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Scherfchmk 222 Scherschnik
tischen und Kirchengerichte des Fürsten-
thums Teschen nebst zahlreichen, dazu
gehörigen Urkunden"; — „Genealogische
Nachrichten von adeligen Geschlechtern
des FürstenthumS Teschen"; —
aä Vid1iotli602ui
omas 1676,
toreg rsosntiorss 8. «l. lrovineiae Lo-
dieses von Franz Martin Pelzet in
seinem Werke: „Böhmische, mährische
und schlesische Gelehrte und Schriftsteller
aus dem Jesuitenorden" (Prag 1786,
8o.) nur sehr oberflächlich benutzte Manu-
script gelangte im Jahre 1788 in die
Cerroni'sche Büchersammlung und aus
dieser, wenn Herausgeber nicht irrt, in
die Sammlung der historischen Section
der mährisch.schlesischen Ackerbau-Gesell-
schaft in Brunn- — „Oonooräantiae
l kaeä l iauHs 86u inäsx vooum
ominiim inI'IiÄoä'ri ladulis oeonren-
tium"; — „
gische Spaziergange um Tescben. mit
besonderer Rücksicht auf Entdeckung von
Steinkohlen"; außerdem mehrere andere
Aufsähe und Fragmente historischen und
mathematischen Inhalts. Nachdem im
Vorstehenden das Leben und die schrift-
stellerische Thätigkeit S.'s dargestellt
worden, bleibt noch das Wichtigste, näm-
lich über seinen Humanismus, der eben
seinem Namen dauernde Erinnerung
sichert, zu erwähnen. Mit Uebergchung
seiner unentgeltlich geleisteten Dienste,
wodurch er dem Staate namhafte Sum-
men ersparte, wie beim Baue des Gym-
naslums, dann bei jenem der Gymnasial«
kirche. zu welcher er aus Eigenem an
dritthalbtausend Gulden zusetzte, sei nur
seiner Leistungen gedacht, als der furcht-
bare Brand am 6. Mai 1789 Teschen so schwer heimgesucht hatte. Auch hier hatte
er Tausende aus Eigenem beigesteuert
und Kirche und Schule standen im Jahre
1802, in zweckmäßigster Weise reftaurirt,
mit dem Erforderlichen eingerichtet und
im Innern geschmackvoll ausgestattet,
wieder da, und da der Schulfond im
Ganzen nicht mehr denn 8000 fi. bewil-
ligt hatte, war der diesen Betrag weit
übersteigende Mehraufwand von S. aus
eigenem Vermögen bestritten worden.
Aber auch die Organisation deS Unter»
richtcs verdankt ihm wesentliche Einrich»
tungen, vor Allem die naturhistorischen
Spaziergänge mit den Schülern, auf
welchen die Erscheinungen in allen drei
Reichen der Natur, wie sie dem Auge der
Lustwandelnden sich eben darboten, in
den Bereich der unterhaltenden Beleh»
rung gezogen wurden. Dabei hatte er
auf den naturgeschichtlichen, vornehmlich
mineralogischen Unterricht besonderes
Augenmerk, versah verschiedene Lehran«
stalten mit kleinen Fofsiliensammlungen
und stiftete für den besten Schüler in der
Mineralogie am Gymnasium zu Teschen
eine jährlich zu verheilende silberne Me«
daille. Den Dienst als Ober-Schulauf«
seher im Teschener Bezirke versah er
gleichfalls unentgeltlich. Anträge ein-
träglicher Pfarrpfründen hatte er aus
seiner Liebe zur Schuljugend abgelehnt.
Aus eigenen Mitteln begründete er an
dem Teschener Gymnasium eine Biblio»
thek. welche im Jahre 1815 an 13.000
Bande zählte und außerdem über hundert
Manuscripte, meist geschichtlichen Inhalts
über Teschen, enthielt. Eine seiner schön«
sten Schöpfungen ist das Teschener natur»
historische Museum mit einer Sammlung
von mehr denn 3000 Stücken in» und
ausländischer Fossilien, dann von Gegen»
ständen aus allen drei Reichen der Natur
mit nächstem Hinblicke auf die Heimat,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Sax-Schimpf, Band 29
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Sax-Schimpf
- Band
- 29
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1875
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 374
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon