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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Band 29
Seite - 227 -
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Seite - 227 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Band 29

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Scheuer 227 Scheuer gingen verschiedene Versionen. Nach Einigen konnte er sich mit dem Kaiser nicht über dessen liberale Auffassung der religiösen Fragen einigen, nach Aride« ren war es der überwiegende Einfluß eines Belgiers (Blo in, Eloise und Eloine genannt), den König Leopold von Belgien seinem Schwiegersohne em> pfohlen, den deS Erzherzogs (Kaisers) Gemalin Char lot te protegirte und der als Cabinetschef des Kaisers Herrn Scherzenlechner's Einfluß bei dernsel- ben wesentlich beeinträchtigte, wodurch S. veranlaßt worden, seinen Platz zu räu> men. Nach S.'s mündlichen Aeußerungen, die er bei seiner Ankunft in Europa hie und da gethan, hätten die Journale Manches über ihn veröffentlicht, was nicht richtig sei, und nur Gefundheits« rücksichten ihn dazu bestimmt, Mexiko zu verlassen. Jedenfalls aber dürfte S. der Mann sein, der über die erste Epoche des mexikanischen Kaiserthums und über den Beginn jener Conflicte. welche einen so tragischen Ausgang nahmen, authentische und interessante Aufschlüsse zu geben im Stande wäre. Sein Bildniß erschien in der Pariser „IIwLtrNtäon" und in der „Leipziger Illustrirten" im Jahre 4864 in einer Gruppe, auf welcher die dem Kaiser Max imi l i an zunächststehende Umgebung — so zu sagen sein Privat» cabinet — dargestellt war. Presse (Wiener polit. Vlatt) l865, Nr. 93, 105, 114, in der „Kleinen Chronik" unter den Personal'Nachrichten. — Neue freie Presse (Wiener polit. Blatt) 1865, Nr. 218, an gleicher Stelle. Scherzer, Karl Ritter von (Reisen- der und Naturforscher, geb. zu Wien am I.Mai 1821). Sohn bürger- licher Eltern. Sein Vater, der zu Ende des vorigen Jahrhunderts aus Nürnberg nach Wien eingewandert und erst vor einigen Jahren im hohen Alter als einer der geachtetsten Wiener Bürger, der stch namentlich um die beiden dortigen prote« stantischen Gemeinden große Verdienste erworben hatte, gestorben ist, ließ ihm zeitig den Segen einer sorgfältigen Erziehung angedeihen. Den größten Theil seiner Jugend brachte S. in einem Privat» Erziehungsinstitute in Wien zu. welches in jener Zeit unter der Leitung des be« kannten Pädagogen Franz Kudlich in großem Rufe stand. Dort sollte Scher« zer bis nach vollendeten juridischen Stu« dien verbleiben und für den Beamten« stand herangebildet werden. Allein er zeigte wenig Lust für diesen Beruf, und selbst der väterliche Rath eines alten Freundes der Familie, deS damaligen Directors der Staatsdruckerei, Edlen von Woh l fahr t , vermochte Scherz er nicht zu bewegen, die bureaukratische Laufbahn einzuschlagen. Wohl aber be» stimmte zuletzt der wohlwollende Einfluß des genannten Directors den jungen Mann. in der genannten Anstalt die Laufbahn eines Typographen zu betreten, und dieß um so mehr, als ihm seine eigenen Mittel die Aussicht gewährten, in der Folge selbstthätig und an der Spitze einer ähnlichen Anstalt unabhängig und energisch zu wirken. In der That gründete er auch bald eine Musteranstalt für Typographie und die verwandten Fächer und gab sich seiner Aufgabe mit Ernst und Begeisterung hin. Scherzer fühlte, daß die Kenntniß fremder Länder und Institutionen seinem Berufe die letzte Weihe und Vollendung zu geben habe. Er unternahm daher nach einander und schon wahrend seiner Studien (1833 und 1839) größere Reisen, die erste in's lombardisch-venetianische Königreich und nach Südtirol, die zweite, mit der er drei Jahre ausfüllte, nach Deutschland, wo 15*
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sax-Schimpf, Band 29
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sax-Schimpf
Band
29
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1875
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
374
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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