburg das dritte
Probejahr zurückgelegt, kehrte er nach
Gratz zurück, wurde dort Magister der
Philosophie und Lehrer der Mathematik
und im Jahre 1739 überdieß noch Aus«
feher der Sternwarte, welche Stelle sich
jedoch von selbst aufhob, da es an den
nöthigen Instrumenten fehlte und somit
alle Beobachtungen unterbleiben mußlen.
Im Jahre 1750 wurde er Mitglied der
philosophischen Facultät an der Wie-
ner Hochschule und 1731 öffentlicher
Lehrer der Nnfangsgründe der Mathema-
tik und Physik. Als mathematischer Leh«
rer zeigte S. eine solche Tüchtigkeit, ja,
man kann es dreist sagen, ein solches
Rechengenie, daß seine Ordensobern ihn
zum Lehrer der Mathematik für diejeni«
gen seiner Mitbrüder erwählten, die, im
Jesuitenorden K.6p6t6nt68 Natkessos
genannt, nachdem sie einen strengeren
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Band 29
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sax-Schimpf
- Band
- 29
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1875
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 374
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon